Ab 2016 werden in Leipzig die ersten Elektrobusse getestet + Update

Das Zeitalter der Hybridbusse ist schon vorbei, bevor es so richtig begonnen hat. Die Idee war ja nicht dumm: Man koppelt einen Dieselmotor mit einem Elektromotor, lädt mit dem einen die Batterie des anderen noch während der Fahrt auf, speist auch noch die frei werdende Bremsenergie ein und schon hat man einen halben Elektrobus. 2011 begann das Hybridbus-Zeitalter mit wehenden Fahnen.

Damals übergab Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer den LVB den ersten einer ganzen Serie mit Bundesgeldern geförderten Hybridbusse der Firma MAN. Im Dezember konnten die LVB dann auf dem Leipziger Markt voller Stolz ihre neue Hybridbusflotte präsentieren. Seitdem rollen die Busse – recht geräuscharm – durch Leipzig. Doch vier Jahre Test im ganz normalen Linienbetrieb haben die wundersame Technik entzaubert. Sie tut zwar alles, was sie soll. Aber an einem wesentlichen Punkt hakt es: Die Busse schaffen nicht die notwendige Spritersparnis, um die Anschaffung der deutlich teureren Busse rentabel zu machen.

Was die Busse gegenüber modernen Dieselbussen teurer sind, wird durch die Spritersparnis im Linienbetrieb nicht wieder wettgemacht.

Und so verkündete LVB-Geschäftsführer Ronald Juhrs denn nebenbei beim Besuch in der SPD-Ortsgruppe Nordost am 17. November im Brockkaus-Gymnasium, dass das Leipziger Verkehrsunternehmen – zusätzlich zu den 19 schon gekauften – keine weiteren Hybridbusse anschaffen wird. Schon aus Kostengründen. Mehrmals betonte Juhrs: „Wir sind ein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen.“

Eine Formel, die auch extra für die anwesenden SPD-Stadträte gedacht war. Denn am Ende entscheidet der Leipziger Stadtrat, wie viel Zuschuss die LVB jedes Jahr bekommen und wie groß die Spielräume für Investitionen und Neuanschaffungen sind. Aber was machen die LVB, wenn sie nicht weiter auf die Hybridtechnologie setzen wollen?

„Wir werden so ab 2019/2020 einsteigen in den Elektrobusbetrieb“, sagte Juhrs am Dienstag. Also nichts Halbes und Hybrides mehr, sondern richtig fahren mit E-Bussen. „Das wird in anderen Verkehrsunternehmen genauso passieren. Wir werden da keine Ausnahme sein“, sagte Juhrs.

Begonnen hat das Projekt eigentlich schon im November 2013. Da kam der damalige sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok extra nach Leipzig gereist, um drei Projektpartnern einen dicken Förderscheck zu überreichen: Das waren neben den LVB noch das Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) aus Dresden und die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ), Fakultät Kraftfahrzeugtechnik. Ziel war es, ein neues Ladesystem für Elektrobusse zu entwickeln, mit dem sie in kurzer Zeit – zum Beispiel beim Halt an der Endhaltestelle – ihre Batterien füllen, um dann voll elektrisch ihre Runden zu drehen. Und das sollte auf keinen Fall das langsame Laden an einer Tanksäule sein, sondern die schon existierenden Leitungen der Straßenbahn sollten dafür genutzt werden.

Ein nicht ganz einfaches Thema. Ursprünglich sollte ja in Leipzig eine Teststrecke zwischen Connewitz Kreuz und Markkleeberg eingerichtet werden. Das hat so nicht ganz geklappt. Dafür berichtete das Fraunhofer Institut aus Dresden schon über die Einrichtung einer ersten Teststrecke. Und die Ergebnisse sehen wohl ganz gut aus, so dass Juhrs am Dienstagabend schon mal ankündigen konnte, dass Leipzig 2016 ebenfalls in die Tests einsteigen wird. Dann werden zwei vollelektrische Testbusse auf der Linie 89 auf die Spur gehen und die Leitungsinfrastruktur am Connewitzer Kreuz zum Aufladen ihrer Batterien nutzen.

Vielleicht wählen die LVB sogar gleich den 18. April 2016 als Start für die Testfahrten, denn gefeiert wird an dem Tag sowieso, deutete Juhrs an. Denn dann können die LVB auf 120 Jahre elektrische Straßenbahn in Leipzig zurückblicken. Das lässt sich ganz gut mit der Wiederaufnahme des elektrischen Busbetriebs verbinden, denn elektrische O-Busse gab es ja in Leipzig sogar noch bis in die 1970er Jahre.

