Das 3. Internationale Auenökologiesymposium, der Forstwirtschaftsplan und das Verwaltungsgericht

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 71, seit 27. September im HandelDer neu konstituierte Leipziger Stadtrat hat es gleich mit einem ausgewachsenen Politikum zu tun: dem Forstwirtschaftsplan 2019. Dahinter steht die große Frage, ob Stadtförster Andreas Sickert in den Überresten des früheren Auwaldes Forstwirtschaft betreiben darf. Sein Wunsch ist es, 8.000 Festmeter Holz aus dem Naturschutzgebiet zu „entnehmen“. Ohne Umweltverträglichkeitsprüfung, ohne Öffentlichkeitsbeteiligung.

Stellt sich die Frage: Müssen Naturschutzgesetze wirklich eingehalten werden? Bekanntlich riefen die Umweltschützer vom NuKLA e. V. und der Grünen Liga im vorigen Herbst dazu das Verwaltungsgericht an. Seither ruht des Försters Säge. Die verhärteten Fronten warten voller Spannung auf das Urteil. Kann der Naturschutzgedanke das Dogma der Forstwirtschaft in Leipzig zurückdrängen?

„Phase der Bewusstseinsumwandlung“ nennt dies Professor Bernd Gerken am Rande der Exkursion, welche das 3. Internationale Auenökologiesymposium beschließt. Seit fast 90 Jahren wird der (ehemalige) Leipziger Auwald durch kanalisierte, regulierte oder verfüllte Flussläufe geplagt. Wehre und Deiche beschleunigen sein Austrocknen zusätzlich. Und ein Auwald ohne periodische Überschwemmungen, ohne Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser ist kein Auwald.

Zwar gebe es innerhalb eines Auensystems neben den feuchten Arealen auch trockenere, weil höher gelegene Bereiche. Zudem könnten größere Weidetiere auch für Wiesen und Gebüsch sorgen. Jedoch gedeihen im durch Eindeichung trockeneren Boden nun andere, „falsche“ Baumarten wie etwa der Ahorn. Aber diese Zeit nähere sich seinem Ende, ist sich Auwaldexperte Gerken sicher.

Genährt wird dieser Optimismus von positiven Beispielen zwischen Lippstadt, Lübeck oder Münchner Isar. Umweltschutz braucht lediglich Fläche und Ungestörtheit. In Leipzig benötigt die Revitalisierung des Auwaldes vor allem Wasser – schwankende Pegelstände, die die Aue befeuchten und auwalduntypischen Gehölzen das Leben entscheidend vermiesen würden.

Bei einem der circa 25 Referate auf dem dreitägigen Auenökologiesymposium spielt Heiko Rudolf anhand des Sächsischen Auenprogramms – herausgegeben vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie – einige Szenarien speziell für Leipzigs Nordwest-Aue durch. „Auen sind die natürlichen Überschwemmungsgebiete unserer Flüsse und Bäche“, heißt es im Auenprogramm, welches laut Koalitionsvertrag bis 2019 etabliert werden sollte.

„Geeignete Flussabschnitte sollen wieder mit ihren natürlichen Überschwemmungsflächen verbunden werden.“ Dafür prädestiniert seien laut Rudolf die Nahle sowie die Alte Luppe, deren Hochwässer sich westwärts in die Burgaue ausbreiten könnten. Der Lauf der Alten Elster sollte keinesfalls geöffnet werden, die Neue Luppe wiederum als Hochflutbett stillgelegt werden. Und das Projekt der Lebendigen Luppe verschärfe lediglich die Niedrigwassersituation, so Rudolf.

Höhepunkte der wissenschaftlichen Tagung sind die Vorträge von Knut Sturm und Lutz Fähser. Die beiden Lübecker verdeutlichen, wie naturnahe Waldwirtschaft im Sinne einer Waldpflege nach dem Vorbild der Natur funktionieren kann, gleichermaßen ökologisch und ökonomisch. Sie plädieren gegen Kunstforstentwicklung, bei der der Förster die Baumartenzusammensetzung bestimmen und gegen jegliche Regeln naturnaher Ökosysteme durch künstliche, plantagenartige Kunstverjüngung erzwingen will. Wobei ein solcher Versuch wenig Erfolgsaussichten habe.

