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Europa schaut auf die von Krawallen überschatteten Proteste. Darüber, wie man sich sinnvoll gegen Kürzungen und steigende Armut wehren kann, diskutiert heute ein Leipziger Plenum. Für einen wichtigen Beratungstermin und eine besondere Veranstaltung des DOK-Festivals enden heute die Anmeldefristen. Und die Stadt ehrt am Abend die Autorin Tupoka Ogette mit dem Louise-Otto-Peters-Preis.
Wehrhaft gegen Sozialabbau
Steigende Preise im Handel, immer teurere Mieten – dem gegenüber Kürzungen oder gar Streichungen von Hilfen und Zuschüssen. Viele sehen sich diesem Kreislauf gegenüber hilflos ausgeliefert. Wie sich wehren, welche Form des Protests ist hilfreich?
Das Bündnis LeipzigStehtZusammen/„Es reicht“ lädt heute um 19 Uhr zu einem offenen Plenum in den Treffpunkt HELMUT (Kohlgartenstraße 51) ein, um über geplante Sozialkürzungen zu informieren, bisherige Protestaktivitäten einzuordnen und gemeinsam mit Interessierten über weitere politische Aktionen zu beraten. Auch die Möglichkeiten von Demonstrationen und die Bedeutung von Streiks für den Widerstand gegen sozialpolitische Einschnitte werden besprochen.
Die Veranstaltung gehört zum Programm der Kritischen Einführungswochen Leipzig (KEW) – „Der Sozialstaat wird weggekürzt und dagegen wehren wir uns!“, heißt es in der offiziellen Veranstaltungsbeschreibung. Das Bündnis will nach eigenen Angaben einen Überblick über die aus seiner Sicht weitreichenden Kürzungen geben und seine bisherigen Überlegungen zur Organisation weiterer Proteste vorstellen.
Zugleich sollen die Teilnehmer darüber diskutieren, wie sich gesellschaftlicher Widerstand gestalten lässt und welche Handlungsmöglichkeiten angesichts politischer Entscheidungen bestehen. Dabei wollen die Veranstalter auch Fragen nach dem Umgang mit Ohnmacht und Zukunftssorgen aufgreifen. Für heute ist ausdrücklich ein Beratungs- und Organisationstreffen vorgesehen, keine aktive Demonstration und kein Streik.
Das Bündnis kann bereits auf größere Protestaktionen in Leipzig zurückblicken. Am 15. Juni 2026 beteiligten sich nach Polizeiangaben ungefähr 1.100 Menschen an einer Demonstration unter dem Motto „Es reicht!“. Der Protestzug begann um 17:30 Uhr am Naschmarkt (LZ berichtete). Das heutige Plenum knüpft damit an eine bereits bestehende Protestbewegung an, die sich gegen Einschnitte in die soziale Absicherung richtet.
Das HELMUT ist Treffpunkt des Kohlektiv e. V., der Raum für Kunst, Kultur, Bildung und politische Veranstaltungen bietet. Informationen über das Bündnis und seine Aktivitäten sind über dessen offizielle Kommunikationskanäle erhältlich, darunter ein Telegram-Infokanal und ein WhatsApp-Infokanal für „Es reicht!“. Als Kontaktmöglichkeit wird die E-Mail-Adresse SozialratschlagLE@proton.me genannt.
Anmeldeschluß für Preisverleihung
Für die Teilnahme an der Verleihung des Filmpreises „Leipziger Ring“ der Stiftung Friedliche Revolution endet heute die Anmeldefrist. Die öffentliche Preisverleihung findet am Samstag, 31. Oktober 2026, von 12 bis 14 Uhr im Kinosaal Filmeck der Passage Kinos (Hainstraße 19a) statt. Der Eintritt ist kostenlos. Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, bittet die Stiftung um eine vorherige Anmeldung per E-Mail an veranstaltung@stiftung-fr.de.
Mit dem „Leipziger Ring“ zeichnet die Stiftung Friedliche Revolution im Rahmen des 69. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm, DOK Leipzig, dokumentarische Arbeiten aus, die sich mit Menschenrechten, Demokratie und gesellschaftlichem Engagement auseinandersetzen. Neben der künstlerischen Qualität berücksichtigt die Auszeichnung auch das persönliche Engagement der Filmschaffenden.
Bei der Preisverleihung am Sonnabend wird der prämierte Film gezeigt. Außerdem ist eine Würdigung der an der Produktion Beteiligten vorgesehen. Über die Vergabe entscheidet eine dreiköpfige ehrenamtliche Jury: Christian Fuchs, Investigativjournalist und Autor bei DIE ZEIT, die freie Radio- und Feature-Autorin Ute Lieschke sowie der Filmemacher, Regisseur und Dokumentarist Tilman König. König wurde 2022 selbst mit dem „Leipziger Ring“ ausgezeichnet.
