Es ist nicht nur ein Problem der Großstädte. Dort ist nur das Bewusstsein dafür geschärft, wie die Artenvielfalt vor den Augen der Stadtbewohner immer mehr verschwindet, neuen Bauprojekten weichen muss, abgeholzt wird, weggemäht, mit Pestiziden bekämpft. Aber das Drama des Artensterbens geht genauso draußen in den Landkreisen vonstatten. Weshalb die Grünen im Landkreis Leipzig genau das jetzt zum Thema machen.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Verlust von Arten und Lebensräumen weltweit dramatisch beschleunigt, stellen sie fest. Auf 75 Prozent der Landoberfläche sind bereits Auswirkungen menschlicher Eingriffe feststellbar. Dieser Entwicklung können sich jeder Bürger und auch der Landkreis mit seinen Möglichkeiten entgegenstellen und mit aktivem Handeln vorangehen, findet die Grünen-Fraktion im Kreistag.

Die Grüne Kreistagsfraktion beantragt daher im Kreistag den Beitritt zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ e. V.  Aus Sachsen sind bislang nur fünf Städte Mitglied in diesem Bündnis: Borna, Chemnitz, Leipzig, Trebsen und Meerane.

Das Bündnis hat das Ziel, Landkreise und Gemeinden bundesweit für Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt in den Bereichen Grün- und Freiflächen, Arten- und Biotopschutz, nachhaltige Nutzung sowie Bewusstseinsbildung und Kooperation zu motivieren und zu unterstützen.

Sehr viele Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Leipzig haben die dramatische Entwicklung der letzten Jahrzehnte erkannt, verzichten im Privaten auf den Einsatz von Pestiziden/Herbiziden, bieten zusätzliche Blühflächen mehr natürliche Freiräume im heimischen Garten und erfreuen sich an den Erfolgen, stellen die Landkreis-Grünen fest. Das Thema fällt also nicht auf unfruchtbaren Boden.

„Regelmäßig erreichen uns berechtigte Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern, warum kommunale Flächen weiter versiegelt, Grünflächen nach englischer Rasen Art gekürzt und gute Beispiele anderer Kommunen nicht auch vor Ort angewendet werden. Hier wollen wir mit unserem Antrag ansetzen“, sagt Kreisrat Michael Franz aus Markkleeberg.

Durch Weiterbildungsmöglichkeiten kommunaler Verwaltungsmitarbeiter, Weitergabe von Beispielen anderer Kommunen und der Vermittlung von Fördermöglichkeiten werden die Kommunen in Ihrem Handeln, biologische Vielfalt zu fördern, unterstützt.

„Borna und Trebsen haben sich für einen Beitritt zum Bündnis bereits entschieden. Aber auch der Landkreis besitzt kreiseigene Flächen, wo es noch ein erhebliches Potenzial für mehr Artenschutz und kommunalen Naturschutz gibt“, betont Franz. „Hier lässt sich mit wenig Mitteln sehr viel erreichen und der Landkreis kann mit gutem Beispiel vorangehen.“

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