Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ kritisiert deutlich die Kampagne gegen die für den 31. Oktober geplanten GenZ-Proteste und warnt vor Kriminalisierung berechtigter Kritik. Dazu erklärt Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk: „Wir sind solidarisch mit den angekündigten Gen‑Z‑Protesten. Während jungen Menschen eine Zukunft voller Unsicherheiten hinterlassen wird, erleben wir eine beispiellose Kampagne gegen ihren Protest, der dadurch schon im Vorfeld kriminalisiert wird. Wenn das Versprechen einer besseren Zukunft gebrochen wird, ist Wut nicht nur verständlich, sondern absolut legitim.“

Es ist längst höchste Zeit, darüber nachzudenken, was in unserer Gesellschaft seit Jahren falsch läuft und warum die jungen Menschen längst das Gefühl haben, mit ihren Bedürfnissen und Problemen nicht mehr gehört und wahrgenommen zu werden.

Irena Rudolph-Kokot: „Junge Menschen erleben, wie ihre Bedürfnisse ignoriert und ihre Gestaltungsmöglichkeiten für morgen beschnitten werden. Während Milliarden für Aufrüstung mobilisiert werden, fehlt angeblich das Geld für Bildung, bezahlbaren Wohnraum und soziale Sicherheit. Wer diese Zustände kritisiert, muss dafür weder um Erlaubnis bitten noch sich rechtfertigen.“

Hannah Lilly Lehmann, Vorsitzende der Jusos Leipzig, stellt klar: „Besonders alarmierend ist, dass der Jugendprotest bereits im Vorfeld pauschal zum Sicherheitsproblem erklärt wird. Die CDU konstruiert absurde Bedrohungsszenarien. Dem bieten BSW und AfD im Leipziger Stadtrat eine Bühne, indem sie der Eilanfrage der CDU zustimmen. Dass Grüne und SPD hier mitmachen, ist zumindest fahrlässig und hinterlässt den Eindruck eines tiefen Misstrauens gegenüber jungen Menschen und der Leipziger Zivilgesellschaft insgesamt.“

Daniel Büchner von den Eltern gegen Polizeigewalt ergänzt: „Wir kritisieren diese politische Stimmungsmache entschieden. Statt einer ehrlichen Auseinandersetzung mit den Gründen für den Protest erleben wir den Versuch, ihn zu diskreditieren. Die Erfahrungen mit unverhältnismäßigem Vorgehen von Sicherheitsbehörden gegen junge Protestierende kennen wir schon aus der Vergangenheit. Sie zeigen, wie schnell eine solche Stimmung in konkrete Repression umschlagen kann. Das Recht, sich zu Protesten zu versammeln, ist kein Privileg, das von der Zustimmung politischer Parteien abhängt. Es ist ein demokratisches Grundrecht – gerade dann, wenn Kritik unbequem ist.“

„Wir stehen solidarisch an der Seite der protestierenden Jugend. Nicht junge Menschen, die für ihre Zukunft auf die Straße gehen, sind das Problem, sondern Verhältnisse, die soziale Sicherheit infrage stellen, Aufrüstung über gesellschaftliche Bedürfnisse stellen und Widerstand kriminalisieren. Nicht der Protest bedroht unsere Zukunft, sondern ein Krisenkapitalismus, der Profite über Menschen stellt und berechtigte Wut mit Ausgrenzung beantwortet“, so Katrin Saborowski von den Omas* gegen Rechts Leipzig abschließend.

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