Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Leipzig im September 2026 gesunken, meldet die Arbeitsagentur Leipzig zum Monatsende. 32.816 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 456 Personen weniger (–1 Prozent) als im August, aber trotzdem 2.592 Personen bzw. 9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 9,2 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,6 Prozent.

„Im September sehen wir die für den Herbst typische Belebung am Leipziger Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat zurückgegangen und wieder mehr Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beenden. Gleichzeitig bleibt die Lage angespannt: Die Zahl der arbeitslosen Menschen liegt weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau und auch die Beschäftigung entwickelt sich schwächer als vor einem Jahr. Positiv ist, dass uns die Unternehmen im September wieder deutlich mehr neue Arbeitsstellen gemeldet haben“, kommentiert Robert Engelke, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Leipzig, die Entwicklung.

„Das zeigt, dass trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin Personal gesucht wird und Chancen auf Beschäftigung bestehen.Entscheidend bleibt, diese Chancen durch passgenaue Vermittlung und, wo erforderlich, durch Qualifizierung zu nutzen.“

Der Jobabbau trifft die Branchen völlig unterschiedlich

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 1.310 Stellen wurden im September neu gemeldet (243 mehr als im Vormonat und 162 mehr als vor einem Jahr).

Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe, Verarbeitendes Gewerbe, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz. Aktuell befanden sich damit 5.131 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Der genauere Blick auf die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse (mit aktuellstem Stand März 2026)  zeigt dann aber trotzdem, wie die stark gestiegenen Energiekosten auf verschiedene Leipziger Branchen besonders stark durchschlagen.

Gerade diese Zahl zeigt, wie der vor einem Jahr ins Amt gekommene Bundeskanzler Friedrich Merz wirtschaftspolitisch versagt hat. Denn genau in dieser Zeit wurden in Leipzig über 5.000 Vollzeitarbeitsplätze abgebaut, sank die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse von 299.019 im März 2025 auf 294.540 im März 2026. Ein Minus von 4.479 Beschäftigungsverhältnissen.

Entwicklung der Beschäftigung in den verschiedenen Leipziger Wirtschaftsbereichen von März 2025 bis März 2026. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig
Entwicklung der Beschäftigung in den verschiedenen Leipziger Wirtschaftsbereichen von März 2025 bis März 2026. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Wobei die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze sogar noch stärker sank – um 5.109 Arbeitsplätze. Im Gegenzug nahm die Zahl der Teilzeitarbeitsplätze sogar um 603 zu. Nur hat das eben nichts mit der von Bundeskanzler Friedrich Merz behaupteten „Faulheit“ der Deutschen zu tun, sondern damit, dass die Arbeitgeber versuchen, ihre Lohnkosten in schwierigen Zeiten auch dadurch zu drücken, dass sie lieber Teilzeitjobs anbieten als Vollzeitstellen.

Und auch die Branchen, die besonders heftig Personal abgebaut haben, sind deutlich verifizierbar. Allen voran die Zeitarbeitsbranche, die allein 2.742 Jobs abgebaut hat, weil sie die Leute einfach nicht mehr in Unternehmen vermitteln konnte. Es traf also zuallererst jene Arbeitnehmer, die ohnehin schon prekär beschäftigt waren und als Leiharbeiter als erste zu spüren bekamen, dass das ausleihende Unternehmen weniger Aufträge hatte.

1.208 Jobs fielen im Cluster Information und Kommunikation weg – wo auch die ganzen Leipziger Callcenter drinstecken. Die Industrie, das verarbeitende Gewerbe und dessen Dienstleister büßten zusammen ebenfalls über 2.400 Vollzeitstellen ein.

Während das Gesundheitswesen in Leipzig 939 neue Arbeitsstellen schuf und auch in der Logistik, in Heimen und im Sozialwesen und im Gastgewerbe neue Arbeitsplätze entstanden. Aber eben oft in Teilzeit.

Und so überrascht es auch nicht, dass der Löwenanteil der 4.479 verlorenen Arbeitsplätze auf Männer entfiel – 3.068 insgesamt gegenüber 1.410 Arbeitsplätzen von Frauen.

Der Leipziger Arbeitsmarkt im September in Zahlen

Arbeitsmarkt in Leipzig im September 2026: Arbeitslosenquote 9,2 Prozent, 32.816 Arbeitslose und damit 456 weniger als im August. 5.131 freie Arbeitsstellen sind gemeldet, davon 1.310 neu im September. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beträgt 294.540 (Stand März 2026).

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 7.307 Personen arbeitslos. Davon kamen 3.111 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 7.807 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 3.042 eine Erwerbstätigkeit auf.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 13.369 Personen (209 Personen weniger als im Vormonat, aber 1.173 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 19.447 Arbeitslose registriert (247 Personen weniger als im Vormonat, aber 1.419 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 59 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich um 667 (entspricht –2 Prozent) auf insgesamt 30.162.

Hierbei wurden im Berichtsmonat insgesamt 37.970 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut, das waren 773 Personen weniger (–2 Prozent) als vor einem Jahr.

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