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Landräte Emanuel und Graichen haben ihre Bauchschmerzen mit der Trassenführung für Fernbahnstrecke Leipzig – Chemnitz

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    Der Jubel in Sachsen war recht groß, als Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in dieser Woche ankündigte, dass auch endlich der Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke von Leipzig nach Chemnitz in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen würde. Lange hatte Sachsen darum gekämpft. Aber nun gibt es Irritationen über den Streckenverlauf.

    Nordsachsens Landrat Kai Emanuel und der Landrat des Landkreises Leipzig Henry Graichen kritisieren jetzt die vom Sächsischen Verkehrsministerium angeregte Trassenführung der in Aussicht stehenden Eisenbahn-Fernverkehrsstrecke Chemnitz – Leipzig über Frohburg und Borna als „aktuell nicht realistisch“.

    Der auch als Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) fungierende Emanuel verwies dabei auf deutlich verlängerte Fahrzeiten wegen des schlechten Zustands des teilweise nur einspurig ausgebauten und mit zahlreichen Tempolimits versehenen Abschnitts zwischen Geithain und Borna, dessen Sanierung aktuell nicht vorgesehen ist.

    Im Bundesverkehrswegeplan war die Strecke angemeldet worden als „2-gleisiger Ausbau und Elektrifizierung Borna–Geithain–Chemnitz, Vmax 160 km/h“.

    Und das hat man dann wohl auch in den Vorplanungen von der Deutschen Bahn in mehreren Varianten untersuchen lassen, wie das SMWA immer wieder in diesem Zusammenhang meldete: „Mit der 2014 abgeschlossenen Vorplanung der Strecke Chemnitz – Leipzig wurde bereits der notwendige Ausbaubedarf konkretisiert und es wurden die Weichen für die weiteren Planungen gestellt. Dafür hat der Freistaat Sachsen rund 2,4 Millionen Euro investiert. Die Planungen zum Vorhaben werden nun durch die DB AG im Auftrag des Freistaates Sachsen weiterverfolgt“, hieß es etwa im September erst.

    Die Strecke soll ja nicht nur elektrifiziert, sondern auch ausgebaut werden.

    Aber die beiden Landräte zweifeln, dass das so machbar ist.

    „Außerdem würden die geplanten IC-/ICE-Züge dann im bereits stark frequentierten Leipziger City-Tunnel für eine Verknappung des regulären S-Bahn-Verkehrs sorgen und im Hauptbahnhof auf dem Tiefbahnsteig halten, was für erhebliche Umsteigezeiten zu den in der Haupthalle abfahrenden ICE nach Hannover oder Frankfurt/Main führen würde“, argumentierte Emanuel.

    Beide Landräte verweisen auf die seit 2013 laufende Variantenauswahl, die in Gutachten eindeutig die Trassenführung über Geithain und Bad Lausick bis Borsdorf als die bessere Lösung gegenüber der bereits elektrifizierten Route über Borna ergeben habe. Eine komplette Elektrifizierung vorausgesetzt, wären dann Fahrzeiten von maximal 50 Minuten zwischen Chemnitz und Leipzig und fahrgastfreundliche Umsteigezeiten auf dem Leipziger Hauptbahnhof realisierbar gewesen.

    Im Juni hatte das SMWA die Variantenführung über Bad Lausick begründet.

    „Grundsätzlich standen für den Streckenausbau zwischen Chemnitz und Leipzig die zwei Varianten über Borna – City-Tunnel-Leipzig (CTL) sowie über Bad Lausick zur Auswahl. Fahrzeitstudien ergaben, dass Fernverkehrszüge via Borna – CTL rund zwölf Minuten längere Fahrzeiten hätten als über Bad Lausick. Daher wurde nur die Streckenführung via Bad Lausick für den weiteren Ausbau untersucht. Im Detail wurden sechs verschiedene Szenarien für den Ausbau und die Elektrifizierung dieser Strecke untersucht.“

    Entschieden habe man sich dann aber für die Vorzugsvariante über Bad Lausick: „Als Vorzugsvariante wurde die Streckenführung über Geithain – Bad Lausick ermittelt. Diese Entscheidung ‚für Bad Lausick‘ ist keine Entscheidung ‚gegen City-Tunnel und gegen Borna‘.

    Da die Strecke vom CTL über Borna bis Geithain bereits elektrifiziert ist, würde es nach Ausbau und Elektrifizierung der Strecke über Bad Lausick (theoretisch) möglich sein, auf beiden Strecken Fernverkehr anzubieten. Die konkrete Entscheidung über bestimmte Fernverkehrsangebote obliegt zu gegebener Zeit ohnehin den Eisenbahnverkehrsunternehmen. Der Freistaat kann nur die infrastrukturellen Voraussetzungen für diesbezügliche Angebote schaffen.“

    Eine Änderung der Entscheidung würde sichtlich für einige Enttäuschungen sorgen – gerade bei Fahrgästen, die möglichst schnell nach Chemnitz wollen. Das war ja nun einmal der Sinn der Vorzugsvariante.

    Aussagen des SMWA zur Variantenauswahl.

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