Volle Auftragsbücher, Kummer in der Zeitarbeit und nicht nur Gejammer in der Energiefrage

Konjunkturumfrage der sächsischen IHKs zum Jahresbeginn

Für alle LeserAm Donnerstag, 7. Februar, veröffentlichte die Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern im Freistaat Sachsen die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2019 und kam zu dem Fazit: „Wachstumstempo lässt nach“. Aber wenn man sich die Zahlen genauer anschaut, kommt man ins Grübeln: Von welcher Wirtschaft sprechen wir da eigentlich? Und um welches Wachstum geht es?

Die aktuelle Konjunkturumfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammern, an der sich 1.760 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Einzel- und Großhandel, Dienstleistungen und Verkehr mit rund 98.000 Beschäftigten beteiligten, zeigt – so interpretieren es die Geschäftsführungen der drei sächsischen IHKs – dass die Konjunktur ihren Zenit überschritten habe.

„Der IHK-Geschäftsklimaindex drückt die abgeschwächte Wachstumsdynamik der sächsischen Wirtschaft aus. Vor allem aufgrund der zuletzt verhalteneren Prognosen geht der Index weiter auf aktuell 130 Punkte zurück.“

Der Index entsteht durch das Abfragen der augenblicklichen Lageeinschätzung (gut, schlecht oder befriedigend) und die Einschätzung der Geschäftserwartungen (gut, schlecht, befriedigend). Die Unternehmen sind in Branchen gegliedert. Deshalb begegnen sich dann auch Unternehmen, die miteinander konkurrieren in derselben Branche.

Die einen, die bislang mit alten Geschäftsmodellen erfolgreich waren, verlieren an Boden, die anderen wachsen. Wenn sie dürfen und nicht an Gesetzen scheitern, die ihnen die Arbeit erschweren. Oder an einer Industriepolitik, die alte, umweltschädliche Technologien bevorteilt und subventioniert, Start-ups mit neuen, klugen Ideen aber das Geld entzieht.

All das macht so eine Umfrage leider nicht sichtbar. Deswegen darf man auch die geäußerten Argumente durchaus mit der Pinzette anfassen. Man bekommt nur General-Stimmungswerte, aber keine echten Daten und Fakten zu Wachstum – von was auch immer.

Tatsächlich hat sich am Grundrauschen seit der Herbstumfrage so gut wie nichts geändert: „Die Geschäftslage der Unternehmen bewegt sich zum Jahresbeginn 2019 auf dem Niveau der beiden Vorumfragen im Frühjahr und Herbst 2018, liegt allerdings unter der vom Jahresbeginn des Vorjahres. Aktuell bewerten 63 Prozent der Unternehmen ihre Lage mit gut (JB 2018: 67 Prozent). Der Lagesaldo aus guten und schlechten Urteilen bewegt sich mit 57 Prozentpunkten auf hohem Niveau, aber merklich unter dem Höchststand von 2018 mit 63 Prozentpunkten. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen geben in allen Wirtschaftsbereichen gegenüber dem Vorjahreszeitraum nach. Für die kommenden 12 Monate rechnen 88 Prozent mit besseren oder gleichbleibenden Geschäften (JB 2018: 93 Prozent).“

Auch in der Industrie ist die Lage nach wie vor gut.

Denn, so schätzen selbst die IHKs ein: „In der sächsischen Industrie setzt sich das Wachstum fort. Die Stimmung ist aber weniger euphorisch als Anfang 2018. Eine Vielzahl von Geschäftsrisiken bremst zunehmend das konjunkturelle Wachstum. Die Geschäftslage verringert sich auf +57 Saldopunkte – ein Rückgang um 8 Prozentpunkte binnen Jahresfrist. Tendenziell eher verhaltene bis rückläufige Auftragseingänge aus dem In- und Ausland lassen den Blick auf die nächsten Monate eher vorsichtiger ausfallen. Von daher geben die Geschäftserwartungen erneut nach. Der Saldo fällt von 23 Saldopunkten zu Jahresbeginn 2018 auf nun 10 Punkte.“

Die Hitliste der genannten Geschäftsrisiken. Grafik: Sächsische IHKs

Die Hitliste der genannten Geschäftsrisiken. Grafik: Sächsische IHKs

Bauchschmerzen gibt es vor allem in der Autobranche, wo man nun merkt, dass die Dieselaffäre so langsam aufs Geschäft durchschlägt. Der Außenhandel macht zwar Sorgen, hat aber 2018 für ordentliche Geschäfte gesorgt. Weil die Sachsen aber endlich ein bisschen mehr Geld verdienten, hat das vor allem die Konsumgüterindustrie beflügelt – auch wenn Sachsen davon nicht mehr allzu viel hat. Das meiste wird ja irgendwo in Asien hergestellt.

