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Es geht nicht um Waffenscheine, sondern um die massive Zunahme von Sachkundeprüfungen im Waffenrecht in Sachsen

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    Sportschützen können ganz schön nerven. Erst recht dann, wenn sie mit einer Geschichte eigentlich nicht einverstanden sind. Wie eben der, in der wir berichteten, dass die Zahl der Sachkundeprüfungen im Waffenrecht in Sachsen im letzten Jahr massiv angestiegen ist. Dem Grünen-Abgeordneten Valentin Lippmann warfen sie in teilweise sehr harschen Briefen sogar Falschdarstellungen vor.

    Immer wieder argumentierten Sachsens eifrige Sportschützen damit, der Grüne-Abgeordnete hätte ja seine Presseerklärung zur Nachfrage im Sächsischen Landtag wieder von seiner Homepage genommen, also läge er wohl falsch und würde seinen Fehler zugeben, wenn er die Meldung nicht mehr bringt.

    Aber egal, wie man die Zahlen drehte: Die Meldung stimmt nun mal. Sie beruhte auf Zahlen direkt aus dem Sächsischen Innenministerium. Und auch Valentin Lippmann musste erst mal genauer hinschauen, um herauszukriegen, was diese scharfsichtigen Burschen da eigentlich gefunden haben wollten.

    Es war ein Detail, das Leuten, die sich nie mit dem ganzen bürokratischen Prozedere zum Erwerb von Waffenbesitzscheinen und Waffenscheinen beschäftigt haben, überhaupt nicht aufgefallen wäre.

    Auch so kann man eine Meldung diskreditieren: Details bemängeln, aber laut verkünden, das Ganze stimme nicht.

    Mal ganz zu schweigen über den zuweilen selbstherrlichen Ton  einiger dieser Wortmeldungen, in denen sich eine ganz ähnliche Waffenherrlichkeit zeigt, wie man sie aus dem Kampf der us-amerikanischen Waffenlobby kennt: gleich mal volles Rohr und volle Feuerkraft, damit nur ja niemand die Idee zu verteidigen wagt, die Waffenszene in Deutschland müsse besser kontrolliert werden.

    „Die PM wurde kurzzeitig von der Seite genommen, um einen erläuternden Nachsatz einzufügen, da von verschiedenen Schützen hier eine Fehldarstellung behauptet wurde. Diese Anwürfe beziehen sich auf die für die Aussage der PM weitgehend unbedeutenden Erläuterungen im Hintergrund zu Waffenscheinen, Waffenbesitzkarten etc.“, betont Valentin Lippmann nun. Und er schiebt den Nachsatz für alle, die es ganz genau haben wollen, gleich hinterher:

    Zusätzliche Erläuterung:

    Aufgrund vielfacher Fehlinterpretation der Hintergrundinformation wird Folgendes angefügt: Die Pressemitteilung behauptet nicht, dass Jäger und Sportschützen zur Ausübung ihrer Tätigkeit einen Waffenschein beantragen oder beantragen müssen. Vielmehr wurde im Hintergrund lediglich dargestellt, dass beispielsweise für den Waffenschein ein Bedürfnis vorausgesetzt wird. Dieses Bedürfnis, welches aber gleichfalls Voraussetzung für die Erteilung einer Waffenbesitzkarte ist, wird im darauf folgenden Satz erläutert. Damit wird nicht behauptet, dass das Bedürfnis zur Erteilung eines Waffenscheins ausreicht, vielmehr treten noch andere Voraussetzungen hinzu die für Sportschützen in der Regel nicht zutreffen. Die Erläuterung zur für Sportschützen maßgeblichen Waffenbesitzkarte erfolgt indes im drauf folgenden Absatz des Hintergrundes.

    Am Inhalt der PM, nämlich dem massiven Anstieg der Sachkundeprüfungen im Waffenrecht, die Voraussetzungen für alle waffenrechtlichen Erlaubnisse sind, ändert sich durch diese Klarstellung nichts.“

    Was an der lückenhaften Kontrolle und dem sichtlich löcherigen Meldewesen in Sachsen nicht die Bohne ändert.

    Die Anfrage zum Waffenbesitz in Sachsen von Valentin Lippmann.

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