Piratenstadträtin legt Antrag zu einer Lichtsatzung für Leipzig vor

Für alle LeserEuropa glüht – so wie alle dicht mit Großstädten bepackten Regionen der Erde. Berlin kann man als Leuchtpunkt sogar aus dem Kosmos problemlos ausmachen, Leipzig ist Teil eines Leuchtbandes, das sich von Brno über Prag und Dresden weiterzieht bis Magdeburg und Hannover. Richtig Nacht wird es dort nirgendwo. Den Sternenhimmel lernen dort aufwachsende Kinder nicht kennen. Ute Elisabeth Gabelmann macht die Lichtverschmutzung in Leipzig jetzt zum Thema.

Vor Jahren gab es mal einen Vorstoß der Grünen in diese Richtung. Aber wirklich viel hat sich nicht getan. Jedenfalls nicht, was die blendende Helligkeit betrifft, die in Leipzig die Nacht zum Tage macht und die Tier- und Insektenwelt massiv schädigt.

Anfang März machte auch ein „Spiegel“-Artikel die Lichtverschmutzung unserer Welt wieder zum Thema. Dort wurde ein interaktiver Atlas vorgestellt, den Forscher des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) in Potsdam erstellt haben und der die Verschmutzung unserer Erde mit viel zu viel Licht sichtbar macht. Man kann sich tief in diese interaktive Weltkarte hineinzoomen und bekommt auch zu sehen, wie sehr große Industrie- und Verkehrsstrukturen die Nacht geradezu mit Licht fluten. In der Karte erscheinen diese Lichtvulkane in dunklem Rot.

Neben den großen Industrieanlagen bei Leuna und Schkopau erscheint bei Leipzig erwartungsgemäß der nächtlich voll erleuchtete Nacht- und Frachtflughafen Leipzig/Halle in dunklem Rot. Der nächste Hotspot gleißenden Lichts wäre eigentlich die Leipziger Innenstadt, wäre da nicht ein noch viel dunklerer – also grellerer – Lichtpunkt am Elsterbecken: das Fußballstadion von RB Leipzig. Wenn hier in Abendstunden Fußball gespielt wird, gleißt der Himmel.

Aber die Karte zeigt auch, dass es nachts in Leipzig keinen einzigen Ort ohne Lichtflutung gibt. Selbst der Auenwald glüht in direkter oder indirekter Beleuchtung, was gerade wolkenreiche Nächte deutlich machen, wenn die Wolken das Licht der Millionen Straßenlaternen zurückwerfen und die Stadt künstlich zum Glühen bringen. Ein bisschen Dunkelheit bekommen die Leipziger nur bei sternenklarem Himmel zu sehen. Dann kämpft sich auch das Licht der allerhellsten Sterne durch den blendenden Nachthimmel. Ein paar wenige Sternbilder werden sichtbar. Aber das hat mit dem eigentlichen Sternenhimmel überhaupt nichts zu tun. 99 Prozent der sonst sichtbaren Sterne sind von Leipzig aus gar nicht zu sehen.

Besonders markant wird das beim Sternbild der Plejaden, das von Leipzig aus nur als diffuse Wolke wahrzunehmen ist, während an einem normalen unbeleuchteten Standort in Mitteldeutschland zwischen sieben und neun Plejaden-Sternen eindeutig zu unterscheiden sind.

Aber wer so einen Ort finden will, muss mal eine – wolkenlose – Nacht nördlich von Delitzsch oder Torgau irgendwo in der brandenburgischen Landschaft zubringen. Dort gibt es noch dunkelblaue Flecken, die versprechen, dass man hier ungeblendet den Sternenhimmel sehen kann.

„Die Belastung von Mensch und Natur durch Beleuchtung wird zunehmend kritisch betrachtet. Umweltschäden wie das Einfangen von Nachtfaltern durch Leuchten, Vertreibung von Fledermäusen, Störung des Fischzuges und der Ernährung von Fischen und Ablenkung von Zugvögeln sind dokumentiert. Es gibt außerdem Belege dafür, dass starke künstliche Beleuchtung das zirkadiane System des Menschen stört, die Ausschüttung von Melatonin verhindert und damit zu Schlafstörungen führt. Für Mensch und Natur sind Ruhepausen mit möglichst wenig Licht deshalb wichtig“, schreibt die Stadträtin der Piraten, Ute Elisabeth Gabelmann, jetzt in ihrem Antrag zur Lichtverschmutzung.

„Ebenfalls ist es zunehmend in der Großstadt nicht mehr möglich, eine wissenschaftlich-astronomische Beobachtung des Nachthimmels oder von besonderen astronomischen Ereignissen durchzuführen.“

Und die Lage wird nicht besser, was jeder weiß, in dessen Nachbarschaft Hausverwaltungen oder Balkonnachbarn die alte Beleuchtung durch neue, lichtstärkere LED-Beleuchtung ersetzt haben, die die Nacht erst recht zum Tag macht, in den Augen aber auch richtig wehtun kann. Wer solche Lichtanlagen installiert, hat wirklich nicht lange nachgedacht.

