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Bei Fahrten auf der Autobahn ist ab heute Abend besondere Vorsicht geboten: Baumaßnahmen führen zu Sperrungen! Im Rahmen der DOK-Woche hoffen zwei Leipziger Produktionen auf eine Förderung ihrer nächsten Arbeit, der Stadtrat beschäftigt sich neben vielen anderen Fragen heute auch mit der einstigen „Neuen Szene“ – und im MdbK geht es um 18 Uhr um Malerei und Moral: Wie umgehen mit geraubter Kunst?
Aufmerksam auf der Autobahn
Auf der A9 in Richtung Nürnberg beginnen heute Abend umfangreiche Fahrbahninstandsetzungsarbeiten zwischen dem Schkeuditzer Kreuz und der Anschlussstelle Leipzig-West/Merseburg. Ab 19 Uhr werden an der Anschlussstelle Großkugel sowohl die Auffahrt in Richtung Nürnberg als auch die Abfahrt für Fahrzeuge aus Richtung Berlin beziehungsweise Schkeuditzer Kreuz gesperrt. Gleichzeitig wird der Verkehr auf einem rund 2,3 Kilometer langen Autobahnabschnitt schrittweise auf eine Fahrspur verengt.
Ab 20 Uhr steht bis zum nächsten Morgen, 8 Uhr, nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung. Betroffen ist ein 2,28 Kilometer langer Abschnitt, der etwa zwei Kilometer hinter dem Schkeuditzer Kreuz beginnt und ungefähr fünf Kilometer vor der Anschlussstelle Leipzig-West/Merseburg endet. Während der Arbeiten sind auch die Standstreifen gesperrt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt deshalb 80 km/h.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag werden die Sperrungen und Fahrstreifenreduzierungen zu denselben Uhrzeiten wiederholt: Die Anschlussstellenverbindungen sind von 19 bis 8 Uhr geschlossen, auf der durchgehenden Autobahn stehen zunächst bis 20 Uhr zwei und anschließend bis Freitagmorgen, 8 Uhr, nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Tagsüber sind diese nächtlichen Einschränkungen nicht vorgesehen. Die Arbeiten sollen am Freitagmorgen abgeschlossen sein. Eine Vollsperrung der durchgehenden A9 ist nicht geplant.
Leipziger Filmemacher hoffen auf ARD-Förderung
Beim 15. ARD-TopDocs-Wettbewerb wird heute über die Förderung einer neuen Dokumentarfilmproduktion entschieden. Drei Projekte haben sich unter 52 Einreichungen durchgesetzt und präsentieren ihre Konzepte ab 13 Uhr im CineStar (Petersstraße). Der Wettbewerb ist mit 300.000 Euro brutto für die Filmherstellung dotiert.
Unter den Finalisten sind zwei Leipziger Produktionsfirmen. Hoferichter & Jacobs bewirbt sich mit „Die unglaubliche Geschichte des Moorhuhns“. Die Dokumentation beleuchtet die Entwicklung des Computerspiels und dessen Bedeutung für Popkultur, Wirtschaft und Zeitgeschichte. LOOKS Film aus Leipzig tritt mit „Er ist die 0,00001 %“ an. Das Projekt erzählt die Geschichte des reichsten Mannes Ostdeutschlands vor dem Hintergrund der deutschen Wiedervereinigung.
Dritter Bewerber ist i&u Studios aus Köln mit „Der verschwundene Milliardär“. Darin geht es um das rätselhafte Verschwinden eines Milliardärs und die anschließende Übernahme seines Unternehmens durch seinen Bruder.
Die Finalisten stellen ihre Vorhaben mit einem Trailer vor einer achtköpfigen Jury unter Vorsitz von ARD-Chefredakteur Oliver Köhr vor. Anschließend entscheidet das Gremium in nichtöffentlicher Beratung mit Stimmenmehrheit über den Sieger. Die Stimme des Juryvorsitzenden zählt doppelt. Das Ergebnis soll noch heute bekannt gegeben werden.
Der Wettbewerb richtet sich an bislang nicht realisierte Dokumentarfilme oder Serien mit einer Gesamtlänge von mindestens 75 Minuten und gehört zum Branchenprogramm des Dokumentarfilmfestivals DOK Leipzig.
Stadtrat berät über neues Leben für „Neuer Szene“
Vielen Theaterfreunden ist das Gebäude noch als zweite Spielstätte des Schauspielhauses unter den Namen „Neue Szene“ oder zuletzt „Skala“ bekannt. Der Stadtrat befasst sich in seiner heutigen Sitzung mit der Frage, wie es mit dem Gebäude konkret weitergeht. Die Modernisierung des historischen Gebäudekomplexes zu einem „Haus der Festivals“ ist derzeit mit 17.331.850 Euro veranschlagt.
