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Dresden zauberte 2015 ein BIP-Wachstum von 10 Prozent aus dem Hut

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    Was war da eigentlich 2014 in Leipzig los? Mit einem Riesensatz sprang Leipzig an die Spitze der sächsischen Wirtschaftsentwicklung, überholte Dresden einfach mal so mit links. Ein Jahr später konnte Leipzig zwar weiter zulegen, aber jetzt war es Dresden, das sich mit einem Riesensatz wieder an die Spitze setzte. Die sächsische Förderpolitik für die Landeshauptstadt macht sich immer wieder bemerkbar.

    Sie sorgt zwar immer wieder dafür, dass die mit viel Tamtam angesiedelten Zukunftsbranchen auch wieder in die Krise geraten – erinnert sei an das legendäre Silicon Valley mit den Dresdner Chipfabriken und die jüngst erst ins Trudeln geratene Solarbranche. Aber was Dresden 2015 hinlegte, mutet eher wie ein chinesisches Wachstumsmodell an: Um 10,1 Prozent sprang das Dresdner Bruttoinlandsprodukt (BIP) in die Höhe.

    Da staunen selbst die Landesstatistiker in Kamenz. Denn das brachte auch das gesamtsächsische BIP auf neue Höhen.

    „Knapp 114 Milliarden Euro Bruttoinlandsprodukt (BIP) wurden 2015 in Sachsen erwirtschaftet, 4,8 Prozent mehr als 2014 (jeweilige Preise). Innerhalb des Freistaates lagen die Resultate zwischen einem nominalen Wachstum um 10,1 Prozent in der Stadt Dresden bzw. 5,7 Prozent im Landkreis Zwickau  und den kleinsten Anstiegen in den Landkreisen Leipzig und Mittelsachsen (1,4 bzw. 2,3 Prozent). Eine maßgebliche Ursache für das hohe Wachstum in der Stadt Dresden war der überdurchschnittliche Zuwachs der Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe“, fügen sie noch hinzu.

    Was natürlich höchst unkonkret ist. Denn dieser Sprung trifft auf praktisch alle Unternehmen des produzierenden (und exportierenden) Gewerbes in Sachsen zu.

    In Dresden müssen mehr Faktoren zusammengekommen sein. Auch der Anstieg in den öffentlichen Budgets. Denn gerade die öffentliche Dienstleistung hat 2015 auch zugelegt, in ganz ähnlicher Größenordnung wie das produzierende Gewerbe. Vater Staat spielt durchaus eine Rolle bei der Konjunktur. Sofern er sein Geld auch wieder in die Kreisläufe einspeist und nicht in Pensionsfonds hortet.

    Solche Sprünge sind aber eher untypisch für die Wirtschaftsentwicklung in Sachsen. Die sächsische Wirtschaftskraft wächst eher kontinuierlich. Leipzig ist dafür das typische Beispiel.

    „Betrachtet man den Zeitraum seit 2010, so verzeichnete die Stadt Leipzig seither das höchste Wachstum des BIP“, betonen die Landestatistiker. „Im Landkreis Mittelsachsen gab es dagegen die geringste Entwicklung. 2015 wurde in Sachsen ein BIP in Höhe von 27.899 Euro je Einwohner erreicht. Mit 37.153 Euro je Einwohner lag die Stadt Dresden an der Spitze der Kreise (entspricht nahezu dem Deutschlandwert). Das geringste Pro-Kopf-BIP verzeichnete der Erzgebirgskreis mit 21.375 Euro, wobei zu berücksichtigen ist, dass nicht nur die Einwohner des jeweiligen Kreises, sondern auch die Einpendler an der Erwirtschaftung des Kreis-BIP beteiligt sind. Wird das BIP auf die Erwerbstätigen bezogen, ergaben sich in den gleichen sächsischen Kreisen das Maximum und das Minimum. So reichte die Spanne von der Stadt Dresden mit 62.579 € bis zum Erzgebirgskreis mit 49.054 Euro (Sachsen 56.379 Euro). Damit repräsentierte die Stadt Dresden knapp 89 Prozent des gesamtdeutschen Wertes, während der Erzgebirgskreis auf rund 70 Prozent kam.“

    Aber wie gesagt: Das Jahr 2015 war eine (Dresdner) Ausnahme. „Im Vergleich zu 2010 gab es beim BIP je Erwerbstätigen in den Landkreisen Zwickau, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und der Stadt Leipzig die höchste Dynamik, am geringsten fiel das Plus in Mittelsachsen aus.“

    Leipzig hat seine Wirtschaftsleistung seit 2010 um über 32 Prozent gesteigert. In Zahlen: Von 14,4 auf 19,1 Milliarden Euro. Dresden startete 2010 (also gleich nach der Finanzkrise) sowieso schon von einem höheren Level von 16,4 Milliarden Euro und legte seitdem noch einmal 22 Prozent drauf.

    Das sächsische BIP stieg in diesem Zeitraum übrigens von 95 auf 113,6 Milliarden Euro (aufgerundet: 114 Milliarden). Und 2016 ging die Entwicklung weiter, konnte das Landes-BIP noch einmal gesteigert werden auf 118,5 Milliarden Euro.

    Der permanente Zuwachs an Wirtschaftsleistung wurde nur einmal, im Krisenjahr 2009, unterbrochen, als es ein Minus von 4,2 Prozent gab. Seit 2014 schwankt die Zuwachsrate um die 4,5 Prozent. Was selbst im jüngeren historischen Vergleich viel ist. Nur in den frühen 1990er Jahren, als man mal bei 36,5 Milliarden Euro BIP startete, gab es höhere Wachstumsraten.

    Dass die Landkreise Leipzig und Nordsachsen scheinbar so eine schwache Vorstellung bieten, hat mit der extremen Rolle von Leipzig als zentraler Arbeitsgeber zu tun. Hier konzentriert sich die wachsende Wirtschaft (und zwar nicht nur im starken Industriegürtel im Norden), entsprechend stark ausgeprägt sind die Pendlerströme.

    Detaillierte Zahlen für 2016 liegen noch nicht vor. Aber auch Leipzig wird sich mittlerweile auf ein Bruttoinlandsprodukt von 20 Milliarden Euro zuarbeiten. Auch vom BIP her wächst das Gewicht der beiden größten Städte unaufhörlich. Was dann – Überraschung – natürlich auch die Wanderungsströme wieder verstärken wird.

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