Was einem immer zu denken gibt: Werden die Chinesen aufhören, deutsche Maschinen zu kaufen, wenn sie ihre Konsumgüter weiter in Deutschland absetzen wollen?

Die Dienstleister hängen zwar irgendwie immer direkt dran an der Auftragslage der Industrie.

Eben darum sind sie aber auch ein besserer Indikator für den wirklichen Stand der Entwicklung. Fazit: „Sowohl bei den konsumorientierten als auch bei den unternehmensnahen Dienstleistern ist die Stimmung dank der starken Binnennachfrage hervorragend. Die Einschätzung zur Geschäftslage ist nahezu unverändert auf hohem Niveau. Die Geschäftsaussichten bleiben auch für 2019 insgesamt zuversichtlich, dennoch geben die Prognosen nach. Der Erwartungssaldo, der Anfang 2018 bei 18 Saldopunkten lag, notiert gegenwärtig bei 11 Punkten.“

Wobei es einen Bereich in der Dienstleistung gibt, der laut und durchdringend jammert – das ist die Arbeitnehmerüberlassung, die sich maßlos darüber ärgert, dass die Regeln für Zeitarbeit ein bisschen eingeengt wurden. Was eigentlich bei den benachbarten Dienstleistern Kopfschütteln auslösen dürfte, die oft über fehlende Fachkräfte klagen.

Der Fachkräftehunger ist zwar ein Stück weit zurückgegangen, ist aber noch immer Sorgenkind der Unternehmen Nr. 1. Was wohl auch heißt: Die Zeitarbeitsfirmen sehen ihre Pfründe schwinden und die suchenden Unternehmen setzen weniger auf billig, befristet und schnell-raus-schnell-rein.

Denn gut ausgebildete Leute brauchen sie alle. Allen voran die Bauwirtschaft, die zwar irgendwie etwas sinkende Zukunftserwartungen signalisiert, obwohl jeder Bürgermeister in der Region sagen kann, dass er gar nicht alle Bauaufträge an den Markt kriegt. Also was denn nun? Die Auftragsbücher sind nicht nur übervoll, sie laufen über. Und trotzdem jammern einige Chefs?

Die Einschätzung der Bauwirtschaft. Grafik: Sächsische IHKs

Die Einschätzung der Bauwirtschaft. Grafik: Sächsische IHKs

Oder mit den Worten der IHKs: „Dank der anhaltend starken Auftragslage und der hohen Kapazitätsauslastung läuft die Bauwirtschaft weiter auf Hochtouren. Die Bauunternehmen sind mit ihrer Geschäftslage sehr zufrieden und gehen mit gut gefüllten Auftragsbüchern ins neue Jahr. Gut drei von vier Befragten beurteilen ihre Geschäfte mit ‚gut‘. Nur 3 Prozent sind mit ihrer Situation unzufrieden. Mit 75 Saldopunkten verfehlt die Baubranche nur knapp ihr Allzeithoch aus der vorherigen Umfrage. Die Geschäftserwartungen geben saisonal bedingt etwas nach, wobei insgesamt vier von fünf Unternehmen gleichbleibende Geschäfte prognostizieren.“

Der Einzelhandel hat übrigens endlich mal gejubelt. Denn wenn die Sachsen einigermaßen Geld in der Börse haben, klingeln die Kassen.

„Die Branche profitierte von einer stabilen Arbeitsmarktlage, Einkommenszuwächsen und niedrigen Zinsen, muss sich aber auch einem harten Preiswettbewerb und einer stark wachsenden Zahl von Online-Anbietern stellen“, schätzen die IHKs ein. „Per Saldo bewegt sich damit die Lageentwicklung mit 45 Punkten unter der des Vorjahres (49 Punkte), aber günstiger als im Herbst. Trotz der wieder besseren Geschäfte bleiben die Einzelhändler mit ihren Geschäftserwartungen Anfang 2019 eher zurückhaltend. 64 Prozent der Firmen rechnen mit einer gleichbleibenden Geschäftslage.“

Auch die Geschäftslage im sächsischen Großhandel bleibt auf hohem Niveau stabil.