Davon sollen 6.950.000 Euro vom Freistaat Sachsen und 4.950.000 Euro vom Bund kommen. Der städtische Finanzierungsanteil beträgt 5.431.850 Euro. Mit der Sanierung will Leipzig einen gemeinsamen Standort für mehrere Kulturveranstalter schaffen. Das denkmalgeschützte Haus soll später Büros, Konferenzräume, Gastronomie, eine Ticketvorverkaufsstelle und eine Künstlerwohnung bieten.
Geplant ist außerdem ein Veranstaltungssaal für bis zu 365 Personen, den hauptsächlich der Jazzclub Leipzig nutzen soll. Weitere vorgesehene Nutzer sind DOK Leipzig, euro-scene Leipzig und der Leipziger Literarische Herbst. Bereits vor sechs Jahren hatte sich der Stadtrat grundsätzlich mit der Zukunft des Gebäudes befasst. Im August 2026 stellte die Stadt die weiteren Sanierungspläne vor. In der Kostenberechnung sind rund 1,13 Millionen Euro für die Baupreisentwicklung sowie 500.000 Euro für die Ausstattung des Veranstaltungsbetriebs berücksichtigt. Mitte Oktober informierte die Landesdirektion Sachsen, dass die Kreditermächtigung für das Teilprojekt „Haus der Festivals“ im Rahmen der Internationalen Festivallandschaft Freie Szene genehmigt sei (liegt LZ vor).
Nach dem bisherigen Zeitplan beginnt die Ausführungsplanung im Oktober 2026, die Bauarbeiten sollen im November 2027 starten. Die Fertigstellung ist für September 2030 vorgesehen, die Inbetriebnahme für Dezember 2030. LZ berichtete bereits am 20. August 2026 unter Berufung auf das Kulturdezernat über das Vorhaben und die Finanzierung. Derzeit steht das Gebäude leer, lediglich das Erdgeschoss beherbergt die Szenekneipe Skala, die mit ihrem Namen auch an die letzte Nutzung als Theaterbühne erinnert.
Die heutige Ratsversammlung beginnt um 14 Uhr, ist öffentlich und wird auch im Livestream übertragen. Wer sie live vor Ort verfolgen möchte, findet einen Platz auf der Besuchertribüne. Der Eintritt ist kostenlos. Die gesamte Tagesordnung der Ratsversammlung mit allen weiteren Vorlagen, Anfragen und Abstimmungen wird HIER ONLINE zur Verfügung gestellt.
Mörder, Macht und Malerei
Wie sollen Museen mit Kunstwerken umgehen, die jüdischen Eigentümern während der NS-Zeit entzogen wurden? Darüber diskutieren heute ab 18 Uhr Fachleute im Museum der bildenden Künste Leipzig (MdbK). Die öffentliche Veranstaltung „Vier Wände voller Kunst: Im Spannungsfeld von Restitution und Erinnerungskultur“ wird gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow organisiert. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Auf dem Podium sitzen Prof. Dr. Alina Gromova von der HTWK Leipzig, Prof. Dr. Meike Hopp vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg und der Universität zu Köln, Dr. Monika Tatzkow aus Berlin sowie Jun.-Prof. Dr. Lucy Wasensteiner von der Universität Bonn. Die Moderation übernehmen Prof. Dr. Jörg Deventer vom Dubnow-Institut und Dr. Ulrike Saß vom MdbK.
Diskutiert werden rechtliche und moralische Fragen der Rückgabe geraubter Kunst sowie die Verantwortung von Museen gegenüber verfolgten jüdischen Sammlern und ihren Nachkommen. Dabei geht es auch um die Provenienzforschung, die Herkunft und frühere Eigentumsverhältnisse von Kunstwerken untersucht, und ihre Bedeutung für die Erinnerungskultur.
Anlass ist die Ausstellung „Vier Wände voller Kunst. Jüdische Familien und ihre Sammlungen in Leipzig“, die noch bis zum 31. Januar 2027 zu sehen ist. Sie zeigt Werke aus den ehemaligen Privatsammlungen von elf jüdischen Leipziger Familien und dokumentiert deren kulturelles Engagement, die nationalsozialistische Verfolgung und den Verlust ihrer Kunstbestände.
Bereits um 17 Uhr bietet das Museum eine gesonderte Führung durch die Ausstellung an. Sie kostet 12 Euro, ermäßigt 6 Euro, und ist nicht Teil der kostenlosen Podiumsdiskussion.

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