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SPD-Fraktion beantragt die kostenlose Bereitstellung der Leipziger Grundstücksmarktberichte im Internet

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    Ja, wie geht man eigentlich mit den Zahlen um, die die Stadt Leipzig aktuell sammelt? Etwa denen zu Grundstücks- und Gebäudepreisen? Das wird ja vom Gutachterausschuss der Stadt übers Jahr alles ermittelt, in einem „Grundstücksmarktbericht“ veröffentlicht - und dann kostet es erst mal Geld. Zumindest, was die aktuellen Daten betrifft.

    „Die Grundstücksmarktberichte werden auf Antrag kostenpflichtig vom Gutachterausschuss abgegeben. Die kostenfreie Einsichtnahme in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses ist zu den Sprechzeiten möglich“, heißt es dazu auf der Website des Gutachterausschusses.

    Das Ding ist nicht ganz billig. Und man ahnt schon, dass die Stadt mit dem Preis vor allem mögliche potente Käufer meint, für die 50 Euro tatsächlich eher Peanuts sind – erst recht im Vergleich von möglichen sechs- oder siebenstelligen Kaufpreisen für Grundstücke oder Immobilien.

    Kostenlos zum Download angeboten werden auf der Website der Stadt nur ältere „Grundstücksmarktberichte“ – derzeit zum Beispiel der für 2013.

    Der natürlich kaum noch relevante Vergleichsdaten bietet, wenn es um die eigentliche Preislage Leipziger Immobilien im Jahr 2015 oder 2016 geht. Und die ist ja nicht nur für Immobilienkäufer wichtig, sondern auch für überhaupt nicht so potente Leipziger, die sich aber mit der aktuellen Stadtpolitik intensiver beschäftigen wollen. Stadträte zum Beispiel, aber auch viele ehrenamtliche Initiativen. Immerhin beschäftigen sich ja nicht nur Stadtratsfraktionen mit der Frage, wie sich die Kaufpreise für Gebäude und Wohnungen entwickeln, ob Einfamilienhäuser in Leipzig überhaupt noch bezahlbar sind oder noch sanierungsfähige Mehrfamilienhäuser gekauft werden. Denn an der Entwicklung der Kaufpreise hängen letztlich auch wieder die Mietentwicklung und die Existenz eines Marktes, der den Einwohnern auch noch bezahlbaren Wohnraum bietet – oder eben nicht.

    Die Leipziger SPD-Fraktion hat jetzt einen Antrag ins Ratsverfahren eingebracht, mit dem erreicht werden soll, dass künftig der jährliche Grundstücksmarktbericht im Stadtrat als Informationsvorlage behandelt und zudem auch kostenfrei als Download auf der Internetseite der Stadt angeboten wird.

    „Im Frühjahr jeden Jahres erarbeitet der Gutachterausschuss den Grundstücksmarktbericht für Leipzig. Darin wird die Grundstücksmarktentwicklung des Vorjahres statistisch aufbereitet“, kommentiert Mathias Weber, stellvertretender Fachausschussvorsitzender Stadtentwicklung und Bau, das Anliegen. „Die Grundstücksmarktpreise in Leipzig sind in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Welche Auswirkungen die Entwicklung auf die Bereiche Wohnen, Infrastruktur und Investitionen für die Stadtgesellschaft hat und wie wir damit am besten umgehen sollen, muss diskutiert werden. Dafür braucht es den formalen Einbezug ins Ratsverfahren. Damit auch die Öffentlichkeit an dem zu führenden Diskussionsprozess teilnehmen kann, beantragt die SPD Fraktion, dass der Bericht gleichzeitig auch in digitaler Form kostenlos auf der Internetseite der Stadt zur Verfügung gestellt wird.“

    Bislang stehen lediglich die Grundstücksmarktberichte der vergangenen Jahre gratis zum Download auf der Internetseite der Stadt zur Verfügung. Um den jeweils aktuellen Grundstücksmarktbericht bekommen zu können, müssen Interessenten eine Schutzgebühr von 50 Euro zahlen und erhalten den Bericht in Papierform.

    „Aus unserer Sicht ist das eine unnötige Hürde, die durch eine kostenlose Downloadmöglichkeit sinnvoll ergänzt werden soll“, meint Weber.

    Denn die Zahlen selbst werden ja aktuell gebraucht – und das Amt für Statistik und Wahlen nutzt sie auch so. Zahlenvergleiche für 2013 nutzen niemandem etwas, wenn man die aktuelle Entwicklung im Bachstraßenviertel oder in Reudnitz wissen will. Erst recht, wenn es um das Wahrnehmen von Engpässen und ein schnellstmögliches Umsteuern der Stadt geht.

    Der Antrag der SPD-Fraktion zum Grundstücksmarktbericht.

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