Der Stadtrat entscheidet am 22. Januar, ob Leipzig sich an der Aktion „Einheitsbuddeln“ beteiligt

Für alle LeserBäumepflanzen ist das große Thema der Zeit. Nicht erst seit dem großen Waldsterben 2.0, das 2019 endlich auch Bundes- und Landespolitik aufgeschreckt hat. Das Land Schleswig-Hostein hat ja extra eine Aktion „Einheitsbuddeln“ ins Leben gerufen, mit der bundesweit über 125.000 neue Bäume gepflanzt werden sollen. Fünf davon sind übrigens auch schon auf Privatgrundstücken in Leipzig angemeldet. Aber die SPD-Fraktion beantragte ja im Oktober, dass auch die Stadt mitmachen solle.

„Die Stadt Leipzig erarbeitet bis zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung am 03.10.2020 ein Konzept, wie sich die Stadt Leipzig an der vom Land Schleswig-Holstein ins Leben gerufenen Aktion ‚#Einheitsbuddeln‘ beteiligt. Der Startschuss der Aktion in Schleswig-Holstein ist der 03.10.2019“, heißt es im Antrag der SPD-Fraktion.

Den Tag nutzte Prof. Dr. Getu Abraham, der die SPD-Fraktion im Fachausschuss für Umwelt und Ordnung vertritt, dazu, um für den SPD-Antrag zu werben, der mittlerweile mehrere Fachausschüsse durchlaufen hat und am 22. Januar auf der Tagesordnung des Stadtrats zur Beschlussfassung steht.

Leipzig hat zwar mittlerweile ein Straßenbaumpflanzprogramm, in dem auch endlich Straßen ohne Baumpflanzung berücksichtigt werden. Aber mit dem 3. Oktober bekäme das Ganze natürlich auch noch eine symbolische Dimension. Jährlich am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, soll mit Baumpflanzaktionen sowohl an die Überwindung der deutschen Teilung erinnert als auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

„Leipzig ist als Stadt der Friedlichen Revolution, ohne die es die Deutsche Einheit nicht geben würde, und auch als dynamisch wachsende Stadt, in der durch zahlreiche Baumaßnahmen im Laufe der Jahre viele Bäume und Grünflächen verschwunden sind, geradezu prädestiniert, sich an dieser Aktion zu beteiligen“, betonte Getu Abraham.

Das Thema Baumpflanzungen spielt auch für ihn eine wichtige Rolle. In Leipzig sind in den vergangenen Jahren durch das starke Wachstum der Stadt und die intensive Bautätigkeit viele Bäume verschwunden, auch die zunehmende Versiegelung von Flächen und die steigenden Emissionen, beispielsweise durch den Verkehr, wirken sich negativ auf unserer Stadtklima aus.

Nicht ohne Grund sind Baumpflanzungen deshalb seit Längerem ein Thema in der Verwaltung und im Stadtrat, zuletzt erst wieder bei den Diskussionen zum Doppelhaushalt 2019/20. Bäume binden Feinstaub, Stickoxid sowie Kohlendioxid und sind deshalb wahre Wunderwaffen für ein besseres Stadtklima und eine sauberere Luft.

„Uns geht es hierbei nicht um ein einmaliges Ereignis. Wir wollen, dass es eine langfristige, jährlich wiederkehrende Aktion der Leipziger wird. Das Einheitsbuddeln soll deshalb dauerhaft neben der Aktion ,Baumstarke Stadt‘ als zweite große Baumpflanzaktion etabliert werden“, betonte Getu Abraham.

„Im Juli veröffentlichten Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich eine Studie, die Aufforstungen als eine der effektivsten Maßnahmen für die Begrenzung von Treibhausgasen aufzeigte. Sogar das 1,5-Grad-Ziel des Weltklimarates ließe sich erreichen, wenn weltweit in großem Stil Bäume gepflanzt würden. Die Aktion Einheitsbuddeln wäre hier zumindest ein kleiner Beitrag dazu.“

Gleich drei Fraktionen haben auch die Straßenbaumpflanzungen in Leipzig mit Anträgen untermauert

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