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Es ist in Deutschland leider nicht mehr üblich, dass Diskussionen mit Politikern niedrigschwellig in einem kleinen Rahmen stattfinden. Der Leipziger Unternehmer Alan Tovar Prado lässt dies alte Tradition wieder aufleben. Unter dem Slogan „Local Politics, Global Minds Leipzig“ lädt er am 22. Oktober erneut in sein Restaurant Gallo Negro in der Karl-Heine Straße 70 ein.
Zu Gast ist am Mittwoch der Kandidat der Bündnisgrünen zur Oberbürgermeisterwahl 2027, Wolfram Günther. Wer teilnehmen will, kann sich noch auf der Webseite anmelden.
Wie kommt ein mexikanischer Unternehmer, der in Deutschland und auch bei der OBM-Wahl nicht wahlberechtigt ist, auf die Idee ein solches Format ins Leben zu rufen? Wir haben mit Alan Tovar Prado darüber gesprochen.
Alan, was hat Sie motiviert Local Politics, Global Minds Leipzig ins Leben zu rufen?

Ich lebe seit 2012 in Deutschland und schon 12 Jahre in Leipzig. Hergekommen bin ich wegen eines FSJ und habe dann mein Masterstudium in Business Administration in der Universität Leipzig abgeschlossen. Die erste Firma habe ich vor 10 Jahren gegründet und das Gallo Negro ist eine unserer Firmen. Wir sind ein Familienunternehmen, wie Sie hier sehen können.
Die ersten Jahre war das Thema Politik mir fremd, ich habe gedacht, dass die Deutschen selbst über ihre Politik entscheiden sollen. Nach 14 Jahren, die ich hier lebe, darf ich nicht wählen, ich bin weder deutscher Staatsbürger noch EU-Bürger.
In den letzten Wochen und Monaten ist aber viel passiert, das Spektrum der Politik bewegt sich hin und her, die politische Mitte verschwindet. Das sieht man bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Berlin. Nach 14 Jahren habe ich mir gesagt, dass ich mich informieren muss, auch wenn ich noch nicht wählen darf.
Als ich das hier im Restaurant ansprach, wir haben viele ausländische Gäste, habe ich bemerkt, dass diese auch oft keine richtigen Informationen haben. Die Idee habe ich dann mit Alexander Türpe, der ja auch bei der Oberbürgermeisterwahl kandidiert, besprochen. Er fand das auch gut. Diese Initiative mache ich aber als Privatmann, nicht als Unternehmer.
Wolfram Günther, der Kandidat der Bündnisgrünen ist ja nicht der erste Gast. Wer war schon da, wer kommt noch?
Alexander Türpe war für die FDP schon da, VOLT haben wir eingeladen, Die Linke haben wir eingeladen, da sind wir noch bei der Terminfindung. Natürlich steht die Frage, wen wir noch einladen, wie weit wollen wir da gehen? Unsere Umgebung ist relativ links, alternativ und grün, wir überlegen noch welche Parteien da willkommen sind. Wir laden aber nicht nur Menschen von Parteien ein, auch die Handwerkskammer und andere kommen noch.
Welche Themen stehen für Sie im Vordergrund bei den Gesprächen?
Wir haben zwei wichtige Themen, das erste ist Migration und Integration. Viele die hierherkommen sind Migranten oder haben Migrationshintergrund. Das zweite wichtige Thema ist Wirtschaftspolitik und Stadtentwicklung.
Wie soll es weitergehen?
Wir wollen, dass das Format klein bleibt, wir wollen keine Konferenz mit 200 anonymen Teilnehmern. Wir wollen direkt miteinander sprechen und offene Debatten führen. Wenn einer lügt, dann wollen wir auch sagen können, dass seine Aussage nicht stimmt. So sieht das Konzept aus.
Alan, ich danke Ihnen für das Gespräch und viel Erfolg.
Es ist ein interessantes Format, welches Alan Tovar Prado veranstaltet. Wir werden bei der Runde mit Wolfram Günther dabei sein und berichten.
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