Was dann logischerweise die Frage mit sich brachte: Wie geht es jetzt mit den Straßenbahnen weiter?

Erfreuliche Antwort: Ende 2016 wird tatsächlich die erste bestellte Straßenbahn von Solaris in Leipzig zu sehen sein. Fünf Fahrzeuge haben die LVB in diesem Jahr ja bei Solaris geordert. Die ersten Wagen gehen jetzt in Produktion und werden dann nach und nach an Leipzig ausgeliefert.

Der Vertrag wurde auch mit einer Option auf 36 weitere Fahrzeuge unterschrieben. Die brauchen die LVB natürlich alle, um die jetzt noch 110 Tatrabahnen im Fuhrpark zu ersetzen. Aber die über 100 Millionen Euro hat man dann doch nicht bar im Schreibtisch liegen. „Deswegen werden wir jetzt jedes Jahr im November, Dezember, genau auf unsere Zahlen schauen müssen und entscheiden, ob wir die nächste Tranche bestellen“, sagte Juhrs.

Ganz aus eigener Kraft können die LVB den Ankauf auch nicht stemmen. Deswegen liegt ja am heutigen 19. November eine Vorlage des OBM zur Entscheidung im Stadtrat vor, mit der die Stadt die Investition in diesem und im nächsten Jahr mit jeweils 2 Millionen Euro unterstützt.

Die Option für 2016 haben die LVB übrigens schon gezogen. Sie haben noch im November die Bestellung weiterer neun Solaris-Straßenbahnen ausgelöst, die natürlich nicht Solaris heißen, sondern Tramino. Die Traminos sind zwar kürzer als die Classic XXL von Bomardier, ersetzen aber je Fahrzeug zweieinhalb komplette Tatras.

Was die Frage mit sich bringt: Verschwinden die robusten Fahrzeuge aus Tschechien dann endgültig aus dem Streckennetz der LVB?

„Nicht ganz“, sagt Ronald Juhrs. Zwölf Bahnen bleiben als Störreserve erhalten – etwa für große Veranstaltungen oder Fußballspiele, wenn man zusätzliche Fahrzeuge braucht.

Blieb noch die Frage: Kommen denn die LVB mit ihrem Geld eigentlich aus? Das war doch eine wesentliche Grundfrage für die Einladung der SPD-Ortsgruppe?

Ein bisschen was sagte Juhrs dazu auch.

Das erzählen wir hier in Kürze, wenn wir mal 5 Minütchen Luft haben.

Nachtrag 19. November, 10.45 Uhr: Das Sächsische Wirtschaftsministerium meldet, dass die LVB für ihre neuen Straßenbahnen jetzt auch weitere Förderung vom Freistaat erhalten. Die Meldung:

Verkehrsminister Dulig: „Einsatz der neuen barrierefreien Straßenbahnen verbessert die Attraktivität des ÖPNV“

Die Leipziger Verkehrsbetriebe AG (LVB) können den Austausch ihrer in die Jahre gekommenen Tatra-Straßenbahnen fortsetzen. Einen entsprechenden Fördermittelbescheid hat das Unternehmen heute vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) erhalten. Mit rund 6 Millionen Euro fördert der Freistaat die Anschaffung von neun Niederflurstraßenbahnen.

Verkehrsminister Martin Dulig: „Eine Großstadt wie Leipzig braucht ein attraktives ÖPNV-Angebot. Deshalb freue ich mich, dass die Leipziger Verkehrsbetriebe nicht nur in eine leistungsstarke Infrastruktur, sondern auch in moderne Technik investieren. Der Einsatz der neuen barrierefreien Fahrzeuge verbessert die Attraktivität des ÖPNV und trägt dazu bei, dass die Leipziger und ihre Besucher auch künftig gern mit der Straßenbahn unterwegs sein werden.“

Seit 2014 betreiben die LVB die umfangreiche Modernisierung ihres Stadtbahn-Fuhrparks. Die alten noch in Betrieb befindlichen Tatra-Bahnen werden nach und nach ausgemustert und durch moderne Niederflurfahrzeuge ersetzt. Insgesamt planen die LVB die Anschaffung von 41 neuen Niederflurfahrzeuge. Der Freistaat Sachsen hat bereits 2014 den Erwerb von fünf neuen Stadtbahnfahrzeugen durch die LVB mit rund 7,7 Millionen Euro gefördert. Aller Voraussicht nach werden auch für die weiteren 27 Fahrzeuge Fördermittel zur Verfügung stehen.

