Ein Prozess, der als Kapitel für einen ganz eigenen Comicband taugen würde: War der Leipziger Vater von Fix und Foxi ein Schlapphut? Auf der Autobahn fährt es sich ab heute (kurz) flüssiger, am Auensee wird es richtig laut – und ein Informationsabend klärt darüber auf, wann Protest seine strafrechtlichen Grenzen erfährt. Und wo sie in der Vergangenheit falsch gezogen wurden.
Fix und Foxi in Leipzig vor Gericht
Wie gefährlich sind „Fix und Foxi“ für die Sicherheit unseres Landes? War ihr Erfinder Geheimdiensthelfer? Seit Jahren versucht eine deutsche Boulevardzeitung, Licht in die möglichen Verbindungen zwischen Comic-Legende Rolf Kauka und dem Bundesnachrichtendienst (BND) zu bringen. Heute nun beschäftigt der Streit das hiesige Bundesverwaltungsgericht.
Im Verfahren mit dem Aktenzeichen BVerwG 10 A 4.25 klagt BILD gegen den BND. Der Geheimdienst weigert sich nach Angaben der Zeitung seit acht Jahren, Fragen über eine mögliche Zusammenarbeit mit dem 2000 verstorbenen Comic-Verleger zu beantworten. Dabei geht es um weit mehr als die Abenteuer von „Fix und Foxi“ und ihrem tollpatschigen Gegenspieler Lupo.
Wie Investigativjournalist Hans-Wilhelm Saure berichtet, lagern beim BND rund 1800 Seiten über Kauka und seinen Münchner Verlag. Doch die Unterlagen bleiben unter Verschluss. Das Kanzleramt ließ die Papiere sperren und begründet die Geheimhaltung mit möglichen Gefahren für das Wohl und die Sicherheit Deutschlands. Selbst Jahrzehnte alte Informationen könnten nach Auffassung der Behörden noch heute Rückschlüsse auf geheimdienstliche Arbeitsweisen ermöglichen.
Kauka war mit dem früheren BND-Präsidenten Gerhard Wessel befreundet. Beide kannten sich bereits aus Wehrmachtszeiten. Nach Recherchen der Zeitung wollte Kauka auf seinem italienischen Ferienhaus eine Relaisstation für den Geheimdienst errichten lassen. Das Vorhaben scheiterte demnach an örtlichen Protesten. Noch brisanter: Kauka soll als sogenannter „Beschaffungshelfer“ des BND tätig gewesen sein. Sein Verlag könnte laut BILD zudem als Tarnung für geheime Operationen und Agenten gedient haben. Bewiesen sind diese Vermutungen bislang nicht.
Vor dem Bundesverwaltungsgericht geht es heute allerdings nicht um die Freigabe der gesamten Akten, sondern darum, ob der BND fünf einzelne Fragen der klagenden Zeitung BILD beantworten muss. Ein gesondertes Verfahren auf Akteneinsicht hatte BILD bereits 2025 verloren. Dagegen ist nach Angaben des Blattes eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig.
Ob die Geheimnisse um den Vater von „Fix und Foxi“ weiter unter Verschluss bleiben oder der BND zumindest einige Antworten liefern muss, liegt heute in den Händen der Leipziger Bundesrichter.
Rolf Kauka wurde am 9. April 1917 in Markranstädt bei Leipzig geboren. Der spätere Schöpfer der berühmten Comicfiguren absolvierte eine Ausbildung zum Drogeriegehilfen und schlug in den 1930er-Jahren eine künstlerische Laufbahn ein. Bereits 1937 erschienen in den „Leipziger Neuesten Nachrichten“ erste Zeichnungen von ihm, die er mit „Rudo Kauka“ signierte. Aus dem jungen Zeichner wurde später einer der erfolgreichsten deutschen Comic-Verleger, dessen Figuren Millionen Leser begeisterten.
Ciao Stau – bis gleich!
Seit Montag sorgt eine Baustelle auf der Autobahn 14 in Richtung Dresden für Verkehrsbehinderungen. Zwischen den Anschlussstellen Grimma und Mutzschen ist der linke Fahrstreifen wegen Bauarbeiten zeitweise gesperrt, was vor allem im Berufs- und Lieferverkehr zu Staus führt. Damit soll nach Angaben der Autobahnpolizei heute Schluss sein.
Während die Arbeiten von Montag bis Mittwoch jeweils zwischen 8 und 18 Uhr angesetzt waren, ist die letzte Sperrung für heute von 8 bis 15 Uhr vorgesehen. Das geht aus den amtlichen Verkehrswarnmeldungen hervor. Eine vollständige Sperrung der A14 konnte vermieden werden, das Aufatmen für Nutzer dieser Strecke dürfte allerdings von kurzer Dauer sein.
Bereits in der kommenden Woche sind zwischen Grimma und Mutzschen in Richtung Dresden erneut Bauarbeiten vorgesehen. Von Dienstag bis Freitag, 6. November, sollen an einer Brücke Bohrarbeiten stattfinden. Geplant sind Tagesbaustellen von 8 bis 18 Uhr sowie Nachtarbeiten von 18 bis 8 Uhr. Am Freitag nächster Woche sollen die Arbeiten um 13 Uhr enden.
