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Am 24. Februar gibt es im Leipziger Stadtrat die nächsten Nachfragen zum Lärmflughafen Leipzig/Halle

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    Am 20. Januar stand zwar das Thema Fluglärm auf der Tagesordnung des Leipziger Stadtrates, aber für die Betroffenen, von denen etliche im Publikum saßen, und auch für manche Fraktion war die Stellungnahme der Verwaltung eine reine Enttäuschung. „Schon im Vorfeld hatten einige Stadträte befürchtet, dass außer der üblichen Rhetorik wohl nicht viel Erhellendes und Konkretes vonseiten des OBM rüber kommen würde, und so war es denn auch“, kommentierte das Matthias Zimmermann, Sprecher der Bürgerinitiative „Gegen die neue Flugroute“.

    „Zudem, da der OBM Mitglied im Aufsichtsrat der MFAG ist, hätte man erwarten können, dass er die Antworten selbst gibt“, meint Zimmermann. Aber wenn es um den Flughafen geht, nimmt sich Burkhard Jung zurück. „Fehlanzeige. Wirtschaftsbürgermeister Albrecht (CDU) (welch guter Schachzug von Jung, blockte er doch auf diese Art Nachfragen aus den Reihen der CDU ab) sprach ausgiebig von Grünbepflanzungen, freiwilligen Selbstverpflichtungen der DHL, dem Segen für Leipzig ob der Ansiedlung dieses global agierenden Logistikers und gemeinsamen Diskussionen und Erörterungen in der Fluglärmkommission etc. Letzteres ist doch sehr erstaunlich, da die BI gar nicht in der Fluglärmkommission ist.“

    Aber auch das, was Uwe Albrecht erzählte, war eher ein Ausweichen als ein Antworten.

    Das verärgerte selbst den Immobilienkaufmann Dr. Gerd Naether, der seinen Frust über die Nicht-Auskünfte in einer eigenen Einwohneranfrage für die nächste Stadtratssitzung am 24. Februar formuliert. Denn mittlerweile wird das nächtliche Chaos auch zum Problem für die Immobilienbranche. Was insbesondere damit zu tun hat, dass immer größere und lautere Frachtflieger (Heavy) eingesetzt werden, die vor allem in der Nachtkernzeit 0 bis 5 Uhr starten. Und da diese Flüge zu über 99 Prozent von der Startbahn Süd aus erfolgen, sind dabei Wohngebiete betroffen, die zum großen Teil auf Leipziger Gebiet liegen.

    „Sehr geehrter Herr Jung,

    die nächtliche Fluglärmbelastung in den Wohngebieten im Nordwesten von Leipzig hat in den letzten Monaten extrem zugenommen. So sind z. B. die Starts und Landungen in der Nachtkernzeit (00:00- 05:00)  im Dezember um über 20 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Die Folge ist ein nächtlicher Dauerlärm von bis zu 60 Dezibel in Lützschena-Stahmeln, Wahren u. a. Ortsteilen.

    Das Thema Fluglärmbelastung war  Thema einer Einwohneranfrage im Allgemeinen und einer speziellen Nachfrage an Sie Herr Jung in der Ratsversammlung am 20.01.2016. Leider sind weder Sie, noch Herr Albrecht auf diese Nachfrage eingegangen. Deshalb möchte ich diese Frage erneut stellen:

    1. Sind Sie, Herr Jung, der Meinung, dass die jetzige Lärmbelastung für die Betroffenen in Lützschena-Stahmeln und Wahren zumutbar ist? und

    2. Besteht die Gefahr, dass diese nächtlichen Lärmbelastungen gesundheitsgefährdend sind?

    Ich bitte um mündliche Beantwortung meiner Frage.“

    Ein Wald aus lauter Bäumchen

    Aber Leipzigs Stadtspitze redet sich ja gern mit den getroffenen Lärmschutzmaßnahmen heraus. Am 20. Januar zum Beispiel auch mit dem neu gepflanzten Lärmschutzwald. Das klingt mächtig gewaltig. Aber bevor aus kleinen Setzlingen tatsächlich mal große Bäume werden, vergeht in der Regel eine Menge Zeit.

    Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen war das Argument wieder nur eine Beschönigung der Lage. Auch sie haben jetzt eine Nachfrage zur Nicht-Antwort vom 20. Januar.

    „In der Beantwortung der Einwohneranfrage VI-EF-2245 am 20.01.2016 verwies Bürgermeister Albrecht auf den 2015 angelegten Schutzwald und stellte eine Art grünen Sperrgürtel gegen Fluglärm durch intensive Pflanzungen in Aussicht. Allerdings besteht der Schutzwald derzeit aus ca. 30 cm hohen Setzlingen. Auch wenn sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen immer über Baumpflanzungen freut, scheint der kurz- und mittelfristige Beitrag zur Lärmreduzierung nicht existent“, stellt die Grünen-Fraktion fest und geht auch auf ein Thema ein, das eigentlich längst erledigt sein sollte: die Außerdienststellung der alten russischen Frachtmaschinen.

    „Weiterhin berichtete Herr Albrecht vom angestrebten Austausch von 33 Flugzeugen der DHL“, so die Grünen. Und sie fragen nun: „Welche Begrünungsmaßnahmen zum Schutz der Leipziger Bevölkerung vor Fluglärm sind konkret für 2016 geplant? Wie werden diese finanziert?

    Welche Erwartungen in Bezug auf eine Verringerung der Lärmbelastungen hegt die Verwaltung durch Begrünungsmaßnahmen kurz- und mittelfristig?

    Handelt es sich bei den von DHL angekündigten 33 ‚auszutauschenden‘ Flugzeugen um neue Maschinen oder um umgerüstete gebrauchte Flugzeuge? Werden die Flugzeuge nach dem Tausch in absoluten Lärmwerten leiser sein oder sind diese nur ‚leiser‘ in Relation zur Tonnage?“

    Immer mehr schwere Frachtflieger in der Nachtkernzeit

    Den neuen Fluglärmreport von Matthias Zimmermann hängen wir hier mit drunter. Dort ist sehr schön zu sehen, wie die Zahl der nächtlichen Starts und Landungen von schweren (heavy) Frachtfliegern 2015 und 2016 rapide angestiegen ist. Sie sind für den stärksten Lärm in den Nachtstunden verantwortlich. Und viele Bewohner des Leipziger Nordens werden sich an die Nacht vom 28. Januar erinnern. Mathias Zimmermann: „Die lauteste Nacht war am Donnerstag, den 28.01. mit 123 Starts bzw. Landungen, davon 87 in der Nachtkernzeit und alle 87 von der SBL Süd. In 2015, war der 30.01. mit 119 S/L die lauteste Nacht im Januar.“

    Der Fluglärmreport für den Januar 2016.

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