Und so schreibt auch Ute Elisabeth Gabelmann: „Jedoch wird eine stetige Zunahme der nächtlichen Lichtemissionen festgestellt, weil effizientere und damit billigere Leuchtmittel zu einem Mehr vor allem an dekorativer Beleuchtung führen. Ein erheblicher Teil der Lichtverschmutzung rührt von privaten, vor allem gewerblichen Beleuchtungsanlagen her. Beleuchtete Flächen im öffentlichen Raum wie Werbetafeln, Schaufenster und Ladenschilder können darüber hinaus eine blendende Wirkung haben. Sind sie heller als der Straßenraum, beeinträchtigen sie die Verkehrssicherheit, weil sie Blendung verursachen und das Nachtsehen einschränken.“

Entweder sind die Deutschen besonders dickfellig – oder sie trauen sich nicht mehr, gegen diese Zumutungen einzuschreiten, die ja auch ihre Nacht und ihre Nachtruhe zerstören.

„In Tschechien und Frankreich wurden bereits Gesetze zur Reduzierung unnötiger Beleuchtung verabschiedet. ‚Unnötig‘ bezeichnet dabei Beleuchtung, die keine Funktion für Verkehrssicherheit, Arbeitssicherheit oder ähnliches hat, sondern vor allem werblichen und dekorativen Zwecken dient“, schreibt Gabelmann.

„Als erste deutsche Stadt hat Fulda in diesem Jahr eine Richtlinie zur Begrenzung der Lichtverschmutzung eingeführt. In der Einwohnerschaft fehlt es teilweise an den nötigen Kenntnissen über gute und zweckmäßige Beleuchtung und die Auswirkungen übermäßiger Beleuchtung. Informationsmaterial wäre deshalb für Betreiber von Beleuchtungseinrichtungen besonders im gewerblichen Bereich und Bauherren sinnvoll. So können sie sich bewusst für eine umweltschonende Beleuchtung entscheiden.“

Und so beantragt sie, in Leipzig „im Interesse des Schutzes von Natur und ungestörtem Schlaf sowie des Nachthimmels, zur Reduzierung von Lichtemissionen die Einführung einer Lichtsatzung zu prüfen. Ebenfalls soll geprüft werden, inwieweit die Stadt mit einer solchen Satzung die Vermeidung unnötiger Beleuchtung gegenüber Gewerbe und Privatpersonen durchsetzen kann.“

Bis zum IV. Quartal 2019 könne die Verwaltung einen eigenen Katalog vorlegen, mit welchen Maßnahmen sie zur Reduzierung der Lichtemissionen beitragen wird. Und: „Die Stadtverwaltung wird beauftragt mit der Erstellung von Informationsmaterial für Betreiber von Beleuchtungsanlagen und Bauherren, das die Grundzüge einer energiesparenden, effizienten und umweltschonenden Beleuchtung vermittelt.“

Als inhaltliche Punkte für so eine Lichtsatzung schlägt sie auch gleich eine Reihe möglicher Punkte vor.

„Die Satzung könnte Aussagen treffen zu:

– Verpflichtung privater Betreiber von Beleuchtungseinrichtungen, Beleuchtung über das notwendige Maß hinaus zu unterlassen

– Umgang mit Skybeamern, Uplights und Bodenstrahlern

– Umgang mit blinkender und bewegter Beleuchtung zu werblichen und dekorativen Zwecken in der Nachtschlafzeit

– möglicher Beschränkung der Leuchtdichte von beleuchteten Werbetafeln

– Umgang mit beleuchteten Firmenschildern, Werbetafeln und dekorativen Beleuchtungen in der Nachtzeit, falls in dieser Zeit vom Betreiber nicht gearbeitet wird bzw. Waren oder Dienstleistungen angeboten werden

– Reduzierung der Lichtintensität auf Firmenhöfen und Parkplätzen außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit

– Umgang mit Beleuchtung von Waren in Schaufenstern

– Umgang mit Beleuchtung von natürlichen Gewässern in der Nachtzeit

– Festlegung von Ausnahmen im Rahmen von Veranstaltungen in ähnlicher Weise wie für die Überschreitung von Lärmgrenzwerten“.

Vielleicht gelingt der Vorstoß ja diesmal und bringt auch den Leipzigern zum Bewusstsein, dass auch Lichtverschmutzung eine Verschmutzung unserer Umwelt ist – und ein massiver Verlust. Wozu nicht nur der Fast-komplett-Verlust des Sternenhimmels gehört, sondern auch ein Verlust an Lebensqualität. Denn das Fehlen von Dunkelheit und Ruhezeiten schlägt sich auch in unserem Gesundheitsempfinden nieder, stört unseren Lebensrhythmus und sorgt bei vielen Menschen für ruhelose und gestörte Nächte.

Und dabei geht es nicht nur um die Optimierung einzelner Leuchtquellen. Wer sich in der Karte zum Beispiel die Beleuchtung von Flughafen und City seit 1992 im Zeitverlauf auslesen lässt, der sieht, dass hier die Lichtstärke im Lauf der Jahre durch neue Beleuchtungselemente leicht gesunken ist. Dafür ist die Lichtflut übers ganze Stadtgebiet auch durch den Bau neuer Gewerbegebiete, Wohnviertel und Straßen mit ihren Beleuchtungen permanent gewachsen. Das Ergebnis ist eine immer hellere Lichtsuppe, die selbst dann noch Fluten von Licht produziert, wenn eigentlich tausende überflüssiger Leuchtkörper längst ausgeschaltet sein könnten.

Lichtverschmutzung
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©Son

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Foto: PR

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