Arm trotz Arbeit

Mindestens 131.000 erwerbstätige Sachsen stecken in der Armutsfalle fest

Für alle LeserArmut ist ein weites Feld. Was Armut wirklich bedeutet, wissen nur die, die schon lange vor Monatsschluss wissen, dass das Geld nicht zum Nötigsten reicht und sie wieder Abstriche an den normalsten Dingen der Welt machen müssen: keine Straßenbahnfahrt, kein Obst aus dem Frischeregal, kein warmes Essen unter der Woche, Billigfleisch nur aus dem Supermarkt usw. Und nach wie vor sind hunderttausende Sachsen arm, obwohl sie arbeiten.

Das hat jetzt Petra Zais, die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag, mal bei der Staatsregierung abgefragt. Denn was bedeuten denn all die monatlichen Jubelmeldungen der Arbeitsagentur, dass immer mehr Menschen in Arbeit sind, wenn viele dieser Jobs immer noch miserabel bezahlt werden? Und zwar so miserabel, dass die Erwerbstätigen eigentlich trotzdem gezwungen wären, beim Jobcenter um eine Aufstockung zu betteln.

Was die meisten nicht tun.

Auch das zeigt die Antwort jetzt.

Da hungert und flickt man lieber in Sachsen, als einen sanktionswütigen Staat auch noch darum zu bitten, auf das Nicht-Ausreichende ein Gnadenbrötchen oben drauf zu legen.

Und die Zahlen sind noch immer hoch, trotz Konjunkturaufschwung.

Was eben auch heißt: Nicht allen Sachsen, die in mies entlohnten Beschäftigungen feststecken, gelingt der Sprung in eine besser bezahlte Tätigkeit. Obwohl überall Leute fehlen.

Was ein eigenes Thema ist, denn selbst dann, wenn vielleicht so ein angebotener Job durchschnittlich bezahlt wird, bedeutet das nicht, dass er damit menschenwürdig wird. Im Gegenteil: Aus einigen dieser auf „Effizienz“ getrimmten Beschäftigungsverhältnisse fliehen die Beschäftigten in Scharen – allen voran aus dem Pflegebereich im Gesundheitswesen.

Und wie sieht das jetzt mit den wirklichen Armen unter den Beschäftigten aus?

Stellvertretend für die Staatsregierung hat Finanzminister Matthias Haß die Zahlen herausgesucht. Berechnen lassen sie sich ganz einfach: Man ermittelt das mittelste aller Einkommen im Land, also das, bei dem die Hälfte aller Beschäftigten mehr bekommt und die andere Hälfte weniger. Das ist der Median.

Und davon bildet man dann den Wert von 60 Prozent. Wer weniger als diese 60 Prozent verdient, gilt ganz offiziell als armutsgefährdet. Armutsgefährdet deshalb, weil hier auch Bevölkerungsgruppen landen, die von Natur aus noch nicht viel Geld zur Verfügung haben – Studenten und Auszubildende zum Beispiel.

Wenn aber jemand ein Beschäftigungsverhältnis hat und trotzdem weniger als diese 60 Prozent bekommt, ist er tatsächlich arm. Denn von diesem Geld kann man in der Regel ohne staatlichen Zuschuss seinen Lebensunterhalt mit allem Drum und Dran nicht bestreiten. Da die Durchschnittseinkommen steigen, wird der Wert jedes Jahr neu berechnet.

Aber das Ergebnis ist für ein Land, das sich offiziell seit acht Jahren in einem konjunkturellen Aufschwung befindet, doch recht verblüffend. Waren 2011 insgesamt 130.800 Erwerbstätige in Sachsen offiziell armutsgefährdet, so waren es 2017 immer noch 131.000. Oder besser gesagt: wieder. Denn zwischenzeitlich war die Zahl 2014 auf 119.800 gefallen.

