Alan Tovar Prado, der Inhaber des mexikanischen Restaurants „Gallo Negro“ in Leipzig-Plagwitz, hatte zum Diskussionsabend „Local Politics, Global Minds Leipzig“ mit Wolfram Günther, dem OBM-Kandidaten der Bündnisgrünen eingeladen. Wir haben im Vorab mit Alan gesprochen und waren gespannt wie so ein Abend abläuft.

Am Donnerstag, dem 22. Oktober waren 20 Minuten vor Beginn der Veranstaltung drei Leute, außer dem Veranstalter und dem Gast da, das ließ uns nichts Gutes ahnen. Auch als die Veranstaltung startete waren erst sechs interessierte Menschen an den Tischen, aber im Laufe der nächsten halben Stunde füllte sich der Raum zusehends.

Die Runde im „Gallo Negro“ wurde immer größer. Foto Alan Tovar Prado

Es war eine bunte Gesellschaft mit Teilnehmenden aus Mexiko, Brasilien, Venezuela, Ecuador, aus Leipzig und Umgebung. Frauen und Männer, Selbständige und Angestellte, Junge und Alte mit verschiedenstem politischen Hintergrund diskutierten mit Wolfram Günther über seine Vorstellungen und Pläne für Leipzig.

Der OBM-Kandidat der FDP, Alexander Türpe, war ebenfalls als Mitinitiator des Gesprächsformats anwesend. Auch er musste den Anwesenden Rede und Antwort stehen. Viele Themen wurden kontrovers diskutiert, unter anderem ging es um die Frage: Wie stellt man der destruktiven Rhetorik der AfD eine positive Erzählung, besonders im Bereich der Migrationspolitik, gegenüber. Wie zu erwarten gab es dafür keine Lösung, aber interessante Ansätze.

Die 90 Minuten, die angesetzt waren, gingen viel zu schnell vorbei, Wolfram Günther musste zum nächsten Termin, aber die Runde löste sich noch nicht auf. Wir haben nach der Veranstaltung Wolfram Günther um eine kurze Einschätzung gebeten, wie für ihn der Abend war.

„Über ein Fünftel der Leipziger Bevölkerung hat aktuell einen Migrationshintergrund und der Anteil wächst. Diese Menschen sind ganz wesentlicher Teil unserer Stadtgesellschaft und vieles würde ohne sie gar nicht mehr funktionieren. Deshalb sind auch ihre Perspektiven und Anliegen für die Entwicklung der Stadt essenziell.
Für mich war der Austausch sehr aufschlussreich. Letztlich wurden dieselben Themen angesprochen, die mir auch sonst immer wieder begegnen. Etwa zu lange und umständliche Verwaltungsverfahren. Hier, dass man im Einbürgerungsverfahren 2–3 Jahre auf einen Beratungstermin warten muss. Probleme beim Finden von bezahlbaren Wohnungen mit der zusätzlichen Hürde, migrantische Herkunft. Ansonsten ging es um Investitionsklima und Zukunft der Wirtschaft vor dem Hintergrund globaler Entwicklungen, Stadtentwicklung in Zeiten des Klimawandels und das Image der Stadt. Mich hat beeindruckt, wie konkret das Interesse und der Blick auf die Fragen einer guten Entwicklung der Stadt in der Gesprächsrunde waren.“

Das fasst den Abend und die Diskussionen gut zusammen. Alexander Türpe antwortete auf die Frage: „Es freut mich das die gemeinsame Idee von Alan und mir so gut angenommen wird. Ein kleiner Rahmen, offene Frage und Menschen am Tisch die in Leipzig und Umland leben, Arbeiten, gründen, Politik machen. Es macht Spaß zu diskutieren und sich auszutauschen. Dazu noch ein leckeres Getränk. Perfekt.“

Fazit: Es war ein gelungener Abend und ein wirklich interessantes Gesprächsformat. Eine offene Diskussion in kleinem Rahmen, mit einer Gesprächskultur, die man oft vermisst, wurden Themen durchaus kontrovers diskutiert und den beiden Kandidaten wurde nichts geschenkt. Wir brauchen mehr von diesen Formaten.

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