Jüdisches Leben in Gohlis: Ausstellung in der Michaeliskirche begibt sich auf Spurensuche

In der Michaeliskirche am Nordplatz ist die Ausstellung „Ich hatte einst ein schönes Vaterland – Jüdisches Leben in Gohlis und der äußeren Nordvorstadt“ zu sehen. Die Ausstellung von Elisabeth Guhr, die im letzten Jahr als „work in progress“ gezeigt wurde, ist weiter gewachsen und stellt neue Blicke auf jüdisches Leben vor – unter anderem jüdische Frauen im Widerstand, wie Gerda Taro, außerdem die Rauchwarenhändler, die um den Nordplatz herum lebten, wie Chaim Eitingon. Industrielle, Wissenschaftler und Künstler sind weitere Themen.

Elisabeth Guhr, Mitglied der Michaelis-Friedens-Kirchgemeinde, hat in den letzten Jahren intensiv zur jüdischen Geschichte im Stadtteil geforscht. Sie hat dabei festgestellt, dass kaum noch jemand etwas darüber weiß.

„Es ist wie ein blinder Fleck“, sagt sie, und erläutert ihre Motivation: „Deshalb ist mir viel daran gelegen, zu zeigen, welche Verluste Leipzig und speziell unser Gemeindegebiet durch die Vertreibung, Zwangsemigration und schließlich Deportation der jüdischen und jüdisch-stämmigen Bevölkerung in der Zeit des Nationalsozialismus erlitten hat. Ich möchte an die vielen jüdischen Nachbarn erinnern, die hier zu Hause waren und deren Nachkommen heute über die ganze Welt zerstreut sind.“ (Gemeindenachrichten August/September 2020)

Bis zum 29. Oktober 2020 ist die Ausstellung täglich von 15-18 Uhr bzw. nach den Gottesdiensten und Veranstaltungen zu besichtigen.

www.michaelis-friedens.de

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Am Kulkwitzer See. Foto: L-IZ

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