Arbeitsmarkt in Leipzig im September 2019

Immer mehr unbesetzte Stellen in Leipzig, Leiharbeit schrumpft

Für alle LeserEtwas Auffälliges ist im September geschehen. Während die Arbeitsagentur Leipzig zwölf Arbeitslose mehr als vor einem Jahr meldete, konnte die Arbeitsagentur Sachsen einen neuen Niedrigststand seit 1991 vermelden und 8.149 Arbeitslose weniger. So deutlich wurde die Abwanderung aus den sächsischen Landschaften in die Großstädte lange nicht in der Arbeitslosenstatistik.

Insgesamt waren Ende September in Leipzig 19.570 Menschen, 984 weniger als im August, bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum September 2018 waren es 12 mehr, meldete die Arbeitsagentur Leipzig am Montag, 30. September.

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit hat im zurückliegenden Monat wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Die Arbeitslosenquote liegt auf dem niedrigsten September-Wert seit 1991. Der Herbstaufschwung hat den Arbeitsmarkt in Leipzig kräftig belebt. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften ist ein weiteres deutliches Zeichen für das Aufnahmepotenzial der Leipziger Wirtschaft. Die Zahl der zur Verfügung stehenden freien Stellen hat einen neuen Höchststand erreicht. Die Integration von arbeitslosen Menschen in eine neue Erwerbstätigkeit ist gestiegen. Alle diese Entwicklungen sind deutliche Indikatoren für eine robuste und positive Arbeitsmarktentwicklung in Leipzig“, erklärte dazu der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, Steffen Leonhardi.

Beschäftigungsentwickling in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Beschäftigungsentwicklung in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

In den Altersgruppen gab es eine einheitliche Entwicklung. Bei den jungen Menschen bis 25 Jahren fiel die Zahl der Arbeitslosen innerhalb des letzten Monats um 231 auf 1.935 (Vorjahr: 2.043). Bei den Lebensälteren in der Altersgruppe ab 50 Jahren sank die Arbeitslosigkeit um 148 auf 5.362 Personen (Vorjahr: 5.341).

Wobei der Blick auf die Arbeitslosenzahlen ja nur die Hälfte des Bildes zeigt. Denn gleichzeitig steigen in Leipzig ja sowohl die Beschäftigtenzahlen als auch die Zahl der offenen Stellen. Für die Beschäftigung liegen zwar erst die Zahlen für März vor – aber von März 2018 bis März 2019 stieg die Beschäftigtenzahl in Leipzig von 266.819 auf 272.027, also um über 5.000. Über 5.000 Menschen, die einen Job fanden, während die Arbeitslosenquote nicht stieg.

Und die Stellenangebote: Waren vor einem Jahr noch 7.817 Stellen als unbesetzt gemeldet, lag diese Zahl im September 2019 schon bei 8.929. Und besonders stark steigt die Nachfrage im Bereich „Gesundheit, Soziales, Lehre u. Erziehung“: Es fehlt an Pflegekräften, an Lehrer/-innen und Personal in Kindertagesstätten.

Die Beschäftigungsentwicklung übers Jahr gesehen (Stand März 2019). Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Die Beschäftigungsentwicklung übers Jahr gesehen (Stand März 2019). Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

„Mit dem steigenden Stellenpotenzial bieten sich gute Möglichkeiten für die Integration von Leipzigerinnen und Leipzigern in den Arbeitsmarkt vor Ort. Die Herbstbelebung wollen wir dafür gemeinsam nutzen“, meint Leonhardi.

Ein schöner Vorsatz, der aber nichts daran ändert, dass auch der Leipziger Arbeitsmarkt bis heute unter den „Arbeitsmarktreformen“ der Schröder-Regierung leidet. Denn über die Hälfte der freien Stellen (4.314) wird nach wie vor über Leiharbeitsfirmen angeboten. Die Arbeitsagentur ist also nach wie vor nicht der eigentliche Stellenvermittler. Das hat man auch mit der Pflicht der Arbeitsuchenden, sich selbst um eine Stelle zu bemühen, weitgehend ausgelagert.