Und dann ist da die Branche, die jetzt so langsam merkt, dass Deutschland im Verkehr vor 20 Jahren wahrscheinlich aufs falsche Pferd gesetzt hat.

„Im sächsischen Verkehrsgewerbe setzt sich die solide Geschäftsentwicklung nach einer saisonal bedingten Delle im Frühjahr fort. Dank der anhaltend starken Nachfrage nach Transportkapazitäten und logistischen Dienstleistungen liegen die Lagebewertungen auf einem insgesamt hohen Niveau“, finden die IHKs. „Dennoch wird deutlich, dass neben saisonalen Gründen auch wegen zunehmender Risiken die Stimmung nachlässt. 55 Prozent (JB 2018: 60 Prozent) berichten über eine gute und 6 Prozent über eine schlechte Geschäftslage (JB 2018: 2 Prozent). Die Geschäftserwartungen sind immer weniger von Zuversicht bestimmt. Der aktuelle Prognosesaldo liegt seit drei Jahren erstmals wieder im Minus.“

Wo er auch hingehört. Klingt zwar etwas scharf, ist aber so.

Im Bericht selbst heißt es dazu: „Als weitere Probleme werden unter anderem eine zunehmende Bürokratisierung, neue Regelungen zu Wochenruhezeiten, Mauterhöhungen, Umweltzonen, Dieselfahrverbote, das Lohngefälle im Wettbewerb mit ausländischen Konkurrenten oder der Brexit genannt. Die anhaltende, kräftige Baunachfrage, die Entwicklung des Onlinehandels einschließlich des wachsenden Paketlogistikmarktes, Kooperationen mit Wettbewerbern und die Digitalisierung der Geschäftsprozesse werden demgegenüber als Chancen der künftigen Entwicklung gesehen.“

In dieses Themenfeld gehören all die Geschichten zu übermüdeten Lkw-Fahrern, die wochenlang auf der Autobahn leben, zu nicht eingehaltenen Ruhezeiten, zu immer mehr reparaturbedürftigen Autobahnen, die für diesen Massen-Schwerlastverkehr nicht ausgelegt sind, aber auch die desolate Politik der Deutschen Bahn, die ihre Reservegleise demontiert und damit den Güterverkehr auf der Schiene ausgebremst hat. Hierher gehören aber auch die fehlenden Modernisierungen im Personennahverkehr, die Kleckerpolitik im ÖPNV und die massenweise Verlagerung ganz normaler Einkäufe auf die Straße – Lieferdienste, Online-Handel. Immer mehr Leute fahren alles mögliche Zeug zu Leuten, die zu faul sind, es sich im Laden an der Ecke zu kaufen – was auch in Leipzig zu desaströsen Verkehrsbehinderungen führt.

Das heißt: Wenn ein paar Unternehmen hier jubeln, jubeln sie auch, weil sie anderen das Geschäft kaputtgemacht haben und gleichzeitig massive Probleme für die Gesellschaft produzieren.

Dass es der Wirtschaft in Sachsen so insgesamt derzeit nicht schlecht geht und die Banken bereit sind, noch tüchtig Kredite auszureichen, zeigen die 70 Prozent gleichbleibender oder steigender Investitionsausgaben (JB 2018: 74 Prozent). Nur 30 Prozent der befragten Unternehmen planen weniger Ausgaben für Investitionen.

Und wie ist das mit den fehlenden Fachkräften? – „Die Personalnachfrage hält zwar weiter an, stellt sich aktuell jedoch verhaltener als noch zu Jahresbeginn 2018 dar. 22 Prozent aller Befragten beabsichtigen in den kommenden 12 Monaten zusätzliche Arbeitskräfte einzustellen (JB 2018: 27 Prozent). 12 Prozent rechnen mit einer Personalreduzierung in ihren Unternehmen.“

Was sehen die IHKS als wichtigste Geschäftsrisiken?

„Insbesondere haben sich die außenwirtschaftlichen Spannungen mit Handelsstreitigkeiten, Sanktionen und Strafzöllen sowie die mit dem Brexit verbundenen Unsicherheiten verschärft, was nicht ohne Folgen für die Auslandsbestellungen und die Exporte bleibt“, schreiben die IHKs.

