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Ab 2023 werden die Leipziger Klärschlämme in Bitterfeld-Wolfen weiterverwertet

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    Das war's dann für Lippendorf. Nicht einmal die Leipziger Klärschlämme werden ab 2023 noch zur Mitverbrennung ins Kohlekraftwerk im Leipziger Süden gekarrt werden müssen. Das deutete sich schon an, als die Leipziger Stadtwerke im Juni 2019 den Bau ihres neuen Gaskraftwerkes in der Bornaischen Straße ankündigten. Die ländergrenzenüberschreitende Lösung wurde nun am Donnerstag, 10. September, vertraglich besiegelt.

    Mitteldeutsche Klärschlämme werden ab dem 1. Januar 2023 nämlich in Bitterfeld entsorgt und thermisch weiterverwertet. Eine entsprechende Zehn-Jahres-Kooperation schlossen am Donnerstag, 10. September, länderübergreifend die Leipziger Wasserwerke und die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH mit der KSR Klärschlammrecycling GmbH (KSR) im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen.

    In einer gemeinsam durchgeführten europaweiten Ausschreibung vergaben Halle und Leipzig die Verwertung von jährlich insgesamt 66.500 Tonnen entwässertem Klärschlamm aus ihren kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen. Neben der thermischen Vorbehandlung und Verwertung ab Januar 2023 organisiert die KSR spätestens ab 1. Januar 2029 auch die dann gesetzlich vorgeschriebene Phosphorrückgewinnung. Bisher werden die Klärschlämme der beiden Kommunen in der Landwirtschaft verwendet oder der Mitverbrennung in Kraftwerken zugeführt.

    Zentrale Klärschlammverwertung für Mitteldeutschland

    „Als kommunale Entsorger stellen wir uns den wachsenden Anforderungen an eine nachhaltige Klärschlammbehandlung. Aus Umweltgesichtspunkten sollte Klärschlamm, als Träger von Mikroplastik und Spurenstoffen, nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden“, erklärte am Donnerstag der Geschäftsführer der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH, Jörg Schulze.

    „Um Investitionen zielgerichtet in den Ausbau und die Substanzwerterhaltung unserer Trink- und Abwasseranlagen einzusetzen, haben wir uns gemeinschaftlich mit unseren kommunalen Partnern entschieden, statt des Baus und Betriebs einer eigenen Verbrennungsanlage einen kompetenten Partner mit vorhandenem Knowhow mit der Aufgabe der Klärschlammverwertung zu betrauen.

    Hier sind wir in Bitterfeld-Wolfen an einem bewährten Standort und zudem regional fündig geworden. Durch Bündelung der Klärschlammmengen mit unseren kommunalen Partnern haben wir für Betreiber und Errichter von Monoverbrennungsanlagen eine interessante Größenordnung erreicht.“

    „Wir nutzen die vor Ort neu entstehende Monoverbrennungsanlage länderübergreifend und mit kurzen Transportwegen, was unter Umweltgesichtspunkten natürlich von Vorteil ist. Zudem besticht der Industriestandort Bitterfeld-Wolfen durch seine vorhandene Infrastruktur und die langjährigen Erfahrungen im Betrieb von Klärschlammverbrennungsanlagen. Wir erwarten uns dadurch eine hohe Verlässlichkeit“, betont der Technische Geschäftsführer der Leipziger Wasserwerke, Dr. Ulrich Meyer.

    Mit der Nutzung der künftigen Anlage leiste man zudem einen klimarelevanten Beitrag, insbesondere beim Boden- und Grundwasserschutz. „Wir sehen Klärschlamm als nachhaltige Quelle für eine ressourcenschonende Phosphorgewinnung. Auch die Kompetenz darin hat uns in Bitterfeld überzeugt.“

    Die künftige Klärschlammverwertung im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen

    Seit Oktober 2019 errichtet die KSR, ein Tochterunternehmen der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH und der Danpower GmbH im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen für rund 80 Millionen Euro eine der größten Klärschlamm-Verwertungsanlagen Deutschlands. Der Beginn der Inbetriebnahme ist für Sommer 2021 vorgesehen und der Start der regulären Produktion soll am Jahresende 2021 erfolgen.

    Jährlich werden dann ca. 260.000 Tonnen entwässerter Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen verwertet. Die angelieferten Klärschlämme werden in einem Mischbunker zwischengelagert und über verschiedene Fördersysteme zwei großen Scheibentrocknern zugeführt. Über den selbsterzeugten Dampf wird der Klärschlamm auf ca. 40 Prozent Wassergehalt getrocknet und dem Wirbelschichtofen zur Verbrennung zugeführt. Der erzeugte Dampf aus dem Kessel wird auf eine Dampfturbine geleitet. Abzüglich des Eigenbedarfs wird der dadurch erzeugte Strom in das öffentliche Netz gespeist.

    2018 wurden erstmals fast zwei Drittel des Klärschlamms in Sachsen thermisch entsorgt

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    3 KOMMENTARE

    1. Also dieser Artikel basiert vermutlich auf einer aktuellen PM der Leipziger Stadtwerke.
      Und selbst diese beweihräuchernde und lobhudelnde Mitteilung war bereits ein Copy & Paste einer Meldung vom Oktober 2019 aus Wolfen!

      Ohne CO2-Ideologien zu bemühen frage ich mich aber, was an dieser neuen Beseitigung von Klärschlämmen NACHHALTIGER sein soll?

      Nicht mehr landwirtschaftlich nutzen heißt = alles verbrennen?
      Man verbrennt also jetzt an einem anderen Ort Spurenstoffe und Mikroplastik?
      Und einzig allein Phosphor soll wiedergewonnen werden?
      Strom gab’s ja schon bisher.
      Das wäre wohl der einzige Unterschied zu Lippendorf.

    2. Wenn ich das richtig verstanden habe, bekommt das eine Kraftwerk den Schlamm nicht mehr, jetzt bekommt es halt ein anderes. Was ist daran so erwähnenswert?

    3. Ich verstehe die Freude über die Entscheidung gegen Lippendorf nicht und das war’s auch nicht, denn die Betriebserlaubnis erlischt ja erst 2038 nur kommt nun die Klärschlammverbrennung noch dazu und ob der geringere Transportbedarf das wieder ausgleicht, ist schwer zu ermitteln. Wo wird denn nach 2038 eigentlich euer Restmüll „thermisch verwertet“ und wie werden dann die heutigen Journalisten von L_IZ die Welt sehen?“ Wollen ihr wieder alles auf Halde kippen und das Grundwasser gefährden? Mir scheint hier viel CO2 Ideologie dahinterzustecken, von der ich übrigens auch mal überzeugt war. Solche Fragen werdet ihr beantworten müssen und eure Kinder sind dann vermutlich wieder für Atomkraft und lachen euch aus. Gute Reise wünsch ich euch und eh ich’s vergesse, wir haben nicht nur noch Platz, sondern auch jede Menge andere Ressourcen für viele Millionen hochqualifizierter Menschen.

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