„Der Bestand an freien Arbeitsstellen hat im September mit 8.929 einen neuen Höchststand erreicht und lag mit 1.112 höher als ein Jahr zuvor. Die Wirtschaft und die Verwaltung Leipzigs hat in den letzten vier Wochen 2.239 freie Stellen, 199 mehr als im August 2019 zur Besetzung gemeldet. Das waren 292 mehr als im September 2018“, so die Arbeitsagentur.

Gemeldete Stellen nach Branchen. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Gemeldete Stellen nach Branchen. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Leipzig ist übrigens die Stadt, die in den letzten Jahren stets den Löwenanteil neuer Arbeitsstellen für Sachsen schuf. Was auch mit der Meldung der Arbeitsagentur Sachsen deutlich wird: „Im Juli 2019 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1,62 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 7.500 berufstätigen Menschen hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell 0,5 Prozent. Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Bereich Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (plus 3.300) und im Sozialwesen (plus 2.700). Einen starken Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin im Bereich der Information und Kommunikation (plus 1.900), im Gesundheitswesen (plus 1.800), im Baugewerbe (plus 1.600), im Bereich Verkehr und Lagerei (plus 1.500) und im Gastgewerbe (plus 1.000). In der Arbeitnehmerüberlassung ist ein Rückgang von 6.500 Beschäftigten zu verzeichnen.“

Die niedrigsten Arbeitslosenquoten im Bereich von 4 Prozent gibt es mittlerweile in jenen Landkreisen, in denen seit Jahren die Abwanderung anhält. Hier ist die Not der Fachkräfte suchenden Firmen mittlerweile am größten.

Im Ergebnis haben sich auch die Verhältnisse in den Bereichen von SGB II und SGB III über die Jahre deutlich verändert. Bei den Empfängern von ALG kennt die Statistik seit Jahren nur eine Richtung: Es werden immer weniger Arbeitslose in SGB II. Die meisten verschwinden nach wie vor aus Altersgründen aus dieser Statistik.

Entwicklung der arbeitslos Gemeldeten in SGB II und SGB III. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Entwicklung der arbeitslos Gemeldeten in SGB II und SGB III. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Die eigentlichen Bewegungen passieren fast nur noch im SGB III, wo die Zahl der arbeitslos Gemeldeten seit 2016 sogar gestiegen ist. Was eben einerseits bedeutet, dass mehr Menschen aus leidlich gut bezahlten Arbeitsverhältnissen bei der Arbeitsagentur aufschlagen, andererseits viele Firmen eben mit befristeten oder gar saisonalen Arbeitsangeboten arbeiten. Was dann auch die große Rolle der Leiharbeitsfirmen ein wenig beleuchtet, die genau für solche Personalbeschaffungen prädestiniert sind. Trotzdem schrumpft ihr Betätigungsfeld. Übers Jahr sind über 2.000 Stellen in der Arbeitnehmerüberlassung verschwunden, haben sich mutmaßlich in Festanstellungen verwandelt.

Die Zahlen zum September:

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum September 2018 um deutliche 582 Menschen zurückgegangen. Gegenüber dem Vormonat ist sie um 97 auf 4.521 gestiegen.

Der Zugang in die Arbeitslosigkeit aus der Erwerbstätigkeit lag in den letzten vier Wochen bei 2.184 (August 2.281). Abgemeldet in Erwerbstätigkeit haben sich im gleichen Zeitraum 2.426 (August 2.074) Personen.

Zum statistischen Zähltag im September betrug die Arbeitslosenquote in der Stadt Leipzig 6,2 Prozent (Vormonat: 6,6 Prozent). Im September 2018 lag diese bei 6,4 Prozent.

Im September waren 6.598 Menschen in der Arbeitsagentur im Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Das waren 425 weniger als im Vormonat und 491 mehr als im September 2018. Im Jobcenter im Rechtskreis SGB II waren 12.972 Menschen arbeitslos registriert. Das waren 559 weniger als im August und 479 weniger als vor einem Jahr.

