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Knapp 30.000 Sächsinnen und Sachsen haben durch Corona ihren Broterwerb verloren

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    Für einige Sachsen wurde dieses Weihnachtsfest ein wirklich belämmertes, denn die Folgen der Coronakrise haben ihre Arbeitsplätze gekostet. Das Landesamt für Statistik veröffentlichte noch vorm Fest die Zahlen für das dritte Quartal 2020. Danach gab es im September rund 2,05 Millionen Erwerbstätige in Sachsen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lag deren Zahl um 1,4 Prozent bzw. knapp 30.000 Personen darunter.

    Deutschlandweit ging die Erwerbstätigenzahl im Vergleichszeitraum ebenso um 1,4 Prozent zurück. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Erwerbstätigkeit führten in allen Ländern im Vergleich mit dem Vorjahresquartal zu Verlusten, so die Statistiker.

    Am stärksten waren diese relativ gesehen im Saarland und in Thüringen. In den fünf neuen Ländern fiel der Rückgang mit -1,6 Prozent etwas größer als in Sachsen aus.

    Die sächsische Entwicklung prägten Rückgänge sowohl bei den Selbstständigen als auch bei den Arbeitnehmern, insbesondere bei der Zahl der marginal Beschäftigten. Bei den Selbstständigen betrifft das vor allem die viel thematisierten Solo-Selbstständigen, die im Lockdown reihenweise ihre Aufträge verloren und sich nun arbeitslos melden mussten. Rund 6.000 können das in ganz Sachsen gewesen sein.

    Aber auch die Industrie wurde von den Corona-Folgen getroffen.

    In Sachsen verzeichnete das Verarbeitende Gewerbe mit -3,2 Prozent oder knapp 12. 000 Personen den höchsten Verlust bei der Zahl der Erwerbstätigen im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr.

    Im Baugewerbe fiel der Rückgang mit einem Minus von einem Prozent deutlich geringer aus. Im Dienstleistungssektor sank die Erwerbstätigenzahl um 1,1 Prozent bzw. reichlich 16.000 Personen. Innerhalb dieses gesamten Sektors verringerte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen, Finanz-und Unternehmensdienstleister (-2,8 Prozent bzw. knapp -10.000 Erwerbstätige) am stärksten, was darauf hindeutet, dass auch diesmal vor allem die Leiharbeiter die ersten waren, die freigesetzt wurden. Denn die Zeitarbeit steckt als Dienstleistung mit in dieser Rubrik.

    Etwas geringer fiel der Rückgang im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation mit -1,6 Prozent oder -8.000 Personen aus. Hier waren ja vor allem die Gastronomiebetriebe betroffen, die im Lockdown alle schließen mussten. Oft war nur noch der Koch da, der die Außerhaus-Belieferungen zubereitete, während gerade im Servicebereich tausende Teilzeittätigkeiten wegfielen.

    Und während das Produzierende Gewerbe seinen Personalabbau vor allem im Frühjahr vorantrieb, zeigte der Dienstleistungsbereich im Herbst schon wieder einen Aufwärtstrend.

    Einzig im Bereich Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit stieg die Erwerbstätigenzahl mit 0,2 Prozent geringfügig an, teilt das Landesamt für Statistik mit.

    Im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei ging die Zahl der Erwerbstätigen weiter um 2,3 Prozent oder reichlich 600 Personen zurück. Was freilich eher weniger mit Corona zu tun hat als mit dem seit Jahren beobachteten Trend zur Computerisierung und Technisierung der Landwirtschaft und dem fortschreitenden Abbau von Arbeitsplätzen, die einmal den Bewohnern der ländlichen Regionen ein Auskommen geboten haben.

