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Der Monat ist rum. Aber so richtig tut sich vorerst nicht viel am Leipziger Arbeitsmarkt, auch wenn die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Leipzig im Oktober 2026 leicht gesunken ist. 32.470 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 346 Personen weniger (-1 Prozent) als im September, aber 2.313 Personen bzw. 8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 9,1 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,6 Prozent, meldet die Arbeitsagentur Leipzig.

Im Oktober ist die Arbeitslosigkeit in Leipzig leicht zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 9,1 Prozent und stellt in der absoluten Höhe keine Entwarnung dar. Und noch etwas wird inzwischen deutlicher sichtbar: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geht weiter zurück und auch die Langzeitarbeitslosigkeit nimmt im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Gleichzeitig suchen Unternehmen weiterhin Personal, wenn auch zuletzt etwas weniger als im September.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Leipzig seit 2024. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig
Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Leipzig seit 2024. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Aber eben deutlich weniger als noch vor zwei Jahren. Selbst die Zeitleiste der registrierten Arbeitslosigkeit zeigt, wie die Hoffnung, dass es nun 2026 endlich wieder los geht mit der Wirtschaftsentwicklung, schon im Frühjahr wieder enttäuscht wurde. Nicht ganz zufällig.

Denn da schlugen die Folgen des von Donald Trump ausgelösten Iran-Krieges über die Energiepreise voll zu, sorgten im Geldbeutel der Beschäftigten für rapide Inflation und in den Betrieben für berechtigte Sorgen, dass der Laden sich bald nicht mehr rechnet. Da zögern immer mehr Unternehmen bei Neueinstellungen oder ziehen ihre Stellenanzeigen bei der Arbeitsagentur lieber zurück.

Und verstärken damit den Trend, der nun seit Jahren anhält. Die Arbeitsagentur betont zwar, dass noch immer Unternehmen Arbeitskräfte suchen. Aber von einst knapp 10.000 offenen Stellen sank diese Zahl auf 5.189 im Oktober. Die monatlichen Zugänge an freien Stellen halten sich mit den Abgängen die Waage.

Entwicklung der gemeldeten Arbeitsstellen in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig
Entwicklung der gemeldeten Arbeitsstellen in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Und was heißt das für den Bestand an Arbeitslosen? Warum sinken dann die Zahlen? Jedenfalls sinken sie nicht, weil die Menschen wieder in großer Zahl in eine gut bezahlte Vollzeitstelle wechseln. Das Absinken der Arbeitslosenzahl hat vor allem einen ganz simplen Grund, der im Amtsdeutsch „Nichterwerbstätigkeit“ heißt. Also Rente und Ruhestand in den meisten Fällen. Während unter der Rubrik „Zugang“ die Zahlen gering bleiben: Junge Leute finden immer schwerer einen Einstieg ins Berufsleben.

Und so standen 2.125 vor allem jungen Leuten, die aus Nichterwerbstätigkeit in die Betreuung des Jobcenters kamen, 2.335 vor allem ältere Menschen gegenüber, die aus dieser freundlichen Betreuung in die Nichterwerbstätigkeit wechselten. Die Differenz – das kann ja jeder selbst nachrechnen – macht einen Löwenanteil beim gemessenen Rückgang der Arbeitslosigkeit aus. Das heißt: Hinter den Meldungen zur Arbeitslosigkeit schrumpft die Leipziger Erwerbstätigkeit seit gut zwei Jahren, obwohl die Stadt wächst.

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsagentur Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig
Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsagentur Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

„Umso wichtiger ist es, Menschen durch gezielte Qualifizierung neue berufliche Perspektiven zu eröffnen und Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Beschäftigten für veränderte Anforderungen fit zu machen. Denn Qualifizierung ist nicht nur ein Schlüssel für den beruflichen Wiedereinstieg, sondern auch für die langfristige Sicherung von Beschäftigung“, sagt Steffen Leonhardi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig.

Verfehlte Wirtschaftspolitik

Das klingt wie Rufen im Walde, weil sich die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft nicht ändern. Auch die Leipziger zahlen – an mehreren Stellen zugleich – den Preis für die Kriege, die Leute wie Donald Trump und Wladimir Putin angezettelt haben. Die Profite der nach wie vor hohen Energiepreise streichen vor allem die Ölkonzerne ein. Die Forderungen nach einer „Übergewinnsteuer“ verhallen ungehört.

Und dazu kommt: Die Bundesregierung versucht, das Land mit völlig unwirksamen Rezepten des Kürzens und Schrumpfens wieder flott zu machen. Rezepten, die am Ende die Problemlast für die Beschäftigten, die Unternehmen und die Arbeitsuchenden noch erhöhen. Denn sie sorgen dafür, dass noch weniger Geld in die Kreisläufe fließt, die die deutsche Wirtschaft am Laufen halten. Dass letztlich noch weniger investiert wird und die öffentliche Hand als Konjunkturmotor ausfällt.

Da ist dann die nicht wirklich schrumpfende Arbeitslosigkeit nur ein Indikator für eine völlig aus dem Gleis geratene Wirtschafts- und Finanzpolitik im Land.

Der Leipziger Arbeitsmarkt in Zahlen

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 6.897 Personen arbeitslos. Davon kamen 2.757 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 7.265 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 2.713 eine Erwerbstätigkeit auf.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 13.144 Personen (225 Personen weniger als im Vormonat, aber 1.124 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 19.326 Arbeitslose registriert (121 Personen weniger als im Vormonat, aber 1.189 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 60 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich um 859 (entspricht -3 Prozent) auf insgesamt 29.654.

Hierbei wurden im Berichtsmonat insgesamt 37.208 erwerbsfähige Grundsicherungsgeldberechtigte betreut, das waren 1.110 Personen weniger (-3 Prozent) als vor einem Jahr.

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 1.130 Stellen wurden im Oktober neu gemeldet (180 weniger als im Vormonat, aber 30 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Baugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verarbeitendes Gewerbe. Aktuell befanden sich damit 5.189 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

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