„Im Inland belasten jedes zweite Unternehmen die Entwicklung der Arbeitskosten (u. a. Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenkassenbeiträge, Mindestlohnanhebung) und steigende Rohstoff- und Kraftstoffpreise. Die demografische Entwicklung insbesondere im ländlichen Raum stellt zudem konsumorientierte Branchen vor wachsende Herausforderungen. Das größte Geschäftsrisiko ist aber für 57 Prozent der Unternehmen weiter der Fachkräftemangel. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (Energiepolitik, Arbeitszeitgesetze, Diskussionen um Kohleausstieg, Dieselfahrverbote, Russlandsanktionen) einschließlich wachsender Bürokratie bereiten mehr als einem Drittel (37 Prozent) der Befragten weiterhin massive Probleme.“

Wer dann freilich sieht, dass die Sorgen um Kraftstoffpreise und Energiekosten nach oben geschnellt sind, ohne dass diese Kosten tatsächlich schon auffällig gestiegen sind, der merkt, wie sehr die Antworten aus den Unternehmen vor allem Gefühl und medialer Nachklapp sind.

„Die Energiewende muss neben dem Klimaschutz ebenso Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit als zentrale Faktoren für den Wirtschaftsstandort sicherstellen. Neben dem Netzausbau und der Angleichung der Netzentgelte in ganz Deutschland muss eine stärkere Flexibilisierung von Angebot und Nachfrage die wachsende Volatilität der Erzeugung über den Markt auffangen“, beschreiben die IHKs die Ansprüche an die kommende Energiewelt.

„Ein weiterer Anstieg der Energiepreise muss abgewendet bzw. kompensiert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit aller Marktteilnehmer sicherzustellen. Die Empfehlungen der ‚Kohlekommission‘ sind rasch in gesetzliche Regelungen zu überführen, um Planungssicherheit zu gewährleisten und den Strukturwandel zu gestalten. Besonderes Augenmerk muss den Check-Points in den Jahren 2023, 2026 und 2029 zukommen, um ggf. auf sich nicht einstellende Fortschritte beim Zuwachs der Erneuerbaren Energien, dem Netzausbau, der Versorgungssicherheit und der Strompreisentwicklung reagieren zu können.“

Das darf man auch so lesen: Es gibt viel zu tun, höchste Zeit, dass die Ärmel hochgekrempelt werden und endlich dran gearbeitet wird.

Konjunkturumfrage
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Wie man aus einem Verkehrsminister, der gerade 360 Millionen Euro verteilt hat, einen Bankrotteur macht
Wenn Fördergelder den Bedarf nicht decken ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist zwar Landtagswahlkampf und Politiker greifen zur großen Keule. Aber das heißt nicht, dass sie tatsächlich so frei sind, Tatsachen immer wieder verdrehen zu können. So lange, bis falsche Behauptungen dabei herauskommen, so wie beim sächsischen FDP-Vorsitzenden Holger Zastrow am Freitag, 19. Juli: „Leerer Fördertopf für kommunalen Straßenbau ist Bankrotterklärung von Verkehrsminister Dulig.“ Die Frage lautet: Warum schießt er auf den schwächeren Gegner?
Bei Nacht und Nebel (2): Von Abschiebungen, Drittstaatenregelung und Illegalität + Videos & Bildergalerie
Etwa 500 Demonstranten rufen am Tag danach: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Nachbarn klaut.“ © Michael Freitag

© Michael Freitag

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausg. 69Als sich die knapp 500 herbeigelaufenen Anwohner, Studenten, Presse und Aktivisten am 10. Juli 2019 auf der Hildegardstraße gegen 1 Uhr Aug in Aug mit der uniformierten Staatsmacht und deren Gewalt konfrontiert sehen, ist das eigentliche Drama längst geschehen. Leise, schnell und überaus effizient. Der Sohn der Familie A. ist vor Stunden von einer Art Greiftrupp der Polizei in ein Auto bugsiert und weggefahren worden, seine Mutter befindet sich mit einem Nervenzusammenbruch im Krankenhaus.
1.422 ältere Lehrerinnen und Lehrer bekommen aktuell eine Bindungszulage
Die Rotstiftpolitik hat dem sächsischen Bildungssystem gar nicht gutgetan. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSachsen kam spät zu Potte, was das Thema Lehrermangel betrifft. Eigentlich erst 2016. Da hieß die zuständige Kultusministerin noch Brunhild Kurth und nach fünf Jahren des Versuchs, das Problem mit den fehlenden Lehrer/-innen irgendwie mit Notfallkoffern zu lösen, beschloss Sachsens Regierung endlich ein „Lehrermaßnahmenpaket“, für das einmal richtig Geld in die Hand genommen wurde. Über 200 Millionen Euro. Ein Bestandteil dieses Pakets war die sogenannte Bindungszulage.
Vom 15. bis 18. August: 50 Jahre Woodstock – 23 Jahre Flowerpower Leipzig
Tino Standhaft. Foto: Elia van Scirouvsky