Die kostenlose Preisverleihung ist von den regulären Filmvorführungen des Festivals zu unterscheiden, für die DOK Leipzig eigene Eintrittspreise und Dauerkarten anbietet. Die Eintrittspreise des Festivals sind auf der Internetseite von DOK Leipzig nachzulesen. 2025 gewann der Dokumentarfilm „A Simple Soldier“ von Artem Ryzhykov und Juan Camilo Cruz.
Ehre für Anti-Rassismus-Aktivistin
Die Stadt Leipzig verleiht heute den Louise-Otto-Peters-Preis 2026 an die Autorin und Antirassismusexpertin Tupoka Ogette. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt ihr Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung sowie ihren Einsatz für gesellschaftliche Gleichstellung.
Tupoka Ogette zählt zu den bekanntesten Stimmen der rassismuskritischen Bildungsarbeit im deutschsprachigen Raum. Mit ihren Büchern, Vorträgen und Bildungsangeboten setzt sie sich für eine kritische Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus ein. Die Autorin ist unter anderem durch ihren Bestseller „exit RACISM“ bekannt geworden.
Ogette wurde 1980 in Leipzig als Tochter einer deutschen Mathematikstudentin und eines tansanischen Studenten der Landwirtschaft geboren. 1988 zog sie mit ihrer Mutter nach West-Berlin, wo sie aufwuchs und ihr Abitur ablegte. Anschließend studierte sie an der Universität Leipzig Afrikanistik und Deutsch als Fremdsprache und erwarb später einen Masterabschluss in International Business an der Graduate School of Business in Grenoble. Für ihre Arbeit wurde sie 2019 vom Magazin Edition F als eine der 25 einflussreichsten Frauen des Jahres ausgezeichnet und erhielt 2021 den „Idol of the Year“-Award der About You Awards.
Der Louise-Otto-Peters-Preis wird seit 2015 von der Stadt Leipzig vergeben. Die Namensgeberin war eine deutsche Schriftstellerin, Journalistin und Frauenrechtlerin, die in Meißen geboren wurde, in Leipzig wirkte und als eine der wichtigsten Wegbereiterinnen der deutschen Frauenbewegung gilt. Sie setzte sich für die Gleichberechtigung von Frauen, ihren Zugang zu Bildung und Erwerbsarbeit sowie für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeiterinnen ein. Mit der Mitgründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins 1865 in Leipzig, dessen Vorsitz sie bis zu ihrem Tod innehatte, legte sie einen entscheidenden Grundstein für die organisierte Frauenbewegung in Deutschland. Otto-Peters lebte von 1819–1895.
So hilft Stromsparen dem Geldbeutel
Neu in der Stadt, gerade die Wohnung bezogen – da sind Konto und Sparstrumpf besonders geforderte Begleiter. Und Sparmaßnahmen besonders wichtig. Am morgigen Mittwoch, 28. Oktober 2026, informiert das Willkommenszentrum Leipzig gemeinsam mit der Kommunalen Energiesparberatung der Caritas über Möglichkeiten, den Energieverbrauch im Haushalt zu senken und Kosten zu reduzieren. Die Veranstaltung mit dem Titel „Stromsparen leicht gemacht – Fragen zu Strom- und Nebenkosten“ beginnt um 16 Uhr im Willkommenszentrum (Otto-Schill-Straße 2).
Angesichts steigender Energiepreise und hoher Nebenkosten sollen Interessierte erfahren, wie sie durch Veränderungen im Alltag Strom und Geld sparen können. Die Kommunale Energiesparberatung der Caritas Leipzig unterstützt insbesondere Menschen mit geringem Einkommen, steht aber auch anderen Ratsuchenden offen. Zu ihrem regulären Beratungsangebot gehören Hinweise zur Verringerung des Strom-, Heizenergie- und Wasserverbrauchs sowie Erläuterungen zu Stromtarifen, Energieverträgen und Zahlungsmodalitäten. Darüber hinaus hilft die Beratungsstelle bei der Prüfung von Strom- und Betriebskostenabrechnungen, beantwortet Fragen zum Energiemarkt und informiert über zusätzliche Unterstützungsmöglichkeiten.
Wichtig: Aus Gründen der Planung ist es erforderlich, sich bei gewünschter Teilnahme NOCH HEUTE vorab unter den Telefonnummern 0341 123 2676 und 0341 123 2677 oder per E-Mail an willkommenszentrum@leipzig.de anzumelden. Über die Veranstaltung hinausgehende Informationen zur Kommunalen Energiesparberatung veröffentlicht die Caritas Leipzig HIER ONLINE auf ihrer Internetseite.

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