Auch im westlichen Leipziger Raum wird gebaut: Zwischen dem Schkeuditzer Kreuz und der Anschlussstelle Schkeuditz sind am Dienstag, 3. November, von 7:30 bis 16 Uhr Arbeiten in Richtung Leipzig angekündigt.
Am Mittwoch, 4. November, folgen zur gleichen Zeit Arbeiten in der Gegenrichtung. Zudem soll vom 2. bis 12. November am Rastplatz Muldental Nord in Richtung Dresden täglich zwischen 6 und 18 Uhr eine Entwässerungsrinne im Bereich der Lkw-Stellplätze instandgesetzt werden. Aber das betrifft ja dann wiederum nur diejenigen, die gerade NICHT fahren.
Protest und Paragraphen
Mit möglichen strafrechtlichen Folgen politischer Demonstrationen beschäftigt sich heute eine Veranstaltung in der „Meuterei“ (Zollschuppenstraße 1). Unter dem Titel „Demonstrationsstrafrecht – Landfriedensbruch“ erläutert der Leipziger Rechtsanwalt Daniel Werner die juristischen Voraussetzungen des Straftatbestands nach § 125 des Strafgesetzbuches und dessen Anwendung bei Protestveranstaltungen.
Der Vortrag mit anschließendem Gespräch beginnt um 19 Uhr. Anhand der Ereignisse rund um die sogenannte Tag-X-Demonstration am 3. Juni 2023 in Leipzig soll erläutert werden, unter welchen Voraussetzungen Teilnehmende einer Versammlung wegen Landfriedensbruchs strafrechtlich verfolgt werden können. Werner wird dabei auch auf mögliche Verteidigungsstrategien und die juristische Aufarbeitung der damaligen Auseinandersetzungen eingehen.
Im Zusammenhang mit den damaligen Ereignissen wurden ungefähr 1.300 Ermittlungsverfahren geführt. Übereinstimmenden Berichten zufolge betrug die Einstellungsquote etwa 70 Prozent.
Hart aber herzlich
Für alle, denen das anrollende Schmuddelwetter noch nicht düster genug ist, bietet das Haus Auensee heute Abend einen Zufluchtsort: Gleich drei international bekannte Metalbands gastieren in der Messestadt. Die finnische Band Beast in Black kommt im Rahmen ihrer „Resurrection Tour 2026“ gemeinsam mit Sonata Arctica aus Finnland und Frozen Crown aus Italien nach Leipzig. Los geht’s um 18:30 Uhr.
Beast in Black verbindet melodischen Heavy Metal mit Power-Metal-Elementen und wurde mit ihrem Debütalbum „Berserker“ von 2017 international bekannt. Das Album erreichte in Finnland Platinstatus, ebenso wie der Nachfolger „From Hell With Love“ von 2019. Auch das 2021 veröffentlichte Album „Dark Connection“ wurde in Finnland mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.
Sonata Arctica gelang mit dem Debütalbum „Ecliptica“ von 1999 der Durchbruch. Die für ihren melodischen, keyboardbetonten Power Metal bekannte Band erhielt in Finnland mehrere Goldene Schallplatten, unter anderem für „Silence“, „Winterheart’s Guild“ und „Reckoning Night“, und wurde mehrfach für den finnischen Musikpreis Emma nominiert.
Als dritte Band ist Frozen Crown aus Italien dabei. Die 2017 gegründete Formation verbindet Power Metal mit klassischem Heavy Metal und Speed Metal. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie durch Tourneen, darunter zwei eigene Konzertreisen durch Japan, sowie Auftritte beim Sabaton Open Air und beim Rock Imperium Festival.
Die gemeinsame Europatournee ist eng getaktet: Sie begann am 26. Oktober in London und führte über Brüssel und Tilburg nach Leipzig. Bereits am 31. Oktober folgt ein Auftritt in Wien. Eintrittskarten werden über Eventim und an der Abendkasse angeboten.
Vom Leipziger Hauptbahnhof ist das Haus Auensee mit der Straßenbahnlinie 11 bis zur Haltestelle Wahren erreichbar. Von dort sind es etwa zehn Minuten zu Fuß; alternativ fährt die Buslinie 80 bis zur Haltestelle Auensee unmittelbar vor dem Veranstaltungsort. Wegen der Gleisbauarbeiten am Hauptbahnhof und Augustusplatz wird die Linie 11 derzeit zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Hauptbahnhof über Thomaskirche und Goerdelerring umgeleitet. Die Leipziger Verkehrsbetriebe empfehlen, vor Fahrtantritt die aktuellen Verbindungen zu prüfen.

Lizenzhinweis: Die Abbildung der beiden Comicfiguren ist dem Portal Wikimedia entnommen und dort unter dem Namen „Baden de“ zur Nutzung freigegeben.
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