Sonderausstellung präsentiert einmalige Zeugnisse des schwierigen Neubeginns in Leipzigs Schulen 1945

Vor 75 Jahren, im Oktober 1945, wurde nach Monaten der Schließung, der bedingungslosen Kapitulation und dem Ende des Nationalsozialismus der Unterricht in den Schulen Leipzigs wieder aufgenommen. Das Schulmuseum nimmt dies zum Anlass für die Sonderausstellung „Schule nach der Stunde Null. Leipzig 1945/46“. Sie ist vom 16. Oktober bis 22. Dezember zu sehen und kann bei freiem Eintritt im Rahmen der Dauerausstellung besichtigt werden.
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Zahlreiche Leipziger Schulen waren zerstört oder schwer beschädigt. Lehrer waren in Kriegsgefangenschaft oder ideologisch belastet. Die Sorge um das tägliche Überleben bestimmt den Alltag der Kinder und Jugendlichen. „Von einem geordneten Schulbetrieb konnte unter diesen Umständen natürlich nicht die Rede sein. Stattdessen bestimmten die schlechte Versorgungsituation, großer Lehrermangel und kaum vorhandene Unterrichtsmaterialien die Situation in den überfüllten Schulen“, so Museumsleiter Dr. Thomas Töpfer.

Die Ausstellung ermöglicht Einblicke in diesen schweren Neubeginn anhand von Zeitzeugeninterviews, Dokumenten und Fotografien. Im Mittelpunkt steht dabei das akribisch geführte Protokollbuch der 44. Oberschule (später POS „Otto Engert“, heute Nachbarschaftsschule) in Leipzig-Lindenau. Dieses einmalige Zeugnis der Leipziger Bildungsgeschichte gibt die Beratungen des Lehrerkollegiums der Schule wieder, beginnend mit der ersten Zusammenkunft am 9. Mai 1945, einen Tag nach Kriegsende. Es wird im Rahmen der Ausstellung zum ersten Mal überhaupt der Öffentlichkeit präsentiert.

Die gezeigten Dokumente, Schulbücher und Lehrpläne werden durch Zeitzeugeninterviews begleitet, in denen Leipzigerinnen und Leipziger von ihrer Schulzeit in der unmittelbaren Nachkriegszeit berichten.

Die Ausstellung zeigt darüber hinaus historische Aufnahmen zerstörter Leipziger Schulen aus dem Archiv des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL). Darunter befinden sich mit der Thomas- und der Nikolaischule sowie dem König-Albert-Gymnasium die drei wichtigsten und traditionsreichsten Gymnasien der Stadt.

Die historischen Aufnahmen wurden in der Mehrzahl durch den Fotografen Johannes Baufeld 1945/46 aufgenommen. Die Fotos der heutigen Bausituation wurden von Martin Toste (IfL) gemacht. Sie entstanden für ein Ausstellungsprojekt das Leibniz-Instituts für Länderkunde und wurden dem Schulmuseum freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.

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