In Leipzig gab es im September 33.061 Bedarfsgemeinschaften. Das sind 199 weniger als im Vormonat und 2.460 weniger als im September des Vorjahres. Das Jobcenter Leipzig betreute aktuell 41.828 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Das waren 20 weniger als im August und 3.074 weniger als vor einem Jahr.

Dienstleistung wird auch 2020 in Sachsen für stabile Beschäftigung sorgen

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 01. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

ArbeitsmarktArbeitslosenzahlen
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Auch zur Oberbürgermeisterwahl meldet das Amt für Statistik und Wahlen eine hohe Beteiligung bei der Briefwahl
Stand der Briefwahlbeteiligung zur OBM-Wahl 2020. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserEs klang so, als wären Leipzigs Statistiker überrascht gewesen, als sie am Freitag, 17. Januar, meldeten: Seit dem 6. Januar hat die Briefwahlstelle im Neuen Rathaus geöffnet und bietet die Möglichkeit, Briefwahl direkt vor Ort durchzuführen. Knapp zwei Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl lässt sich bereits ein hohes Briefwahlaufkommen feststellen. Der Trend, dass immer mehr Wählerinnen und Wähler per Briefwahl wählen, setzt sich somit auch bei der diesjährigen Oberbürgermeisterwahl fort. Und das hat nicht unbedingt mit der Spannung zur OBM-Wahl zu tun.
Wolfram Günther lädt eine Delegation der Bauern schon mal ins Umweltministerium ein
Nicht allen sächsischen Kühen geht es so gut und sie kommen - wie diese hier - auch mal ins Grüne. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserAm Freitag, 17. Februar, brachen auch sächsische Bauern mit ihren Traktoren zur Sternfahrt nach Berlin auf. Um sie zu verabschieden, hatte der sächsische Staatsministers für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther zwar keinen Termin mehr frei. Aber sein Grußwort verlas dafür Dr. Gerd Lippold, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft. Und das hat es in sich. Denn im Umgang der Staatsregierung mit den Bauern wird sich jetzt etwas ändern.
Umweltschutz ist nicht mit allen Leipziger OBM-Kandidat/-innen zu haben + Video
Wahlpodium des BUND Leipzig im Zeitgeschichtlichen Forum. Foto: BUND Leipzig

Foto: BUND Leipzig

Für alle LeserAm Donnerstag, 17. Januar, fand das Wahlpodium des BUND Leipzig mit den OBM-Kandidat/-innen im Zeitgenössischen Forum statt. Parallel veröffentlichte der BUND jetzt seine Wahlprüfsteine zur OBM-Wahl am 2. Februar. Die Wahlprüfsteine fragen die Positionen der Kandidat/-innen zu den Themen Stadtgrün, Mobilität, Gewässertourismus, Müllvermeidung, Klimaschutz und Flugverkehr ab.
Grüne: Leipzigs Wärmewende macht Weiterbetrieb von Lippendorf wohl schon 2023 obsolet
Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf bei Böhlen. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserRecht seltsam fand die Grünen-Fraktion im Leipziger Stadtrat die Meldung, dass der nun zwischen Bund und Kohleländern vereinbarte Ausstiegspfad einen Betrieb des Kohlekraftwerks Lippendorf im Leipziger Südraum bis 2035 vorsieht. „Die Ankündigung, das Braunkohlekraftwerk am Rande Leipzigs bis 2035 am Netz zu lassen, vermittelt den Eindruck, als würden die Lippendorfer Schlote manchem die Sinne vernebeln“, erklärt die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Katharina Krefft.
Wenn die Vorurteile einer Zeitung gleich mal zu Suggestivfragen für ahnungslose Senioren werden
Leipzig, Silvester 2019. Connewitzer Kreuz. Foto: Jan Kaefer