Foto: Elia van Scirouvsky

Leipzig ist eine der schönsten Städte und immer einen Besuch wert – besonders vom 15. bis zum 18. August 2019, wenn die weit über die Grenzen Leipzigs bekannte Musikkneipe »Flowerpower« an diesem Wochenende 50 Jahre Woodstock und ihren 23. Geburtstag feiert! Es waren genau diese Tage vor 50 Jahren, als Woodstock zum Sinnbild einer Generation wurde, und ohne diese Zeit hätte es das Flowerpower Leipzig – mittlerweile mit Ablegern in anderen Städten – nie gegeben.
In der Polizeidirektion Leipzig fehlen noch immer 143 Polizeibeamte zur Soll-Stärke
Sächsischer Polizist - hier bei der Neueinkleidung 2010. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserWenn in Sachsen alljährlich die neuen Fallzahlen der Kriminalpolizei veröffentlicht werden, dann zeigen viele Finger schnell auf Leipzig, fallen Begriffe wie „Kriminalitätshochburg“ und auch die zuständigen Innenminister tun gern so, als hätte man da mit Leipzig ein besonderes Problem. Die zuständigen Polizeipräsidenten pressen dann meist lieber die Lippen aufeinander. Denn Leipzig war bei der Ausstattung mit Polizisten in den vergangenen Jahren stets das fünfte Rad am Wagen.
2018 starben in Sachsen 27 Menschen an einer Infektion mit antibiotikaresistenten Keimen
Luftbild Klinikums St. Georg. Foto: Klinikum St. Georg

Foto: Klinikum St. Georg

Für alle LeserDie Frage musste dann auch einmal gestellt werden. Denn seit Jahren machen multirestistene Keime unseren Krankenhäusern zu schaffen. Bisherige Antibiotika helfen nicht mehr gegen sie. Der Kampf um das Leben der Patienten wird immer schwerer. Und nicht alle Patienten überleben die Begegnung mit diesen Keimen. Wie sieht es eigentlich aktuell in Sachsen aus, wollte Susanne Schaper wissen.
Unterstützung der Staatsregierung für die TU Dresden hat sich gelohnt, jetzt geht es um die Grundsicherung aller Hochschulen in Sachsen
Blick von der Bergstraße auf das Hörsaalzentrum der TU Dresden. Foto: TU Dresden

