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Die Krawallos sind zurück bei Lok

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    Das war es dann wohl. Kommt es noch ärger, dann gilt das auch für die nähere Zukunft des 1. FC Lokomotive. Die Medien sind voll drauf auf dem Thema, die ersten Bilder der mitgereisten Gewalttäter machen die Runde, die ersten in der Vereinsführung zweifeln öffentlich an der Arbeit der letzten zwei Jahre. Denn am Rande des Platzsturmes von Erfurt kam es zu etwas, was ein normaler Lokfan bislang für unmöglich gehalten haben muss. Laut MDR.de wurde „Sportchef Mario Basler nach eigenen Angaben geschlagen und denkt nun über einen Rücktritt nach.“

    Sollte der neue Manager des 1. FC Lok tatsächlich diese rote Karte ziehen, hätten die laut ersten Angaben rund 100 am Platzsturm beteiligten Personen dem Probstheidaer Verein mehr als nur einen Bärendienst erwiesen. Neben den drohenden Strafen seitens des sächsischen Fußballverbandes wäre ein Rückzug Baslers wohl das Ende der Aufstiegsträume über die aktuelle und kommende Saison hinaus. Er hatte zuletzt neben der kontinuierlichen Arbeit von Vereinspräsident Heiko Spauke und Trainer Heiko Scholz für neue Zusagen von Sponsoren und sportliche Verstärkungen für die Mannschaft gesorgt.

    Trotz des aus persönlichen Gründen erfolgenden Rückzuges von Vereinspräsident Heiko Spauke galt die Zukunft bei Lok auch ohne den diesjährigen Aufstieg in die Regionalliga als solide erarbeitet. Spauke hatte Stück um Stück Altlasten des Vereins abgearbeitet und zuletzt sogar das für die Merchandisinggeschäfte wichtige Logo wieder in den Verein zurückgeholt. Nach der geschäftlichen Stabilisierung war der Einstieg Mario Baslers ein regelrechter Paukenschlag gewesen, er selbst plante von Beginn an eine langfristige Arbeit beim Leipziger Traditionsverein.

    Mario Basler ist emotional voll dabei bei Lok. Nun denkt er über einen Ausstieg nach. So oder so, der Platzsturm wird Konsequenzen haben. Foto: Jan Kaefer (Archiv)
    Mario Basler ist emotional voll dabei bei Lok. Nun denkt er über einen Ausstieg nach. So oder so, der Platzsturm wird Konsequenzen haben. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

    In Probstheida tat sich mehr als nur ein wenig Positives, nun sind die Krawallos zurück. Da sich die Attacken der möglicherweise zum Umfeld der „Gauner Lok“ gehörenden Platzstürmer auch gegen die eigene Mannschaft richteten, stellt sich die Frage, wer eigentlich ohne gravierende Stadionverbote für diese Fans unter solchen Bedingungen für Lok als Spieler den Rasen betreten möchte? Bei einem Club, wo die Chance besteht, selbst nach einem sichtbaren Einsatz des Teams in den letzten Monaten um den Aufstieg, selbst während der Schlussminuten eines Matches körperlich attackiert zu werden.

    Bis morgen möchte Mario Basler über persönliche Konsequenzen nach den Vorfällen in Erfurt nachdenken, dann wird der als resolut bekannte Ex-Nationalspieler seine Entscheidung treffen oder gravierende Schritte einleiten müssen. Er und die weiteren Verantwortlichen hatten in den vergangenen Monaten alles versucht, um den Verein wieder in die Nähe des Profifußballs zu führen. Das Thema Gewalt schien zunehmend eingedämmt. Obwohl die Polizei vor Saisonbeginn laut einer Statistik des Innenministeriums, die L-IZ.de vorliegt, von 210 bis 260 gewaltbereiten Lok-Fans ausgegangen war, blieb es von Seiten der Fans ruhig bei den Spielen. Die Zahl selbst galt als hoch gegriffen, während Teile der von der Polizei als „gewaltsuchenden“ klassifizierten 60 Lok-Anhänger durchaus ihr Gastspiel in Erfurt geliefert haben könnten.