Für die Lübecker Stadtförster sind Prozessschutzflächen die Referenzflächen, an denen man sich bei der Waldbewirtschaftung orientiert. Die bewirtschafteten Flächen sollen sich möglichst wenig von den Referenzflächen unterscheiden. Und es wird klar, wie wichtig die Biomasse für ein intaktes Waldökosystem ist. Die Lübecker konnten innerhalb einer kurzen Zeit den Holzvorrat und auch den Totholzanteil deutlich erhöhen. Dabei ist die universitäre Wissenschaft in die Optimierung der Waldpflege eingebunden.

Weniger optimistisch stimmt die Standortbestimmung „Naturschutz in Sachsen“ von Tobias Mehnert. Naturschutz sei Staatsaufgabe, das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) eigentlich vorbildlich, aber seine Umsetzung in Sachsen mangelhaft. Die gesetzlichen Regelungen sollten eingehalten werden, mahnt der Vorsitzende der Grünen Liga an. Seit 1998 gebe es im Freistaat kein Umweltministerium mehr. Keine eigenständige Fachkompetenz – keine ergebnisoffene Kontrollinstanz. So fungiere Sachsenforst zugleich als untere Naturschutzbehörde – und Axt im Walde – und kontrolliere sich selbst.

Im BNatSchG festgeschrieben seien zum Beispiel die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements (§ 64), besonderer Schutz für besonders wertvolle Flächen (§31) sowie ein Eingriffsausgleich (§13). Jedoch hinke der Ausgleich den Versiegelungen hoffnungslos hinterher. Und NuKLA als anerkannter Naturschutzverein wird eigentlich konsequent ausgegrenzt.

Auch die gut besuchte Exkursion in das Forstgebiet „Nonne“ zum Abschluss des Symposiums zeigte anschaulich, wie weit man in Leipzig von einer naturnahen Waldpflege entfernt ist. Auf einer etwa 0,8 Hektar großen Fläche nahe der Rennbahnbrücke konnten die Folgewirkungen eines sogenannten Femellochs veranschaulicht und diskutiert werden. Sowohl Stadtforsten als auch Sachsenforst setzen auf solche Femellöcher, vorgeblich zur Förderung der Stieleiche sowie zur Verjüngung des Waldes.

Aber seit wann benötigt ein Wald menschliche Hilfe, um zu wachsen? Solche Femellöcher sind eigentlich nichts weiter als kleinere bis mittelgroße Kahlschläge, auf denen viele alte Bäume, auch Eschen und Eichen, zunächst gefällt werden, das Bodengefüge stark verdichtet und zerstört wird – Stichwort Mulchen und Frässtreifen. Und dann werden völlig gegen die Regeln der Natur dicht an dicht junge Setzlinge eingebracht. Auch wenn diese Setzlinge zumeist Eichen sind, kann das niemals einen naturnahen Wald ergeben.

Vermutlich wird die Sonne dazu führen, verstärkt noch durch den Klimawandel, dass diese plantagenartigen Pflanzungen eingehen, verbrennen, vertrocknen. Die Herausbildung eines geschichteten Waldes ist auf einer solchen Kunstforstfläche nicht möglich, monieren die Kritiker. Allenfalls entwickle sich eine artenarme, fragile und hässlich anzuschauende Monokultur, die mit einem FFH-Gebiet sowie Naturschutzgebiet völlig unvereinbar sei. Bei FFH handelt es sich um eine Richtlinie der Europäischen Union zum Erhalt der der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen.

Invasive forstwirtschaftliche Eingriffe ins Naturschutzgebiet lehnt auch Hannes Hansmann von NuKLA ab. Die konventionelle, in seinen Augen fast schon industrielle Forstwirtschaft solle absolut nicht weitergeführt, dafür jedoch generell unbedingt mehr geforscht werden. „Für Leipzig ist mir die Erkenntnis wichtig, dass man in keinster Weise weiß, was in der Aue an Arten vorkommt, und dass man sich auch nicht bewusst ist, was hier für eine Dynamik besteht. Wir haben allein in der Nonne so tolle Arten: Der Eremit ist gesetzlich mehrfach geschützt, und man bemerkt all die Jahre nicht, dass er dort so viele Brutbäume hat?“

Ein Auwald ist ein Hotspot der Artenvielfalt – nur nicht in Femellöchern. Kann sich der Leipziger Forst von Deichen und Femellöchern befreien und dank periodisch wechselnder Wasserstände – auch im Wald – wieder in ein Auensystem verwandeln?

Die Leipziger Zeitung, Ausgabe September 2019 ist am 27. 09. 2019 erschienen und hier zu kaufen.

Neuer Forstwirtschaftsplan sieht über 8.000 Festmeter Holzfällungen im Auenwald vor

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