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Dienstleistung wird auch 2020 in Sachsen für stabile Beschäftigung sorgen

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    Wie das Wirtschaftsjahr 2020 wirklich wird, weiß man zwar auch bei der sächsischen Agentur für Arbeit nicht. Aber dort ist man jetzt sehr zuversichtlich, dass das Beschäftigungsniveau in Sachsen im nächsten Jahr sehr stabil bleiben wird. Errechnet und am Donnerstag, 26. September, veröffentlicht hat die neuen Zahlen das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesarbeitsagentur.

    Im kommenden Jahr werde sich der sächsische Arbeitsmarkt weiter positiv entwickeln, wenn auch mit geringerer Dynamik als in den Vorjahren, so die Landesarbeitsagentur. Bei einem anhaltenden Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts um 1,1 Prozent wachse in Sachsen die Beschäftigung weiter und die Arbeitslosigkeit bleibt stabil.

    „Die neuen Prognosen zur Arbeitsmarktentwicklung sehen gut aus. Denn die bisher positive Richtung auf dem sächsischen Arbeitsmarkt könnte sich 2020 fortsetzen, wenn auch mit zunehmenden Risiken. Ob das so kommt, liegt an allen Akteuren am Arbeitsmarkt. Bei steigender Beschäftigung und gleichbleibender Arbeitslosigkeit – in wirtschaftlich unsicheren Zeiten – können wir unser Programm fortführen und in die Weiterbildung der arbeitslosen und beschäftigten Menschen in Sachsen investieren sowie für schwer vermittelbare Menschen weiterhin Teilhabe ermöglichen“, erklärte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA), am Donnerstag.

    Das IAB prognostiziert für Sachsen im Jahresdurchschnitt 2020 eine Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Bei einem prognostizierten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,1 Prozent wird die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Freistaat voraussichtlich um 0,7 Prozent oder rund 11.000 Personen steigen. Damit würden kommendes Jahr in Sachsen durchschnittlich 1,633 Millionen Frauen und Männer einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen.

    Notwendige Ergänzung: Ob die 1,1 Prozent so eintreffen, ist noch offen.

    Erst am Dienstag, 24. September, meldete das Statistische Landesamt: „Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Sachsen verblieb im 1. Halbjahr 2019 auf dem Stand des vergleichbaren Zeitraums von 2018. Nach den aktuellen Berechnungen des Arbeitskreises ,Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder‘ (AK VGRdL) kann folglich für Sachsen im 1. Halbjahr 2019 kein Wirtschaftswachstum ausgewiesen werden. Im gesamtdeutschen Maßstab war dagegen ein geringer BIP-Zuwachs von real 0,4 Prozent zu verzeichnen, im Mittel der neuen Länder (ohne Berlin) lag die Zunahme ebenfalls bei 0,4 Prozent. Ausschlaggebend für die Stagnation in Sachsen war vor allem die rückläufige Entwicklung der Bruttowertschöpfung (BWS) im sächsischen Produzierenden Gewerbe. In jeweiligen Preisen erhöhte sich das BIP in Sachsen um 2,3 Prozent und folgte somit der gesamtdeutschen Entwicklung (2,4 Prozent).“

    Hauptursache für den Rückgang im Produzierenden Gewerbe waren in starkem Maße die zurückgehenden Absätze der Automobilbauer im In- und Ausland. Aber der Automobilbau ist eine hochtechnisierte Branche, in der vergleichsweise wenige Facharbeiter hohe Produktionswerte pro Zeiteinheit erwirtschaften. Die eigentlichen Beschäftigungszuwächse gab es in Sachsen in den vergangenen Jahren in ganz anderen Bereichen.

    „Auffällig ist, dass vor allem im Dienstleistungssektor deutlich mehr Jobs geschaffen werden, als im Produzierenden Gewerbe. Die Nachfrage nach gesundheits- und pflegerischen Dienstleistungen ist ungebrochen hoch, in den Bereichen Erziehung und Soziales entstehen neue Jobs und auch der Bau boomt wegen der geringen Zinsen. Davon können alle in Sachsen profitieren“, sagt Hansen. „Zusätzlich wirkt auch der Trend zur Teilzeitbeschäftigung – auch er fördert den Beschäftigungszuwachs. Wichtig ist letztendlich nicht nur die Arbeitszeitgestaltung, sondern die Qualität der Arbeit – mit Ihren Rahmenbedingungen wie Lohn, Weiterbildung und Sicherheit.“

    Das IAB schätzt ein, dass die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt etwa auf dem für das Jahr 2019 prognostizierten Niveau verbleiben wird. Damit wären im Jahresdurchschnitt 2020 insgesamt rund 117.400 Frauen und Männer in Sachsen arbeitslos – einhundert weniger als dieses Jahr (minus 0,1 Prozent).

    „Aus heutiger Sicht ist und bleibt der sächsische Arbeitsmarkt robust – selbst gegenüber den internationalen Handelskonflikten zwischen USA und China sowie den Unsicherheiten bezüglich des Brexit. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit wird sich mittelfristig auch weiter fortsetzen. Denn immer öfter sichern sich die Unternehmer ihre Fachkräfte, auch unabhängig von der aktuellen konjunkturellen Lage. Erfreulich ist, dass das Entlassungsrisiko auf dem niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung liegt“, sagte Hansen weiter.

    Auch für die sächsischen Arbeitsagenturbezirke seien die Prognosen weitestgehend positiv – sie folgen dem sächsischen Trend. Die kräftigsten Beschäftigungsanstiege soll es in den Städten Dresden und Leipzig geben. Dort könnten kommendes Jahr jeweils 3.400 zusätzliche Arbeitsplätze, vor allem im Dienstleistungssektor, entstehen. Dazu gehören beispielsweise das Gesundheits- und Sozialwesen und der Bereich Bildung.

    Die kräftigsten Rückgänge der Arbeitslosigkeit werden für Annaberg-Buchholz, Plauen und Freiberg prognostiziert. Auch hier folgen die Auswertungen auf Arbeitsagenturebene dem sächsischen Trend – wobei die Spannbreite der Prognosen innerhalb Sachsens zwischen minus 3,8 Prozent und plus drei Prozent liegt. Das entspräche jahresdurchschnittlichen Rückgängen oder Anstiegen der Arbeitslosigkeit um jeweils wenige hundert Menschen.

    Wobei hier zu betonen ist: Für Annaberg-Buchholz, Plauen und Freiberg prognostiziert das IAB eine gleichbleibende Beschäftigtenzahl. Die Zahl der Arbeitslosen geht hier schlicht deshalb zurück, weil es immer weniger Berufsnachwuchs gibt.

    Zur Qualität der Prognosen teilt die Arbeitsagentur Sachsen mit: Die Prognosen des IAB waren in den vergangenen Jahren sehr genau. Für die Bundesländer lag im Bereich der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung die Abweichung in den vergangenen drei Jahren bei unter einem Prozent und im Bereich der Arbeitslosigkeit bei rund fünf Prozent.

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