Sächsischer Fußball-Verband: Noch keine Lösung für die Rest-Saison

Für alle LeserSeit einer Woche wird im Gebiet des Sächsischen Fußball-Verbands (SFV) weder trainiert noch gespielt. Bis zum 19. April wird das so bleiben. Eine Vollbremsung für alle sächsischen Fußballmannschaften und ein abrupter Abbruch der persönlichen Begegnungen innerhalb der Mannschaften. Wie können Trainer dennoch Kontakt halten, Einfluss auf ihre Mannschaft nehmen und was plant der SFV als finanzielle Unterstützung sowie für den Rest der Saison? Luise Böttger, Pressesprecherin des Verbands, klärt auf.
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Frau Böttger, der Trainings- und Spielbetrieb ruht mittlerweile in ganz Deutschland und bis auf Weiteres ist nicht mit einer Wiederaufnahme zu rechnen. Vereinstrainer haben nun keine Möglichkeit mehr, über direktes Training ihre Spieler zu erreichen. Was empfehlen Sie, um den Kontakt zu den Spielern in dieser vermutlich mehrwöchigen Unterbrechung nicht zu verlieren?

Unsere mehr als 2.100 lizenzierten Trainerinnen und Trainer sind in der aktuellen Situation vor allem Eltern, Arbeitnehmer sowie Söhne und Töchter. Ihre Sorgen konzentrieren sich in diesen Wochen sicher auf die persönlichen Lebensbereiche und der Fußball wird tatsächlich zur Nebensache.

Den Trainings- und Wettkampfbetrieb haben unsere Vereine zunächst eingestellt. Damit sind sie den Empfehlungen gefolgt und haben aufgrund der zunehmenden Sperrungen von Sportanlagen auch keine andere Wahl. Sehen Sie die Phase doch einfach als zusätzliche Winter- bzw. Sommerpause, in der der Fußball traditionell ruht.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Spieler als Trainer dennoch weiterzubilden? Was empfehlen Sie?

Wir möchten mit der Entscheidung, unseren Spielbetrieb vorerst einzustellen, als Landesverband einen Beitrag dazu leisten, die Ausbreitung des Coronavirus‘ zu verlangsamen. Den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden, soziale Kontakte zu minimieren, können wir deshalb nur beipflichten.

Der Kreativität sind aber keine Grenzen gesetzt. Es spricht natürlich nichts dagegen, sich selber fit zu halten. Zudem könnten taktische Trainingseinheiten von den Mannschaften sicherlich auch im Videochat realisiert werden, wobei das im Amateurbereich wohl eher nicht notwendig ist.

Wie hat diese Spiel- und Trainingsruhe die Arbeit für Trainer und Mitarbeiter des SFV verändert?

Alle Maßnahmen unserer Talentförderung sind ausgesetzt. Für unsere Landestrainer/-innen bleibt jetzt die Zeit, Projekte und Konzepte abzuarbeiten, für die sonst kaum Zeit ist. Außerdem sammelt unser sportlicher Bereich mit seinen mehrtägigen Maßnahmen über das Jahr viele Überstunden an, die sie jetzt abbauen können.

Für die Mitarbeiter der Geschäftsstelle gibt es Home-Office-Lösungen und im Grunde gilt das gleiche wie für die Landestrainer/-innen.

Werden geplante Qualifizierungsmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt?

Grundsätzlich sind wir bestrebt, schnellstmöglich alle Qualifizierungsmaßnahmen nachzuholen und neue Termine dafür zu finden, sobald die Ausnahmesituation überstanden ist. Da es jedoch ein großer Unterschied ist, ob man eine Kurzschulung oder einen Lizenzlehrgang durchführt, kann es natürlich auch passieren, dass einzelne Maßnahmen in das nächste Jahr geschoben werden müssen. Wir versuchen aber für alle Teilnehmer eine gute und transparente Lösung zu finden.

Die sächsischen Vereine, die auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind, haben schon signalisiert, dass schwierige wirtschaftliche Zeiten auf sie zukommen werden. Welche Hilfsmöglichkeiten sieht der SFV?

Die wirtschaftlichen Folgen werden nicht nur im Fußball eine tiefe Wunde hinterlassen und wir können als Verband diese Schwierigkeiten auch nicht allein lösen. Aktuell prüfen wir gemeinsam mit dem DFB, ob Hilfsprogramme aufgelegt werden können.

Welche Optionen sehen Sie für die Zukunft der Saison in den sächsischen Nachwuchsligen?

Für die aktuelle Situation gibt es leider kein Patentrezept. Unsere spielleitenden Stellen befassen sich intensiv mit allen möglichen Optionen. Eine Lösung können wir Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht präsentieren.

Verbotene „Reichsbürger“-Gruppe hat auch enge Beziehungen zu sächsischen Radikalen

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