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      2 KOMMENTARE

      1. Hat nicht auch das Bestattungswesen gerade gute Konjunktur? Die „räumen die Altenheime aus“, so klagten doch sächsische Bestatter neulich in einer „Zeitung“?
        Die Altenheime bzw deren Betreiber wirds freuen, neue Kundschaft. Gibts da eigentlich auch einen Neuvermietungszuschlag oder beschränkt man sich da auf die meist mal unmoralisch höheren, selten auf die immernoch unmoralisch etwas niedrigeren Investitionspauschalen, bei den man nicht weiß, wo investiert wurde/wird außer in die Taschen der Betreiber-Holdings und der Investoren, respektive Immobilienfonds?
        Kleiner Ausflug am Rande, gleich zum Beginn meines Kommentars.
        Jetzt aber: 30.000 sächsische BürgerInnen neu arbeitslos. Offiziell. Preisfrage 1: wieviele von ihnen haben Anspruch auf ALG1? Frage 2: reicht das ALG1 um den notwendigen Lebensunterhalt im Sinne des SGB2 zu decken?
        Antwort zu 1: ich weiß es nicht, aber ich vermute mal, dass nicht einmal die Hälfte überhaupt einen Anspruch hat, und da rede ich nicht von den Solo-Selbständigen. Gerade in den Service-Bereichen der Gastronomie/Hotellerie arbeiten überwiegend Minijobber oder Teilzeitkräfte mit 20 Stunden/Woche. Wo wir schon bei Frage 2 sind: die meisten der „neuen“ Arbeitslosen werden mit ALG2 aufstocken müssen, weil sie zu wenig ALG1 bekommen, um wohngeldberechtigt zu sein. Denn wer einen gerademal einigermaßen existenzsichernden Lohn knapp überm ALG2-Anspruch erhält, der kann sich seinen schönen ALG1-Anspruch sofort anrechnen lassen auf das ALG2. 67% wenn man einen gesetzlich anerkannten PartnerIn hat und/oder Kind/er, ansonsten 60%. Vom Mindestlohn bleibt da kein existenzsichernder ALG1-Anspruch übrig. Da kann die Politik und die Wirtschaft diese Arbeitnehmer noch so gefeiert haben und als Vorbild für alle faulen und dekadenten „Sozialschmarotzer“ hingestellt haben, schon ab Kurzarbeitergeld wars das mit der angeblichen Auskömmlichkeit.
        Preisfrage 3: Werden all die Corona-Arbeitslosen wieder einen Job finden der a) mindestens gleich bezahlt und b) dem bisherigen mindestens ähnlich ist von der Qualifikation her?
        Die Antworten wage ich kaum zu prognostizieren. Ich gehe von grundsätzlich nur 50% aus, die überhaupt wieder einen Job finden, a) ebenfalls nur 50% und b) auch 50% aus. Also es werden 15.000 Menschen wieder einen Job finden, aber nur die Hälfte davon wird gleich oder mehr verdienen als vorher und ebenfalls die Hälfte wird in gleichbleibender oder besserer Position arbeiten können dürfen.
        Wenn also demnächst eine Frau Dr. Sowieso oder ein Herr Dr. Ebenso vom freundlichen Callcenter anruft und die neuesten Stromtarife anpreist, dann wissen wir: ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft ist am Telefon, das seine Chancen auf die Millionen zwar nicht als Kunsthistoriker, Theaterwissenschaftler, Schauspieler, Designer, Bildhauer, Maler oder Musiker oder Literaturwissenschaftler, aber doch immer noch nützlich im Callcenter wahrnimmt. Oder als Paketbote bei Amazon, oder bei dhl im Frachtzentrum oder im Paketauto. Egal wie, Hauptsache Arbeit, egal wie bezahlt, egal ob Altersvorsorge möglich ist davon (nein, ist sie nicht). Hauptsache man darf sich wieder gebraucht fühlen, ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft, nur ja nicht zum Abschaum gehören, nicht sich schuldig fühlen müssen an der Arbeitslosigkeit. Und man kann sich dann so schön selbst auf die Schulter klopfen und bauchpinseln, dass man ja Arbeit hat. So als diplomierte/r oder gar promovierte/r LeistungsträgerIn im Paketauto und anderswo aber vorwiegend prekär. Schöne Aussichten. Der Wirtschaft, zumindest der überwiegend börsennotierten Wirtschaft, kam Corona wohl gerade recht zu Zwecken der Gewinnmaximierung. Ganz ohne Verschwörung. Und nicht theoretisch, sondern durchaus praxisnah.

      2. Da kommt der zweite Lockdown noch dazu, wird wohl noch etliche mehr betreffen. Für 2021 kann man nur hoffen, daß sich der Lockdown bloß bis Ostern oder kürzer hinzieht. Ansonsten wird es ungemütlich.

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