    Nachtrag: Auf der Facebookseite von Lok ist die Diskussion über die Konsequenzen nach dem heutigen Spiel angelaufen. Während nur wenige die Mannschaft für die heute eher schwache Leistung anzählen, geht es vorrangig um diejenigen, welche sich am heutigen Platzsturm beteiligt hatten. Vereinsausschlüsse, Stadionverbote und Strafanzeigen werden von den ersten Fans bereits lautstark gefordert.

    Nachtrag 2: Nach Sichtung von Videobildern beteiligten sich etwa 50 Personen am Platzsturm.

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    5 KOMMENTARE

    1. Warten ist das falsche Wort 😉 Obwohl ^^ Warten Sie es ab … Danach reden wir weiter …

    2. Als Journalist gehören Sie zur 4. Staatsgewalt, zu den Medien. Seit wann wartet die 4. Staatsgewalt auf die Ergebnisse der polizeilichen Arbeit, was hier doch gar nicht erforderlich ist? Hier sind Recherchen von Journalisten gefragt, die dorthin gehen, wo es brennt.
      Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass Recherchen zum Sachverhalt unkompliziert sind.

      Aus Ihren Artikeln schlussfolgere ich, dass Sie sich in den letzten Monaten oftmals in nicht ganz ungefährliche Situationen begeben haben. Meine Anerkennung! Weshalb wollen Sie hier kneifen? Ich hätte kein Problem damit, wenn Sie äußern (natürlich nicht als Kommentar) , dass diese Sache für Sie etwas zu heiß ist. Mich stört es jedoch, wenn man als Journalist hier auf die Ergebnisse der Polizei wartet bzw. es zumindest so äußert, obwohl es diese in der von mir angesprochen Form nicht geben wird.

      Ich wiederhole mich gern: Ich mag es nicht, um den heißen Brei herum zu reden bzw. zu schreiben. Mein Buch/Hörbuch, welches einigen Kreisen in der Zwischenzeit große Kopfzerbrechen bereitet, dürfte der beste Beweis dafür sein.

      Verstehen Sie diesen Kommentar wie folgt: Kritik tötet nicht, sie bessert!

      Vielleicht rauchen wir in nächster Zeit einmal eine Friedenspfeife!

      Wünsche Ihnen eine angenehme Arbeitswoche

    3. Klaus, gibt es einen Grund, warum Sie hinter der Randale nicht linke Gruppierungen vermuten?

      (Also, ich kann mir einen Grund denken, aber da warte ich noch ein bisschen ab…)

    4. Lieber Klaus, Sie haben die Rolle der Polizei nicht umfänglich in Ihren Überlegungen. Es gibt nicht ganz grundlos Gewaltenteilung. Und auf die Ergebnisse der polizeilichen Arbeit auch in diesem Gebiet warten wir nun bereits länger … Selbst die Übergriffe auf Lok selbst sind bislang nicht aufgeklärt. Zu unserer Verwunderung …

      Ihr M.F.

    5. Das war bei der hervorragenden Arbeit von Marion Basler, einer Arbeit im Interesse des (Leipziger) Fußballs, die eine enge Zusammenarbeit zwischen RB Leipzig und der Loksche einschließt, fast zu erwarten. Ohne Mario Basler wären jetzt einige Spieler nie zu Lok gegangen. Besonders sicher nicht solch ein guter Spieler wie Paul Schinke von RB Leipzig. Eigentlich ein Segen für die Loksche.

      Nun wird sich zeigen, ob es dort um Fußball geht. Sollte sich Mario Basler zurück ziehen, was vollkommen verständlich wäre, dann ist es unschwer vorher zu sagen, dass für die Loksche ganz schwere Zeiten anbrechen werden. Ein Rückzug Baslers würde sicher die Beendigung der Arbeit von Heiko Scholz und den Rückzug vieler Sponsoren bedeuten. Nun kann man nur hoffe, dass ….! Doch wer will sich das antun?

      Wer verbirgt sich aber hinter diesen 60 bis 100 gewaltsuchenden Anhängern? Aus welchen Kreisen kommen diese? Wessen Interessen vertreten diese? Darüber wüsste ich gern mehr, viel mehr. Die bisherigen (länger zurück liegenden) Berichterstattungen haben dieses Rätsel nie tatsächlich gelüftet. Nun wäre die Zeit reif! Herr Freitag, übernehmen Sie!!!!

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