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Zumindest die Riesenfrachtflieger von Volga Dnepr stehen ab 2019 nicht mehr für NATO-Flüge bereit

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    Wird es ab 2019 ein klein wenig leiser im Leipziger Norden? Zumindest ein paar große Krachmacher könnten erst einmal vom Flughafen Leipzig/Halle verschwinden: Die riesigen Transportjumbos vom Typ Antonow AN-124, mit denen die NATO ihre Militärtransporte mit Übergewicht abwickelt. Volga Dnepr hat den Mietvertrag für die Transportflieger nicht verlängert.

    Das meldete zuerst die „Deutsche Verkehrs-Zeitung“, danach berichtete auch die F.A.Z. Wobei die Volga Dnepr Gruppe, die die riesigen Frachtmaschinen am Flughafen Leipzig/Halle bereitstellt, laut n-tv am 18. April die Nachricht selbst bestätigt hat: „Russland stoppt die Bereitstellung des Großraum-Transportflugzeugs Antonow 124 für die Streitkräfte der Nato: Der Vertrag mit zehn Nato-Ländern zum Einsatz des militärisch wichtigen Flugzeugs werde nach dem Auslaufen zum Jahresende nicht mehr verlängert, teilte der russische Konzern Wolga-Dnjepr mit. Der Vertrag war seit 2006 bislang jedes Jahr verlängert worden.“

    Was dann den Raum für etliche Mutmaßungen öffnet. So auch der, dass hier Moskau ein Zeichen setzt.

    „Unter den Verteidigungspolitikern im Bundestag gibt es Mutmaßungen, dass die angekündigte Vertragsbeendigung durch Volga Dnepr eine Antwort des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die fortwährenden Sanktionen der EU und der Vereinigten Staaten gegen Russland darstellen könnte“, schreibt die F.A.Z.

    Seit 2006 stehen die Riesenvögel am Flughafen bereit, um Transportaufträge der NATO zu übernehmen. Strategic Airlift International Solution (SALIS) nennt sich das Programm, mit dem die NATO russische und ukrainische Transportmaschinen für militärische Großtransporte mietet. Der Grund ist bis heute derselbe: Die immer noch nicht hergestellte volle Einsatzfähigkeit des Militärtransportflugzeugs Airbus A400M.

    Was es freilich bedeutet, wenn eine für militärische Belange eingesetzte Transportmaschine auf einem Zivilflughafen mit Nachtflugbetrieb steht, konnte Thomas Pohl von der IG Nachtflugverbot L/H e.V. erst vor wenigen Tagen wieder erleben.

    Am 13. April wandte er sich – einmal mehr aus dem Nachtschlaf gerissen – an den Nicht-Lärmzuständigen des Flughafen Leipzig/Halle: „Nachdem gestern Nacht der Start der Antonow 225 die Flughafenanwohner brutal aus dem Schlaf gerissen hat, gab es heute Nacht in den Anwohnergemeinden rund um den Flughafen Leipzig/Halle erneut infernalischen Fluglärm gleich im Doppelpack zu erleben.

    Heute Morgen (13.04.2018) um 0:55 Uhr startete auf der Nordbahn mit unüberhörbaren Fluglärm eine Antonow 124-100 (das größte je in Serie gebaute Frachtflugzeug, produziert seit 1984!). Nur sechs Minuten später, gegen 1:01 Uhr, startete wiederum auf der Nordbahn die nächste Antonow 124-100 und überflog dabei in niedriger Flughöhe Wohngebiete! Das heißt, hier wohnen und schlafen Menschen!“

    Logisch, dass die Fluglärmbetroffenen so langsam die Nase voll haben vom Agieren der zuständigen staatlichen Instanzen, die schon längst für eine Minderung der Lärmbelastung in der Nacht hätten sorgen können. Thomas Pohl: „Wir fordern zeitnah ein generelles Nachtflugverbot am Flughafen Leipzig/Halle zwischen 22:00 und 6:00 Uhr, um die Gesundheit der Anwohner zu schützen! Es muss auch im Freistaat Sachsen Schluss sein mit dem Umweltdumping!“

    Es war auch nicht das erste Mal, dass das eigentlich für den Frachtflugbetrieb vorgesehene Nachtfenster auch für militärische Transporte benutzt wurde. Spätestens die Vereinbarung im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD zur Ausweitung der Frachtflüge am Flughafen Leipzig/Halle zeigte, dass auf diesem Flughafen gar nicht die Flughafeneigner (vor allem die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt) die Hoheit haben, sondern der Bund, der über seine eigenen Handlungsebenen (Verteidigungsministerium, Verkehrsministerium) entscheidet, was auf diesem Flughafen passiert – und was nicht.

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