Einen weiteren Förderbescheid haben die Leipziger Verkehrsbetriebe heute vom SMWA für den Neubau eines neuen Gleichrichterunterwerkes (Umspannwerkes) im Leipziger Stadtteil Reudnitz erhalten. Das alte Werk, das nach mehr als 30 Jahren die Grenze der Nutzungsdauer erreicht hat, soll abgerissen und am gleichen Standort durch einen Neubau mit vollständig neuer Anlagentechnik ersetzt werden. Mit dem Neubau soll zudem die Umstellung der Stromversorgung der Straßenbahnen von 600 Volt auf 750 Volt Spannung erfolgen. Der Freistaat fördert dieses Vorhaben mit rund 1 Million Euro.

Hintergrund:
Der Freistaat stellt 2015 im Landesinvestitionsprogramm rund 140 Millionen Euro für die Förderung von ÖPNV-Investitionsmaßnahmen zur Verfügung. Die LVB erhalten 2015 insgesamt rund 27 Millionen Euro – schwerpunktmäßig für den Ausbau des Straßenbahnbetriebshofes in Dölitz, für den Ausbau der Gleis- und Fahrleitungsanlagen der Straßenbahn auf der Wurzener Straße, Karl-Liebknecht-Straße und Dieskaustraße, für Fahrgastabfertigungstechnik und für die Beschaffung neuer Niederflurfahrzeuge. Seit 1991 wurde die Leipziger Verkehrsbetriebe AG im Rahmen der ÖPNV-Förderung mit fast 550 Millionen Euro gefördert.

LVBElektromobilitätTatraHybridbusse
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Filmprogramm zum Christopher Street Day Leipzig in der Cinémathèque
Quelle: Cinémathèque Leipzig e.V.

Quelle: Cinémathèque Leipzig e.V.

