Große europäische Aufgaben stehen den Spielerinnen des HC Leipzig in den nächsten Wochen bevor. Die Bundesliga-Partie bei den Vulkan-Ladies Koblenz/ Weibern avancierte damit unfreiwillig zu einer Art Warm-up für Europacup und EM. Auf die leichte Schulter nahm der HCL die Begegnung am Sonntag dennoch nicht. Lohn der konzentrierten Leistung ist die vorübergehende Tabellenführung im Gesamtklassement.

Klar, für den Leipziger Rekordmeister war ein Sieg in Koblenz Pflicht, um im äußerst engen Platzgerangel an der Tabellenspitze nicht unnötig Boden zu verlieren. Allerdings musste der HCL kurzfristig den Ausfall von Nationaltorhüterin Katja Schülke verkraften, die sich im Training eine Zerrung am Oberschenkel einfing. Außerdem fehlte noch Jessy Kramer, die nach einem Zusammenprall im Training ein geschwollenes Knie zu verarzten hatte. Dafür rückte Julia Plöger zwischen die Pfosten, die Unterstützung von der Juniorin Nicole Roth erhielt. Mit Michelle Urbicht – einer weiteren Juniorinnen-Nationalspielerin – komplettierte Trainer Stefan Madsen sein Aufgebot des Tages.
Die Leipzigerinnen brauchten allerdings ein paar Minuten, um richtig im Spiel anzukommen. Nachdem Maura Visser und Debbie Bont den 1:0-Rückstand in eine 1:2-Führung (3.) gedreht hatten, gönnte sich der HCL eine fünfminütige Treffpause, während der es den 2:2-Ausgleich (4.) setzte. Es war die berühmte Ruhe vor dem Sturm. Plötzlich war Leipzig da, ließ sieben Tore am Stück folgen, und hatte so bereits nach einem Viertel des Spiels den Grundstein zum letztlich deutlichen Sieg gelegt (2:9/ 16.). Über die Stationen 3:11 (21.) und 5:14 (26.) dribbelte man dem entspannten Halbzeitstand von 7:16 entgegen.

Marlene Windisch war es vorbehalten, schon kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit mit ihrem zweiten Saisontreffer einen 10-Tore-Abstand herauszuwerfen (9:19/ 34.). Kudlacz und Schulze schraubten diesen noch weiter nach oben (9:21/ 39.). Erst als Saskia Lang – die am Ende mit sechs Toren erfolgreichste Werferin der Partie – mit ihrem 11:25 (45.) die höchste Differenz des Tages beigesteuert hatte, bekam Koblenz/ Weibern ein winziges Zeitfenster zum Austoben. Mit einer Vier-Tore-Serie verkürzten sie in dieser Phase auf 15:25 (48.), was den Fahrplan des Spiels allerdings nicht mehr durcheinander zu wirbeln vermochte. Der Endstand von 18:31 darf deshalb getrost als völlig leistungsgerecht angesehen werden.

“Das war eine sehr konzentrierte Leistung meiner Mannschaft, mit der ich wirklich sehr zufrieden bin. Abwehr, Angriff und Engagement haben von Anfang an gestimmt”, anerkannte HCL-Trainer Stefan Madsen. “Wir haben mit der Leistung eine gute Grundlage für die schweren Europapokal-Spiele gegen Toulon gelegt”. Am kommenden Sonntag (17:00 Uhr) gastiert Leipzig zum Hinspiel im Cupwinners Cup zunächst in Frankreich. Das Rückspiel gegen Toulon Saint Cyr findet eine Woche später in der Arena Leipzig statt (18.11./ 14:30 Uhr).
Vulkan-Ladies Koblenz/ Weibern vs. HC Leipzig 18:31 (7:16)

Koblenz/ Weibern: Mikszto, Herbst, Kils (1), Atanasoska, Klingenberg (1), Zimmermann, Salz (3), Lennartz (2), Kinlend (3), Willimann, Pappert, Frank (1), Huber (3/2), Kazaki (4). Trainer: Ildiko Barna.
HC Leipzig: Plöger, Roth, Visser (5/4), Augsburg (1), Müller (1), Reiche, Kramer, Bont (4), Schulze (3), Kudlacz (5/2), Lang (6), Hubinger (5), Windisch (1), Urbicht. Trainer: Stefan Madsen.

Schiedsrichter: Philipp Dinges/ Daniel Kirsch. Zwei-Minuten-Strafen: Koblenz/ Weibern 2x (Kinlend, Pappert), Leipzig 3x (Visser, Müller, Kudlacz). Siebenmeter: Koblenz/ Weibern 2/3 (Huber 2/3), Leipzig 6/8 (Visser 4/6, Kudlacz 2/2). Zuschauer: 1.200 in der Sporthalle Oberwerth Koblenz.
FHC Frankfurt/Oder – TuS Metzingen 37:24
Koblenz/ Weibern – HC Leipzig 18:31
Bayer Leverkusen – DJK/MJC Trier 39:27
Frisch Auf Göppingen – HSG Blomberg-Lippe 32:27
HSG Bad Wildungen – Buxtehuder SV (am 7.11.)
VfL Oldenburg – Thüringer HC (am 7.11.)1.) HC Leipzig (9 Spiele/ 15 Punkte/ +55 Tore)
2.) Thüringer HC (8/ 14/ +70)
3.) Buxtehuder SV (8/ 14/ +50)
4.) VfL Oldenburg (7/ 12/ +52)
5.) FHC Frankfurt/Oder (9/ 10/ +20)
6.) Frisch Auf Göppingen (8/ 8/ 0)
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Das nächste Spiel:
Toulon Saint Cyr vs. HC Leipzig (Cupwinners Cup)
Sonntag, 11. November um 17:00 Uhr.

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