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Mittwoch, 20. Januar 2021

Rezension: Premiere von „Na Bestens!“ im Paulaner Palais

Von Terminredaktion

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    "Was macht ein Veganer, der einen Frosch im Hals hat?", fragt der Azubi (Carolin Fischer). "Gott gab den Rindern Hüften, damit wir Steaks essen können!", stellt die Küchenchefin (Anke Geißler) unmissverständlich klar, und dem Gaststättenleiter (Ralf Bärwolff) schwant, dass es hier schwierig werden wird, ein Menü komplett ohne "Fleesch" durchzusetzen. Anschließend führt der Scatman vom Piano (Jörg Leistner) ein musikalisches Wurst-und-Fleischsorten-Stakkato an: "Mett-Mett-Mett - Hack!" Die academixer singen, als wöllten sie den nächsten a-cappella-Wettbewerb gewinnen.

    Am 28. Juni feierte „Na Bestens!“ im Paulaner-Innenhof Premiere – der Auftakt der diesjährigen Sommerkabarett-Saison stand unter der Regie der mitwirkenden Anke Geißler. Ihre Inszenierung ist ein Best of beliebter Nummern, eingebettet in eine gastronomische Rahmenhandlung, die ideal an den gewählten Ort passt: Links betreut das Café Madrid die Gäste, rechts serviert das Restaurant Paulaner.

    Ein erwachsener Sohn heult der Psychotherapeutin die Ohren voll, weil sich sein Vater freiwillig ins Heim verabschiedet hat. Der Alte ging, weil er sich innerlich jung und vom Nachwuchs gegängelt fühlt – ein tolles Mütze-auf-Mütze-ab-Doppelspiel von Ralf Bärwolff, das in dem Satz gipfelt: „Senioren aller Länder, vereinigt Euch!“

    In einer weiteren Szene nehmen Rentner genau diese Aufforderung ernst und ihre Pfleger als Geißeln. Nach einem amüsanten Flüstertüten-Duell mit der Polizei geht es für sie nur noch in eine Richtung, nach oben. Und im erzgebirgischen Notmannsdorf? Geht’s mit dem Rückbau voran! Die Frauen sind bis auf drei ältere Ausnahmen nach Halle verschwunden und die Psychotherapeutin kann selbst mit aufreizender Unterstützung nichts gegen den Bürgermeister ausrichten.

    Ebenfalls nichts ausrichten kann der hilflose Steuerzahler a.k.a. Gaststättenleiter im Finanzamt. Ihm wurden sämtliche Konten gesperrt. Pfändung! „Das läppert sich: Läpper, läpper, läpper …“, erläutert die freundlich-unbeteiligte Bearbeiterin, der die „Klumpenzahlung“ des Kunden deutlich gegen den Strich geht. Sie bleibt hart, während der Mann kurz vor dem Erschießen steht, denn: „Das Gesetz ist hungrig.“ (Die Szene beruht auf einer wahren Begebenheit.)

    Da kommt ein Kaffee komplett gerade recht, mit Zucker und Faustan. Sogar, die Kekse, die sonst daneben auf dem Teller liegen, sind schon drin. Leggor!

    Das Publikum staunt, lacht, erkennt Szenen und Charaktere wieder, lernt andere kennen und genießt im schönen Innenstadt-Innenhof einen ebensolchen Sommerabend. Jörg Leistner, der Aram Chatschaturjan der vereinigten Kupfer- und Klostergasse, leitet das hauseigene Vocal-Pop-Ensemble beim abschließenden Vogellieder-Oberton-Kanon, der Jubel steigt hinauf zu den Sternen …

    Es spielen: Anke Geißler, Carolin Fischer, Ralf Bärwolff
    Musik: Jörg Leistner
    Regie: Anke Geißler
    Nächste Termine im Paulaner Palais: 29. Juli bis 2. August
    sonstige Repertoire: www.academixer.com

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