Auch in diesem Jahr beteiligt sich die Cinémathèque Leipzig mit einem Filmprogramm am Christopher Street Day Leipzig, der vom 10. bis 18. Juli stattfindet. Unter dem Titel „Let’s talk about ***“ erkundet unser moderiertes Kurzfilmprogramm, wie sich unterschiedliche Animationsfilme mit dem Thema Sexualität auseinandersetzen.
Der Stadtrat tagt: Thomas Dienberg ist neuer Baubürgermeister Leipzigs + Video
Leipzigs neuer Baudezernent Thomas Dienberg (Grüne) und Gratulant Burkhard Jung (SPD) Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIn Göttingen wurde Thomas Dienberg aus fachlichen Gründen vorfristig freigegeben; er konnte sich mit SPD-Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) nicht mehr auf gemeinsame Vorstellungen einer modernen Stadt einigen. Am 8. Juli 2020 stand der Grüne als einziger Kandidat zur Auswahl für die Nachfolge der scheidenden Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) für die Neubesetzung des Leipziger Amtes des Beigeordneten für Stadtentwicklung und Bau für die kommenden sieben Jahre.
Der Stadtrat tagt: Die Juli-Sitzung im Livestream und als Aufzeichnung
Der Stadtrat tagt in der Kongresshalle am Zoo. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenKurz vor der Sommerpause geht es im Stadtrat noch einmal zur Sache. Gleich drei Termine sind für diese und nächste Woche angesetzt; der erste davon heute am Mittwoch, den 8. Juli. Die L-IZ wird über ausgewählte Themen berichten. Ab circa 14 Uhr ist zudem ein Livestream verfügbar.
BUND Leipzig veröffentlicht zehn Forderungen für den kommunalen Klimaschutz in Leipzig
Lauter Dächer ohne Photovoltaik und Grün. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm heutigen Mittwoch, 8. Juli, steht das Sofortmaßnahmenprogramm des OBM zum Klimanotstand auf der Tagesordnung des Stadtrates. Es ist mit 20 Millionen Euro unterfüttert und versucht all das nun mit Geld zu untersetzen, was die Stadt in kurzer Frist noch umsetzen kann. Aber auch dem BUND Leipzig geht das viel zu langsam. Der hat jetzt ein eigenes 10-Punkte-Programm zum Klimanotstand veröffentlicht.
NABU Leipzig erinnert den Stadtrat daran, dass Klimaschutz und Biologische Vielfalt auch am Wilhelm-Leuschner-Platz zu beachten sind
Grüner Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAuf der Tagesordnung der Ratsversammlung am heutigen 8. Juli steht auch unter Punkt 21.17 die Vorlage der Verwaltung zum Bebauungsplan Nr. 392 „Wilhelm-Leuschner-Platz“. Eine Vorlage, die auch beim Naturschutzbund (NABU) Leipzig auf heftige Kritik stößt. Denn der Wilhelm-Leuschner-Platz ist ein „Platz der Biologischen Vielfalt“. Die Artenvielfalt bei den Brutvögeln ist auf diesem Areal in der Innenstadt größer als auf vergleichbaren Flächen, so der NABU.
Änderungsantrag der Grünen: Stimmt der Stadtrat der Markierung von 14 weiteren Radwegen im Leipziger Netz heute zu?
Von Radfahrern viel genutzt: die Arthur-Hoffmann-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZuletzt schien das Thema fast in Dornröschenschlaf versunken. Der Radverkehr in Leipzig nimmt zu, aber neue Radstreifen entstanden keine mehr. Und das trotz Ausrufung des Klimanotstands im Oktober 2019. Und trotz Corona. Die Leipziger Umweltverbände waren regelrecht verzweifelt, dass da nichts mehr passierte. Doch jetzt werden doch wieder neue Radstreifen angelegt. Im Täubchenweg wurde am Montag begonnen.
Fridays for Future fordert Plätze für Wissenschaftler im Klimaschutzbeirat und Verbindlichkeit für dessen Beschlüsse
Man muss es eigentlich nur begreifen. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserAm Donnerstag, 9. Juli, trifft sich der Leipziger Stadtrat zur klimapolitischen Stunde in der Kongresshalle. Dabei gibt es dann den nächsten Protest zum Leipziger Klimaschutz-Sofortmaßnahmenprogramm, das aus Sicht von „Fridays for Furure“ Leipzig völlig unzureichend ist. Leipzig nimmt zwar seit Ausrufung des Klimanotstands im Oktober 2019 das Thema Klimawandel endlich ernst. Aber auch Leipzigs Verwaltung hat wertvolle Jahre vertrödelt und so getan, als könne man das Thema einfach mal aussitzen.
Zivilisationskollaps: Woher das gnadenlose Wachstumsdenken mit all seinen panischen Ängsten in unseren Köpfen kommt
Thomas Liebsch: Zivilisationskollaps. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOb die Menschheit überlebt, das entscheidet sich jetzt. Nicht auf irgendeiner Konferenz mit mutlosen Staatsoberhäuptern, nicht in irgendeiner Konzernzentrale, nicht in einem Forschungslabor. Sondern in Ihrem Kopf. Nirgendwo sonst. Sie entscheiden, ob die Menschheit in einer Heißzeit verglüht, ob die Ökosysteme zusammenbrechen oder unsere Wirtschaftsgrundlagen. Ganz am Ende des Buches lässt Thomas Liebsch einen kleinen Hoffnungsschimmer zu. Einen ganz kleinen.
Dienstag, der 7. Juli 2020: Ermittlungen im Fall Oury Jalloh stocken schon wieder
Im Januar 2017 beklebten Aktivisten unter anderem in Leipzig mehrere Werbekästen. Foto: Black Rose

Foto: Black Rose

Für alle Leser/-innenDie Arbeit der Sonderermittler, die im Fall Oury Jalloh für etwas Aufklärung sorgen sollen, ist offenbar ins Stocken geraten. Wie „Spiegel Online“ berichtet, sollen sie nicht direkt mit Richtern und Staatsanwälten reden dürfen. In Sachsen gibt es derweil einen Ausblick auf künftige Coronaregeln und sechs neue Fälle in Leipzig. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 7. Juli 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Dessau ist nicht nur Bauhaus-Stadt: Vor 20 Jahren ermordeten Neonazis den Mosambikaner Alberto Adriano
Einige Menschen aus der Dessauer Black Community gedenken am 11. Juni 2020 am Tatort im Stadtpark dem ermordeten Alberto Adriano. Der Dritte von rechts ist Amadi Indjai, Imam der Islamischen Gemeinde Dessau. Foto: Luise Mosig

