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Alles wird teurer. Das stimmt auch. Inflation gehört zu unserem Leben. Die Frage ist nur: Wo steckt eigentlich der Treiber für die steigenden Preise? Und welcher Treiber sorgt besonders für heftige Ausschläge? Das deutet auch die jüngste Veröffentlichung des Statistischen Landesamtes nur an, die die sächsische Jahresteuerungsrate für den August 2026 vermeldet, die voraussichtlich einen Wert von 2,9 Prozent erreicht. Dabei wiesen die Hauptgruppen Verkehr (9,1 Prozent), Gesundheit (5,1 Prozent), Bildungswesen (4,9 Prozent) sowie „Andere Waren und Dienstleistungen“ (4,6 Prozent) innerhalb der Jahresfrist die stärksten Steigerungen auf.
Aber was sagt uns die Jahresfrist? Auch wenn hier schon der Haupttreiber sichtbar wird: „Deutliche Preiserhöhungen im Bereich Verkehr gab es bei Kraftstoffen (27,9 Prozent), der Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (6,9 Prozent) und der Personenbeförderung im Luft- (8,1 Prozent) bzw. Straßenverkehr (5,2 Prozent).“
Dass Kraftstoffe in so kurzer Zeit so deutlich teurer wurden, hat natürlich mit dem völlig verpeilten Krieg der Trump-Regierung gegen den Iran und der Sperrung der Straße von Hormus zu tun. Aber die Statistik liefert auch noch einen anderen Vergleich, nämlich den mit dem Jahr 2020, der erst richtig zeigt, wie teuer gerade fossile Brennstoffe in diesem Zeitraum geworden sind – besonders durch den von Putin entfesselten Krieg gegen die Ukraine. Und das betrifft nicht nur Kraftstoffe.
Benzin ist in diesem Zeitraum sogar um 67 Prozent teurer geworden, Dieselkraftstoff sogar um fast 95 Prozent. Und das ist eine durchaus wichtige Nachricht. Denn da fast der komplette Transport auf deutschen Straßen – egal, ob mit Industriegütern, Rohstoffen oder Nahrungsmitteln für die Supermärkte – mit Dieselfahrzeugen abgewickelt wird, schlagen die enormen Preissteigerungen bei den Kraftstoffen genau hier auch auf alle Preise durch – egal, ob die Fertigprodukte, Obst oder Teigwaren im Supermarkt oder die Produkte und Ersatzteile für die Industrie.
Kein Posten im Verbraucherpreisindex zeigt deutlicher, wie die permanente Verteuerung von fossilen Brennstoffen dafür sorgt, dass das Leben für alle Bewohner des Freistaats immer teurer wird.
Weltpolitik an der Tanksäule
Ein echter Lichtblick ist hingegen der ÖPNV, wie die Landesstatistiker fast beiläufig feststellen: „Die für diesen Monat typischen jährlichen Tarifanpassungen im öffentlichen Personennahverkehr spiegelten sich im Teilindex ‚Kombinierte Personenbeförderung‘ (1,9 Prozent) wider.“ Hier sorgt vor allem das Deutschlandticket für eine Bremsung der Preisentwicklung und dafür, dass Mobilität für viele Sachsen bezahlbar bleibt.
So erleben die Sachsen freilich nicht nur an der Tanksäule, wie die Weltpolitik direkt über die Brennstoffe auf den Geldbeutel durchschlägt. Das betrifft nicht nur die Kraftstoffe, sondern auch Gas und Heizöl, ohne die die Wohnungen der Sachsen größtenteils kalt bleiben. Gas verteuerte sich seit 2020 genauso wie Heizöl um über 91 Prozent.
Das dürfte jeden Gebäudeeigentümer zum Nachdenken bringen, ob er sich die Gas- oder die Ölheizung noch lange leisten kann. Mal von den Narreteien der aktuellen Bundespolitik abgesehen, die den Ausbau Erneuerbarer Energien mit allen Mitteln auszubremsen versucht.
Und da auch Fernwärme vor allem mit Erdgas und Kohle erzeugt wird, schlagen diese Entwicklungen auch auf den Fernwärmepreis durch, der sich seit 2020 um 88 Prozent erhöht hat.
Es gibt sogar einen Brennstoff, der noch viel stärkere Teuerung erfuhr: Das ist der Posten „feste Brennstoffe“, zu dem vor allem Kohle und Holz gehören. Dieser Posten hat sich seit 2020 verdoppelt, ist also auch keine Alternative für all die Narren, die immernoch glauben, mit fossiler Energie käme man preiswert über die Runden.
Erneuerbare dämpfen die Strompreisentwicklung
Da hilft auch der Vergleich mit einem anderen Haushaltsposten – dem Strom. Denn der hat sich seit 2020 um nur knapp 21 Prozent verteuert. Und das hat er auch nur getan, weil nach wie vor „schnell hochregelbare“ Gaskraftwerke zu einem erheblichen Teil die Höhe des deutschen Strompreises bestimmen.
Während der Strom aus Erneuerbaren Anlagen eigentlich sogar ein Absinken des Strompreises zur Folge haben müsste. Ohne den Strom aus Windkraft und Solar wäre der Strompreis logischerweise auch in die Höhen der Preissteigerungen für Gas und Kohle gestiegen.
So zeigt eine simple Inflationsrechnung, wie teuer das Festhalten an fossilen Brennstoffen das Leben in Deutschland tatsächlich macht. Und wie unsinnig eine Politik ist, die den Ausbau erneuerbarer Energiegewinnung bremst und verhindert.
Und noch etwas zeigt die Statistik, denn trotz einer rückwärtsgewandten Energiepolitik in Berlin tragen die Erneuerbaren sogar dazu bei, dass der Strompreis sogar sinkt: „Während Heizöl, einschließlich Betriebskosten, um 29,6 Prozent teurer als im Vorjahresmonat war, sanken die Preise für Strom im Durchschnitt um 6,3 Prozent.“
Die anderen Posten aus dem Verbraucherindex erzählen dann logischerweise davon, wie die gestiegenen Energiekosten dann auf die täglichen Verbraucherpreise durchschlagen. Nahrungsmittel verteuerten sich seit 2020 um über 37 Prozent, Wohnen verteuerte sich um über 20 Prozent (wobei die Heizkosten deutlich stärker stiegen als die Kaltmieten, die sich um knapp 11 Prozent erhöhten).
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