Leipzig, Silvester 2019. Connewitzer Kreuz. Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEs gibt längst genug kritische Artikel über Umfragen und ihre zuweilen manipulativen Wirkungen auf die Öffentlichkeit. Es gibt auch Kritik an den viel zu vielen Wahlumfragen, die oft gerade erst die Stimmung schaffen, die dann über Wählerpräferenzen entscheidet. Aber was die LVZ am Mittwoch, 15. Januar unter der Überschrift „Umfrage: Die meisten Leipziger haben Connewitz-Krawalle satt“ veröffentlichte, hat mit einer seriösen Umfrage nichts mehr zu tun.
Der vierte und letzte Band der großen Leipziger Stadtgeschichte zum Jubiläum der Ersterwähnung
Ulrich von Hehl (Hrsg.): Geschichte der Stadt Leipzig. Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOb das 20. Jahrhundert tatsächlich DAS Zeitalter der Extreme war, als das es der britische Historiker Eric Hobsbawm in seinem 1994 erschienenen Buch „Age of Extremes. The short twentieth century 1914–1991“ bezeichnete, werden noch Generationen von Historikern diskutieren. Ulrich von Hehl jedenfalls, der die Einleitung in den nun vierten Band der Leipziger Stadtgeschichte schrieb, fand den Begriff sehr praktikabel. Auch für die Leipziger Geschichte. Und für diesen vierten Band.
Der Tag: Burkhard Jung liegt in einer Umfrage zur Oberbürgermeisterwahl klar vorn
Burkhard Jung (SPD). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserOberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) darf sich freuen: Laut einer repräsentativen LVZ-Umfrage würde er aktuell 34 Prozent der Stimmen erhalten. Sein härtester Konkurrent Sebastian Gemkow (CDU) käme nur auf 20 Prozent. Nicht freuen durfte sich AfD-Kandidat Christoph Neumann. Er hatte Alexander Gauland zum Wahlkampf eingeladen, doch der stand im Stau. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 17. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Heiko & Roman Lochmann – „Willkommen Realität“
© Philipp Gladsome

© Philipp Gladsome

Als die Zwillingsbrüder Heiko und Roman Lochmann mit zwölf Jahren begannen, als »Die Lochis« im Kinderzimmer Videos zu drehen und diese auf YouTube hochzuladen, hätten sie sich niemals träumen lassen, dass sie einmal zu den erfolgreichsten deutschen Social-Media-Stars zählen würden. Die riesige Fan-Gemeinde der sympathischen Entertainer und Musiker geht inzwischen in die Millionen. Mit zwanzig Jahren haben sie sich nun entschieden, das Kapitel »Die Lochis« zu schließen, um sich künstlerisch weiterzuentwickeln.
Silvester in Connewitz: Anwalt beklagt rechtswidrige Untersuchungshaft
Polizeieinsatz am Connewitzer Kreuz in der Silvesternacht. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDrei Männer befinden sich aktuell in Untersuchungshaft, weil sie sich an den Ausschreitungen in der Silvesternacht in Connewitz beteiligt haben sollen. Der Rechtsanwalt eines Betroffenen bewertet die U-Haft für seinen Mandanten als rechtswidrig. Der zuständige Ermittlungsrichter sei befangen gewesen; es fehle zudem ein wichtiges Dokument. Außerdem beruhe der Tatverdacht lediglich auf den Aussagen zweier Polizisten – doch diese seien nicht besonders vertrauenswürdig.
Absage der Absage: OB-Wahlveranstaltung der AfD darf in städtischer Immobilie stattfinden
Christoph Neumann (AfD) kann seine OB-Wahlveranstaltung in der "Großen Eiche" durchführen. Eine Entscheidung, die nun auch für alle anderen OB-Wahl-Bewerber/-innen gilt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDa gab es aber ein ordentliches Hin und Her seit dem gestrigen Donnerstag auf den heutigen Freitag, 17. Januar. Erst sprach das Dezernat Wirtschaft eine Kündigung gegenüber dem Vermieter des soziokulturellen Zentrums „Große Eiche“ wegen einer Wahlkampfveranstaltung mit Alexander Gauland (AfD) und Christoph Neumann (AfD) aus, woraufhin sich die AfD wehrte. Von einer möglichen Schadenersatzklagedrohung ist unter der Hand die Rede. Auch das Rechtsamt der Stadt Leipzig schaltete sich ein und am Ende stand eine durchaus wegweisende Entscheidung für derzeitige Wahlkämpfe.
Sachsen muss sich jetzt schon auf einen viel früheren Kohleausstieg vorbereiten
MIBRAG-Tagebau Peres im Kohlerevier Vereinigtes Schleenhain. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDer Mann, der eigentlich den Fachkommentar zum am Donnerstag, 16. Januar, formulierten Kohleausstiegs-Zeitplan der Bundesregierung aus dem Sächsischen Landtag hätte liefern können, ist mittlerweile ja Staatsminister im Umweltministerium: Dr. Gerd Lippold, der Kohlespezialist der Grünen, der nun qua Amt Sachsens Ausstieg aus der Kohle managen muss. Doch am Donnerstag merkte auch die Linksfraktion den Pferdefuß in diesem teuren Peter-Altmeier-Kompromiss.
AfD-Wahlveranstaltung mit Alexander Gauland findet nicht mehr in der Großen Eiche statt + Update
Alexander Gauland (hier am 21.11.2017 im Bundestag) will am 17. Januar 2020 Christoph Naumann bei seiner OB-Kandidatur in Leipzig unterstützen. Foto: Bilderdienst des bundestag.de, Fotograf: Achim Melde