Foto: Luise Mosig

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit Freitag, 26. Juni im HandelZwischen zwei Bäumen im Dessauer Stadtpark flattert ein Plakat mit 182 Namen. Einer von ihnen ist Alberto Adriano, elfte Zeile, vierter von links. Das Plakat trägt die Überschrift „Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt, 1990–2011“. Alberto Adriano wurde vor 20 Jahren, in der Nacht auf den 11. Juni 2000, von drei Neonazis brutal zusammengeschlagen. Drei Tage später verstarb er im Krankenhaus. Der aus Mosambik stammende Fleischermeister war als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen, hinterließ eine Ehefrau und drei Kinder.
Ticketverlosung zur Doppel-Lesung im Schillerhausgarten: Leipziger Dichterlese I+II
Schillerhaus in Gohlis. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

VerlosungLieder, Gedichte, Gitarrenmusik erklingen zur „Leipziger Dichterlese I+II“ am Sonntag, dem 26. Juli, im Schillerhausgarten. Zehn Lyrikerinnen und Lyriker aus unserer Stadt tragen an diesem einzigartigen Ort eigene Songs und Gedichte vor und trotzen damit der viermonatigen Zwangspause. Freikäufer haben die Möglichkeit, je 1 x 2 Freikarten zu gewinnen.
Einige Tipps vom ADFC Leipzig für das richtige Verhalten von Radfahrer/-innen im Zusammenhang mit Lkw an Kreuzungen
Auch wenn es sich ungewöhnlich anfühlt: Wird der geradeausfahrende Radverkehr links neben dem rechtsabbiegenden Kfz-Verkehr geführt, erhöht sich die Sicherheit für den Radverkehr deutlich. Foto: ADFC Leipzig

Foto: ADFC Leipzig

Für alle LeserAm Montag, 22. Juni, wurde in Leipzig wieder eine Radfahrerin von einem rechtsabbiegenden Lkw erfasst und starb noch an der Unfallstelle. Das Thema tödliche Fahrradunfälle in Zusammenhang mit Lkw ist leider nicht neu, stellt der ADFC Leipzig fest. Bereits im Februar dieses Jahres haben der ADFC Bundesverband und der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) e. V. in einem Positionspapier Forderungen an die Politik gestellt, um die Abbiegesituation an Kreuzungen zu verbessern und den Konflikt LKW – Radfahrende zu entschärfen.
Omas for Future und Parents for Future wollen OBM Burkhard Jung 1.000 Klimawünsche übergeben
Klimawunschzettel-Aktion in der Leipziger Petersstraße. Foto: Parents for Future Leipzig

Foto: Parents for Future Leipzig

Für alle LeserAm Mittwoch, 8. Juli, wird der Stadtrat über das Sofortmaßnahmenprogramm des OBM zum Klimanotstand abstimmen. Tags drauf, am 9. Juli, gibt es in der Kongresshalle die klimapolitische Stunde, in der sich der Stadtrat zwei Stunden lang mit den akuten Problemen des Klimawandels für Leipzig beschäftigen wird. Und die Leipziger „Parents for Future“ sowie die „Omas for Future“ wollen dem Oberbürgermeister bei der Gelegenheit ihre ganz besonderen Wünsche übergeben.
Grüne sehen gute Chancen für ihre Antragsliste zum Klimanotstands-Sofortmaßnahmen-Programm des OBM
Transparent vorm Neuen Rathaus 2019. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWas so mancher befürchtet hatte, passiert gerade: Nachdem Leipzig mit einer großen Kraftanstrengung seine Soforthilfeprogramme für den hiesigen Mittelstand aufgelegt hat, der coronabedingt in die Krise rauschte, drohen jetzt harte Verhandlungen um den Leipziger Doppelhaushalt 2021/2022. Und auch für den Klimaschutz droht das Geld knapp zu werden, obwohl Leipzig mitten im Klimanotstand steckt.
Das Sofortprogramm des OBM zum Klimanotstand reicht bei weitem noch nicht aus
Der Physiker und „Scientist for Future“ Dr. Christoph Gerhards erklärte am 20. Mai 2019, wann es kippt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist zwar ein echtes Novum, dass Oberbürgermeister Burkhard Jung ein Sofortprogramm zum Klimanotstand der Stadt Leipzig vorlegt, das der Stadtrat nun beschließen soll. Aber auch aus Sicht der Leipziger „Scientists for Future“ schafft es das Programm nicht ansatzweise, Leipzig auf den Kurs zu bringen, seine Klimaziele für das Jahr 2026 zu erreichen. Dann hat Leipzig nämlich sein Co2-Budget rechnerisch völlig aufgebraucht, ohne dass die Emissionen tatsächlich spürbar gesunken sind.