Der demografische Rutsch in Sachsen macht sich inzwischen auch in der Beschäftigungsstatistik bemerkbar. Während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten mit deutscher Staatsbürgerschaft abzuschmelzen beginnt, weil die nachrückenden Geburtenjahrgänge halbiert sind, wächst der Anteil der ausländischen Beschäftigten. Und das ist nur die Zahl der in Vollzeit Beschäftigten. In einer Statistik mit prekären Beschäftigungen wäre das Verhältnis noch deutlicher sichtbar.

1.627.111 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hatten Ende Dezember 2025 ihren Arbeitsplatz im Freistaat Sachsen, meldet das Statistische Landesamt. Das waren 17.015 Beschäftigte bzw. 1,0 Prozent weniger als am Jahresende 2024. Darin stecken nicht nur die wachsende Arbeitslosigkeit, sondern auch der zunehmende Abgang älterer Beschäftigter in den Ruhestand.

Von diesen Vollzeitbeschäftigten verfügten 153.638 Personen oder 9,4 Prozent über eine ausländische Staatsangehörigkeit. Also inzwischen fast jeder Zehnte. Die Zahl der ausländischen Beschäftigten stieg im Vergleich zum Vorjahr sogar um 7.644 Personen bzw. 5,2 Prozent. Ihre Zahl wächst also, auch weil in etlichen Branchen die Arbeitsplätze eben nicht mehr mit Anwärtern mit deutscher Staatsangehörigkeit besetzt werden können.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftige mit Arbeitsort im Freistaat Sachsenam 31. Dezember 2010 bis 2025 nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt
Sozialversicherungspflichtig Beschäftige mit Arbeitsort im Freistaat Sachsen am 31. Dezember 2010 bis 2025 nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Und so wird auch das Statistische Landesamt deutlich, wenn es den nun unübersehbaren Trend beschreibt: „Ein Vergleich mit dem Jahresende 2020 zeigt insgesamt eine fast unveränderte Beschäftigtenzahl (−0,1 Prozent). Jedoch nahm die Zahl der deutschen Beschäftigten um 3,8 Prozent ab (−22.632 Männer und −36.207 Frauen).

Deutlich erhöht hat sich hingegen mit fast +60 Prozent die Zahl der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit (+31.457 Männer und +25.628 Frauen). Bei den Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit betrug der Anteil der Männer etwas über 51 Prozent. Von den Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit waren reichlich 62 Prozent Männer.“

Große regionale Unterschiede

Und die Statistik macht auch deutlich, welche Rolle Leipzig dabei spielt. Denn regional hatten die meisten ausländischen Beschäftigten Ende 2025 ihren Arbeitsplatz in der Stadt Leipzig (21.748 Männer und 12.870 Frauen). Bei 297.141 Vollzeit-Beschäftigten in der Messestadt lag der Anteil ausländischer Arbeitnehmer hier inzwischen bei 11,6 Prozent. Und damit war Leipzig nicht einmal Spitzenreiter in Sachsen.

Auf Ebene der sächsischen Kreise war mit 13,3 Prozent der Anteil der ausländischen Beschäftigten in Görlitz am höchsten. Im Gegensatz dazu lag dieser Anteil im Erzgebirgskreis bei 6,2 Prozent. Auf der Gemeindeebene ging dieser Anteil aktuell bis zu knapp 50 Prozent (Mockrehna in Nordsachsen, fast 44 Prozent Ellefeld im Vogtlandkreis). In 40 kreisangehörigen Städten und Gemeinden war Ende Dezember 2025 der Anteil der ausländischen Beschäftigten an allen Beschäftigten größer als 15 Prozent.

Nach Branchen betrachtet arbeiteten die ausländischen Beschäftigten insbesondere in den „sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“. Außerdem waren sie vor allem in den Bereichen Verkehr und Lagerei, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Gastgewerbe tätig. Innerhalb des Produzierenden Gewerbes waren die Einsatzschwerpunkte das Baugewerbe, die Metallbranche sowie die Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken.

Alles Branchen, ohne die das Wirtschaftsleben in Sachsen genauso wenig funktionieren würde wie die Gesundheitsversorgung. Oder so formuliert: Ohne permanente Zuwanderung aus dem Ausland kann auch der Freistaat Sachsen seinen Arbeitskräftebedarf nicht mehr decken. Und zwar nicht nur in den Großstädten, sondern auch und gerade in vielen Kommunen in den ländlichen Bereichen.

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