Bilder von der sichtbaren Wirklichkeit. Gegenständliche Malerei, die uns auf Anhieb zu erkennen gibt, was dargestellt ist: ein Waldweg, Spiegelungen auf der Oberfläche eines Gewässers, Wolkenformationen. Naturgetreue Wiedergabe, fotografisch genau, Realismus, Naturalismus, Fotorealismus.

Doch was ist das eigentlich: sichtbare Wirklichkeit? Ist das, was wir sehen, tatsächlich so, wie wir es sehen? Wie stofflich ist Wasser eigentlich, wie greifbar (also im haptischen Sinn)? Und wie stofflich sind Wolken? Je näher wir an die Gemälde von Gudrun Schüler herantreten, und je mehr Bilder wir von dieser Ausnahmekünstlerin zu sehen bekommen, desto drängender stellen sich uns solche Fragen.

Gebürtig in Oberfranken, beschäftigte sich Gudrun Schüler seit 1983 mit den gestalterischen Möglichkeiten des bildnerischen Ausdrucks: nebenberuflich zunächst und als Ausgleich zu ihrer Erwerbstätigkeit, doch bald immer konzentrierter und so, dass der Wunsch in ihr reifte, ihren Beruf aufzugeben und fortan als bildende Künstlerin zu arbeiten. Sie besuchte zahlreiche Kurse an diversen Kunstschulen und absolvierte zuletzt in Nürnberg ein 4-jähriges Studium der bildenden Kunst, das sie 2004 mit zertifiziertem Abschluss zu Ende brachte.

„Ikonographisch und inhaltlich entführt uns Adelbert Heil mit seinen kleinformatigen Plastiken in eine Welt des Rätselhaften und der Magie. Sein zentrales Thema ist der Mensch – manchmal in faktischen realweltlichen Lebenszusammenhängen, oft jedoch in seinem eigenen phantasiegeborenen Kosmos.

Die schmalen Sockel, auf denen die dargestellten Figuren herumturnen, die Plattformen, die ihnen als Bewegungsfelder dienen und die Balanceakte, die sie in körpersprachlichen Dialogen mit einander ausführen, stehen symbolisch für das soziale Umfeld, in dem sich der Mensch bewegt, vor allem aber für die seelischen Dispositionen, die dem Individuum als psychologische Lebenswelten zu eigen sind.

Manche der von Adelbert Heil miniaturhaft wiedergegebenen Bildfiguren versuchen, im Spiel mit sich selbst das Gleichgewicht zu halten, andere treten in einen körpersprachlichen Dialog mit weiteren Protagonisten, die sich bei genauerem Hinsehen als das Alter Ego ihrer selbst erweisen: als moralische Kontrollinstanz, als das „wahre innere Ich“ oder als das spiegelbildliche Gegenüber ihrer selbst.“[1]

3. Juli, 14 Uhr bis 16 Uhr
Eröffnung der Ausstellung
„hier und jetzt und dann“
Gudrun Schüler & Adelbert Heil
Malerei und Plastik
in der Galerie art Kapella Schkeuditz

[1] Dr. Matthias Liebel, Kunsthistoriker (Bamberg) / Auszug aus der Einführungsrede zur Ausstellungseröffnung in Dingolfing 2012

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