Jahrelang sahen sie wie ein vertrautes Pärchen aus: Links „Pussy Galore“, rechts „Weikert Studio“. Der Südplatz schien so ein kleiner feiner Ort fürs Einkaufen und schicke Ankleiden zu werden. Doch der Südplatz hat ein massives Gestaltungsproblem. Er hätte längst zu deutlich verbesserter Aufenthaltsqualität umgebaut werden müssen. In der Liste des Leipziger Stadtplatzprogramms steht er ganz oben.

2024 gab es auch eine Bürgerbeteiligung. Aber die Umgestaltung des Platzes bleibt Zukunftsmusik. Stephan Weikert hat jetzt die Reißleine gezogen und ist mit seinem Studio in die City gewechselt.

„Als eine der ersten Teilumbaumaßnahmen des Stadtplatzprogramms wird die Straße am Südplatz zu einem einladenden Treffpunkt im Herzen der Südvorstadt umgestaltet“, malt die Stadtplanung ein durchaus zuversichtliches Bild für die Zukunft des Südplatzes.

„Direkt an der pulsierenden Magistrale der Karl-Liebknecht-Straße wird eine Fläche entstehen, die zusätzliche Angebote für Aufenthalt, Entspannung und Begegnung ermöglicht. Gegenüber der Haltestelle Südplatz gelegen, soll der Straßenraum als Treffpunkt dienen und dank ergänzender Begrünung eine möglichst hohe Aufenthaltsqualität für alle Generationen bieten.“

Nur: Das wird noch Jahre dauern, bis hier wirklich mal ein wahrnehmbarer Platz mit Aufenthaltsqualität entsteht, der auch zum Flanieren zu den Geschäften einlädt.

Laut und grau

Das Fazit der Bürgerbeteiligung war deutlich: „Das Ergebnis der beiden Beteiligungen zeigt, dass der Platz im aktuellen Zustand als belebt, aber auch als laut und grau wahrgenommen wird. Für die Zukunft wünschen sich die meisten Bürgerinnen und Bürger, dass der Platz durch mehr Bepflanzung grüner und attraktiver gestaltet wird. Zudem ist es den meisten Personen wichtig, dass man sich in einem angenehmen Umfeld aufhalten kann und ausreichend Sitzmöglichkeiten vorhanden sind.

Der Platz soll weiterhin gut als Durchgang für Fußgänger und Radfahrer nutzbar bleiben und darüber hinaus Begegnungen fördern. Es wurde auch der Wunsch geäußert, dass der Platz sauber und ruhig sein muss. Besonders im Rahmen der digitalen Beteiligung zeigt sich ein deutliches Bedürfnis nach mehr Grünflächen und einer Gestaltung, die zum Verweilen einlädt.“

Wechsel in die Katharinenstraße

Nur hilft das den aktuellen Händlern am Platz überhaupt nicht. Fehlende Aufenthaltsqualität bedeutet nun einmal auch ausbleibende Kundschaft. Auch und gerade für ein so anspruchsvolles Angebot, wie es Stephan Weikert in seinem Studio bot. Einige temporäre Baustellen an der Karl-Liebknecht-Straße machten ihm das Leben auch noch extra schwer.

Er machte die Erfahrung vieler Selbstständiger in Leipzig: Jedes Geschäftsjahr wurde zu einem Kraftakt. Aber auf bessere Zeiten am Südplatz wollte er nicht warten, sondern hat sich in der Innenstadt ein neues Ladenlokal gesucht, an durchhaus guter Adresse: im Erdgeschoss des Fregehauses in der Katharinenstraße 11.

Am Freitag, dem 30. Oktober, lädt er jetzt zur Eröffnungsfeier in das neue Geschäft in der Katharinenstraße 11 ein. Die Leipziger sollen ja wissen, dass er jetzt hier zu finden ist und auch diese Adresse zu einem „Ort für ausgewählte Bekleidung, besondere Düfte, regionale Schneider, unabhängige Designer und echtes Kunsthandwerk“ machen möchte.

„Wir legen Wert auf persönlichen Service, hochwertige Materialien und Produkte mit Charakter“, betont er. „Von exklusiver Parfümkunst über Schmuck bis hin zu besonderen Manufakturstücken gibt es vieles zu entdecken.“

Einladungsplakat für das neue Weikert Studio in der Katharinenstraße. Grafik: Stephan Weikert
Einladungsplakat für das neue Weikert Studio in der Katharinenstraße. Grafik: Stephan Weikert

Zur Eröffnung hat Stephan Weikert außerdem die Designer von Rowac, den Künstler und Schmuckdesigner Sebastian Gögel und Franz von Stauffenberg mit einem Spirituosen-Tasting eingeladen.

Die Eröffnung am neuen Standort Katharinenstraße 11 kann man am Freitag, 30. Oktober, von 11:00 bis 20:00 Uhr miterleben.

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