Foto: TU Dresden

Für alle LeserFür mehr hat’s nicht gereicht, könnte man auch sagen zur Auszeichnungen der TU Dresden in der Exzellenzinitiative der deutschen Universitäten. Dass ein Land wie Deutschland exzellente Hochschulen braucht, ist klar. Doch wie stellt man das an sie zu schaffen, wenn es keine milliardenschweren Förderer gibt wie in den USA? Da muss der Staat ran, beschloss die Bundesregierung 2004. Aber das Geld sollten nur die Universitäten bekommen, die sich in einem echten Fight durchsetzen würden.
Wie Sachsens Regierung Drogenpolitik betreibt, ist sie tödlich für die Betroffenen
Südfriedhof Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm heutigen 21. Juli ist Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher/-innen. Ein Tag, der eigentlich auch zum Nachdenken darüber anregen sollte, ob die Drogenpolitik in Sachsen Sinn macht, ob sie überhaupt hilft oder doch nichts anderes ist als Drohpolitik, mit der Repression und Polizeizugriffe erzwungen werden, wo eigentlich echte Hilfe für die Betroffenen gebraucht wird. Den Druck spürt auch eine Stadt wie Leipzig.
Antifaschisten verhindern Demonstration der „Identitären Bewegung“ in Halle
Demonstration gegen die „Identitäre Bewegung“ in Halle. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserFür die Aktivisten der „Identitären Bewegung“ sollte es die größte Party des Jahres werden: ein „Sommerfest“ an ihrem Wohnprojekt in Halle und eine Großdemonstration durch die Stadt. Letzteres scheiterte schon allein daran, dass nicht mehr als 200 Personen zu dem Event erschienen. Zudem verhinderten Antifaschisten mit effektiven Blockaden, dass es überhaupt zu einer Demonstration kam.
Mehr als „einfach mal tanzen“: Die Global Space Odyssey in Leipzig + Video & Bildergalerie
Eine kleine Liste der gestorbenen Clubs in leipzig fuhr als Grabstein auf der GSO 2019 mit. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserRitual, Spaß oder echte Demo? Die Global Space Odyssey (GSO) Leipzig hat schon diverse Einschätzungen hinter sich, gern von außen formuliert, oft falsch. Seit den Zeiten als „Hanfparade“ stehen immer wieder neue Ziele auf der Agenda der jährlich zwischen 2.000 bis 4.000 Teilnehmer. So auch am 20. Juli 2019 auf der Route von Connewitz zum Wagnerhain im Westen der Stadt.
Gastkommentar von Christian Wolff: Widerstand
Weiße Rosen bei der AfD - die Geschwister Scholl werden für einen Kampf missbraucht, den sie, wie wohl auch Daniel H., ganz anders gesehen hätten. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserEr ist der zentrale Begriff für diesen Tag: Vor 75 Jahren versuchten Angehörige der Wehrmacht, Adolf Hitler auszuschalten und dadurch das nationalsozialistische Terrorregime zu beenden. Dieser Versuch scheiterte. Hitler und die Nationalsozialisten verschärften nach dem 20. Juli 1944 den Terror nach innen und außen und setzten den Holocaust in einer ins Unermessliche gesteigerten Grausamkeit fort.
Warum die Freien Wähler sauer sind, dass sie in der sächsischen Wahlstatistik unter ferner liefen abgelegt wurden
Gemeindewahlergebnisse im Landkreis Leipzig im Mai 2019 - extra herausgehoben die Stadt Grimma. Grafik: Freistaat Sachsen, Landesamt für Statistik

Grafik: Freistaat Sachsen, Landesamt für Statistik

Für alle LeserEinigermaßen sauer waren die Freien Wähler schon, als die sie nach den Kommunalwahlen am 26. Mai in Sachsen nur unter „ferner liefen“ genannt wurden und die CDU als Gewinner der Kommunalwahlen verkündet wurde. Aber eigentlich musste man die Freien Wähler gar nicht mit der Lupe suchen.
Am 16. August will das Bündnis Gemeinschaftsschule in Sachsen die Unterschriften im Sächsischen Landtag übergeben
Das Bildungsideal eines vergangenen Jahrhunderts. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Statement ist deutlich: 47.046 bestätigte Unterschriften hat das Bündnis Gemeinschaftsschule in Sachsen gesammelt, um den Volksantrag für diese wichtige ergänzende Schulart endlich in Gang zu bringen, die das längere gemeinsame Lernen der Kinder erst möglich macht. Am 16. August soll das Unterschriftenpaket dem Landtagspräsidenten übergeben werden.
Das Ziel von 220 Millionen LVB-Fahrgästen passt überhaupt nicht zum 365-Euro-Jahresabo
Straßenbahntunnel an der Jahnallee. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserZum 1. Januar hatte Wien 1.897.491 Einwohner. 2018 erreichten die Wiener Verkehrsbetriebe einen neuen Fahrgastrekord: 965,9 Millionen Menschen nutzten die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt Wien, jener Stadt, die mit ihrem 365-Euro-Jahresticket mittlerweile zum Vorbild für etliche deutsche Großstädte wie Berlin geworden ist. Und natürlich auch für Leipzig.
Zum 200. Geburtstag gestalten HTWK-Studierende eine Clara-Schumann-Ausstellung im Musikinstrumentenmuseum
Auch dieses Tafelklavier (Detail) von Breitkopf & Härtel, Leipzig, aus dem Jahre 1846 wird in der Ausstellung gezeigt. Foto: Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig (4506)

Foto: Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig (4506)

Für alle LeserAm 13. September ist ganz offiziell der 200. Geburtstag der in Leipzig geborenen Pianistin und Komponistin Clara Schumann. Keine andere Künstlerin des 19. Jahrhunderts hat das romantische Konzertleben so entscheidend beeinflusst wie Clara Schumann. Schon in jungen Jahren faszinierte sie als „Wunderkind“ und wurde in ganz Europa als Klaviervirtuosin gefeiert. Bis ins hohe Alter blieb sie eine der prägendsten und erfolgreichsten Künstlerinnen ihrer Generation.