Fanclubs von RB Leipzig kritisieren eigenen Verein nach Kündigung des Fanbetreuers

Für alle LeserPyrotechnik, Hausverbote, Zuschauerschwund und nun auch noch öffentliche Kritik wegen der Kündigung eines Fanbeauftragten – bei RB Leipzig verkompliziert sich das Verhältnis zwischen Vereinsführung und Anhängern zunehmend. Nachdem vor wenigen Tagen Fanbetreuer Timm Merten – offenbar wegen interner Differenzen – gekündigt hat, folgt nun ein Schreiben zahlreicher Fanclubs. Sie bedanken sich bei Merten und verlangen mehr Respekt vom Verein.
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Mehr als 20 Fanclubs und -organisationen von RB Leipzig kritisieren in einem Offenen Brief die eigene Vereinsführung. Sie fühlten sich „schon lange nicht mehr richtig ernst genommen und respektiert“, heißt es in dem am Mittwoch, den 6. Februar, veröffentlichten Schreiben. Anlass ist die Kündigung des Fanbetreuers Timm Merten.

Dieser hatte erst im vergangenen September die Stelle übernommen. Zuvor hatte unter anderem der langjährige Fanbetreuer Enrico Hommel den Verein im Streit verlassen. Merten war zuvor in der Fanarbeit beim Hamburger SV tätig.

Einige Anhänger von RB Leipzig lehnten ihn deshalb zunächst als neuen Fanbetreuer ab. Die Gruppierung „Zone 147“ zeigte im Stadion unter anderem ein Banner mit der Aufschrift „Gegen zweitklassige Fanbetreuer“ und spielte damit auf die Ligazugehörigkeit seines Ex-Vereins an. Zahlreiche Fanclubs distanzierten sich im Anschluss von den Spruchbändern. Auch „Zone 147“ bezeichnete die Aktion später als Fehler.

Merten brachte neuen Schwung

Merten hinterließ bei vielen Fans offenbar einen hervorragenden Eindruck. In dem Offenen Brief heißt es: „Du hast Dich um unsere Anliegen gekümmert, die Auswärtsfahrerinnen und Auswärtsfahrer mit den nötigen Infos versorgt, warst immer ansprechbar und ein guter Vermittler zwischen Fans und Verein. Mit Deiner Erfahrung und klaren Vorstellungen von Fanarbeit brachtest Du neuen Schwung in die seit Jahren kränkelnde Fanbetreuung.“

Neben dem Vorstand und Beirat des Fanverbandes und den Rasenballisten unterzeichneten zahlreiche große und bekannte Fanclubs das Schreiben, unter anderem der „Bulls Club“, die „Red Aces“, die „L.E. Bulls“ und die „Sportfreunde Leipzig“.

Spekulationen über Kündigungsgrund

Warum Merten gekündigt hat, ist im Detail nicht bekannt. Einige Medien spekulieren über inhaltliche Differenzen sowohl mit der Vereinsführung als auch mit den beiden anderen Fanbetreuern. Der Offene Brief beinhaltet die Forderung, „dass ein Fanbetreuer am Verein auch mal Kritik üben darf und muss, wenn er Anliegen der Fans nicht richtig umgesetzt sieht“. Laut „RB live“ soll Falk Jänicke die Aufgaben übergangsweise übernehmen.

Zwischen Fans und Vereinsführung hatte es zuletzt bereits mehrmals Streit gegeben. Unter anderem kritisierten einzelne Fangruppierungen die Hausverbote wegen des Abbrennens von Pyrotechnik bei Auswärtsspielen von RBL-Teams. Für negative Schlagzeilen sorgt zudem das abnehmende Zuschauerinteresse. Für das heutige Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg werden lediglich rund 20.000 Besucher erwartet.

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 63: Protest, Vertrauen und eine gute Frage

 

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