Was man so interpretieren kann: Tatsächlich sinken die Zahlen und etliche Sachsen und Sächsinnen, die vorher armselig honoriert wurden, konnten in besser bezahlte Jobs wechseln. Die Zahlen steigen ja erst seit 2015 wieder. Und 2015 ist ein markantes Jahr. Da nahm auch Sachsen über 40.000 Flüchtlinge auf.

Und darauf kann das Land stolz sein, auch wenn die Spaziergänger in Dresden und die Partei der ewigen Opfer etwas anderes erzählen.

Und diese Menschen kosten nicht nur oder nehmen irgendjemandem etwas weg. Sie suchen und finden Arbeit. Und es liegt nahe zu vermuten, dass sie viele dieser miserabel bezahlten Tätigkeiten angenommen haben, die die Sachsen aus gutem Grund verlassen haben. 11.000 ungefähr.

Und das sind nur die Zahlen für den sächsischen Einkommensdurchschnitt. Der liegt ja bekanntlich um rund 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Deswegen ergeben sich, wenn die Statistiker mit dem Bundesmedian rechnen, natürlich deutlich höhere Zahlen für Sachsen. Dann gelten 193.800 Sachsen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, als armutsgefährdet. Noch vor Kurzem lag der Wert sogar deutlich über 200.000.

Was eben auch heißt: Jeder zehnte Erwerbstätige in Sachsen arbeitet für einen Hungerlohn. Noch immer.

Und eigentlich würde das bedeuten, dass alle diese Menschen dann auch regelmäßig zum Jobcenter watscheln müssten, um Aufstockerleistungen zu beantragen.

Dass also alle 193.000 oder mindestens die 131.000 auch in den Statistiken der Arbeitsagentur auftauchen müssten als „Erwerbstätige erwerbsfähige Leistungsberechtigte“, die Anspruch auf Leistungen aus dem SGB II hätten.

Auch diese Zahlen sinken seit Jahren. 2011 lagen sie noch über 117.000. Das heißt: Über 117.000 erwerbstätige Sachsen beantragten damals noch Aufstocker-Leistungen.

2017 waren es aber gerade noch 70.000. Das heißt: Mindestens 60.000 Sachsen, die irgendwo für ein karges Salär jobben und wahrscheinlich Leistungsansprüche aus dem SGB II hätten, melden sich gar nicht erst beim Jobcenter. Warum nicht, das kann keiner sagen, auch nicht die Arbeitsagentur. Denn wer sich nicht meldet und um Zulage bittet, taucht in keiner Statistik auf.

Die Anfrage von Petra Zais macht also sichtbar, dass augenscheinlich eine ziemlich große Gruppe von Sachsen, die eigentlich kein ausreichendes Einkommen haben, lieber auf Leistungen des Jobcenters verzichtet, als sich als Bittsteller dort zu outen. Vielleicht stecken auch jede Menge schlechter Erfahrungen dahinter. Aber tatsächlich bestätigt die Anfrage, was schon bei anderen Anfragen zum Thema zu vermuten war: Die Bevormundungsmechanismen von „Hartz IV“ schrecken viele Menschen so ab, dass sie die ihnen zustehende Unterstützung lieber nicht in Anspruch nehmen.

Der psychologische Druck führt also nicht nur dazu, dass die Menschen bereit sind, auch noch die unwürdigsten Tätigkeiten anzunehmen. Er bringt sie auch dazu, der Arbeitsagentur ein paar Millionen Euro an Leistung zu ersparen, Geld, das dann wieder im Staatssäckel verschwindet und dann, wenn es drauf ankommt, auf einmal nirgendwo mehr zu finden ist. Wenn es zum Beispiel um die Renten dieser Menschen geht. Oder mal so formuliert: Über 193.000 Sachsen fahren mit ihren miserabel bezahlen Jobs ungebremst in die Altersarmut hinein.

Ein Zipfel Wirklichkeit.

Niedriglöhner haben vom Einkommensanstieg seit 1991 nicht profitiert

Armutsgefährdung
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Foto: L-IZ.de

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