Foto: Bilderdienst des bundestag.de, Fotograf: Achim Melde

Für alle LeserAm Morgen warb die Leipziger AfD auf ihrer Facebook-Seite noch mit dem Konterfei von Alexander Gauland für eine Veranstaltung in der Großen Eiche in Böhlitz-Ehrenberg. Doch der Fraktionsvorsitzende der Rechtsaußen-Partei und sein Leipziger Parteifreund Christoph Neumann, der OBM-Kandidat der AfD, müssen sich woanders ein Plätzchen suchen, um über die „Wende für Leipzig“ zu philosophieren. Denn die „Große Eiche“ ist ein städtisches Gebäude.
Von Kohlekraftwerken, kirchlichen Kassenbüchern und Klimamodellen
Dicke Dampfschwaden über den Kühltürmen. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserAngesichts der großspurigen Ankündigungen von Donald Trump und den politischen Weichenstellungen seiner Ministerien müsste man eigentlich meinen, dass die amerikanische Kohleindustrie gerade goldene Zeiten erlebt. Tut sie aber nicht. Denn immer mehr Kohlekraftwerke müssen schließen – und sie tun es in einem immer schnelleren Tempo.
Jetzt können die Leipziger zeigen, ob sie auch in selbst organisierten Veranstaltungen miteinander ins Gespräch kommen können
Die ersten Besucher zur Eröffnung des LeipzigZimmers am 16. Januar. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOrigami-Kurs, Schreibwerkstätten und neues aus dem Naturkundemuseum: Die ersten Interessenten haben sich schon angemeldet für das LeipzigZimmer in der Stadtbibliothek Leipzig, das am Donnerstag, 16. Januar, offiziell eröffnet wurde. Es soll mehr sein als ein üblicher „Ort der Begegnung“. Eher sogar ein Experiment: Wie lässt sich das Miteinander der Leipziger Bürger wieder beleben in einer Zeit, in der scheinbar überall die Aggressionen zunehmen?
Über 5.000 Unterstützer fordern mehr Artenschutz im Leipziger Stadtgebiet
Trauriger und viel zu häufiger Anblick: Wie hier in Leipzig sind Baumfällungen in Sachsen an der Tagesordnung. Foto: Karsten Peterlein

Foto: Karsten Peterlein

Für alle LeserLeipziger Naturschutzverbände hatten im März 2019 unter dem Titel „Bauen und Natur erhalten! Artensterben stoppen! Wertvolle Grünflächen für LeipzigerInnen schützen!“ eine Petition gestartet, die auf der Plattform openPetition online gestellt wurde. Sie hat inzwischen mehr als 5.500 Unterstützer. Da die Petition das notwendige Quorum erreicht hat, wurde sie am 14. Januar 2020 beim Stadtrat eingereicht, meldet der NABU.