Ob großflächiger Stromausfall oder erpresserischer Cyberangriff: Eine Krise betrifft Menschen unmittelbar in ihrem Lebensumfeld. Städte und Gemeinden sorgen schon heute vor, damit im Ernstfall schnell reagiert wird. Wie kommunale Resilienz noch weiter gestärkt werden kann, diskutiert Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, am 11. November auf der protekt in Leipzig.
Krisen können aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen, doch egal woher, bewältigt werden die Folgen zumeist in den Kommunen. Dort muss die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt, müssen Einsatzkräfte koordiniert und essentielle Dienstleistungen für die Bevölkerung weiterhin gewährleistet bleiben. Voraussetzung dafür sind belastbare Strukturen und eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Kommunen, den Betreibern Kritischer Infrastrukturen, Sicherheitsbehörden und Hilfsorganisationen.
„Krisen treffen die Menschen unmittelbar dort, wo sie leben und arbeiten. Kommunen leisten einen wichtigen Beitrag zur Krisenvorsorge und zum Bevölkerungsschutz. Sie haben viel Erfahrung und viele Beispiele guter Praxis dafür entwickelt, wie wir uns auf Krisen vorbereiten und diese vor Ort bewältigen können. Kommunale Resilienz und damit die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaft muss als zentrale Zukunftsaufgabe verstanden werden“, sagt Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig.
Strategische Vorsorge für resiliente Städte
Auf der protekt 2026 spricht Burkhard Jung über die strategische Vorsorge für resiliente Städte. Anschließend richtet der Round Table „Herausforderungen im Krisenstab“ den Blick auf die praktische Bewältigung komplexer Schadenslagen. Gemeinsam mit Leipzigs Polizeipräsident René Demmler sowie Fachleuten aus Hilfsorganisationen und Krisenkommunikation diskutiert Jung, wie Krisenstäbe vorbereitet sein müssen, welche Schnittstellen im Ernstfall funktionieren müssen und wie auch bei unvollständiger Informationslage tragfähige Entscheidungen getroffen werden können.
Erfahrungen aus realen Versorgungsausfällen
Wie schnell die Folgen eines Ausfalls unterschiedliche Bereiche des öffentlichen Lebens erfassen können, zeigen konkrete Erfahrungen aus der Praxis. Jens Klinger von den Berliner Wasserbetrieben berichtet auf der protekt über die Herausforderungen nach dem Anschlag auf die Berliner Stromversorgung. Das Beispiel verdeutlicht die wechselseitigen Abhängigkeiten Kritischer Infrastrukturen: Fällt die Energieversorgung aus, kann dies auch die Wasserver- und Abwasserentsorgung, Kommunikationssysteme und weitere zentrale Leistungen beeinträchtigen.
Die protekt nimmt deshalb nicht nur einzelne Infrastrukturen, sondern auch deren Verbindungen und Abhängigkeiten in den Blick. Fachleute aus verschiedenen Sektoren erörtern, wie Kaskadeneffekte frühzeitig erkannt, Notfallstrukturen gestärkt und die Versorgung der Bevölkerung auch unter außergewöhnlichen Bedingungen aufrechterhalten werden können.
Sichere KRITIS – Sichere Gesellschaft
Wie der Schutz Kritischer Infrastrukturen als gemeinsame Aufgabe von Staat, Kommunen und Betreibern gelingen kann, steht auch im Mittelpunkt des Tandemvortrags „Sichere KRITIS – Sichere Gesellschaft“. Peter Lauwe vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und Dr. Timo Hauschild vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geben Einblicke in aktuelle Entwicklungen und die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. Im anschließenden Round Table wird die Diskussion mit Vertretern des Verbands kommunaler Unternehmen und eines KRITIS-Betreibers fortgeführt.
Die protekt bringt am 10. und 11. November 2026 in der KONGRESSHALLE am Zoo in Leipzig Betreiber Kritischer Infrastrukturen, kritischer Einrichtungen sowie wichtige und besonders wichtige Unternehmen mit Vertreterinnen und Vertretern von Behörden, Kommunen, Sicherheitsorganisationen, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Der Leitkongress bietet Raum für den branchen- und sektorübergreifenden Austausch über aktuelle Bedrohungen, regulatorische Anforderungen, praxisnahe Lösungsansätze und die gemeinsame Vorbereitung auf und die Bewältigung von Krisen.






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