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Bis zum 19. Februar kann die neue XL-Straßenbahn auf dem Messegelände besichtigt werden

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    Bis zum 19. Februar läuft noch die Messe „Haus Garten Freizeit“. Und wer die Tour auf sich nimmt, hat in dieser Zeit die Gelegenheit, die neue XL-Straßenbahn der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) zu besichtigen. Zwei Exemplare sind derzeit in der Stadt. Eins fährt schon mal testweise durchs Stadtnetz. Das zweite lädt an der Messe zum Besuch ein.

    Die XL ist mit 38 Metern Länge das zweitgrößte Fahrzeug in der Straßenbahnflotte der Leipziger Verkehrsbetriebe und hat Platz für 220 Fahrgäste. Es ist etwas kürzer als die seit 2006 eingesetzte XXL-Straßenbahn und soll auch genau das Zwischenstück bilden zwischen den kleineren NGT-8-Bahnen und dem XXLer. Und sie soll vor allem mehr Transportkapazität schaffen auf den Linien, auf denen sie eingesetzt wird.

    Die XL wird, nach erfolgreicher Inbetriebnahme, voraussichtlich auf den Linien 4 und 10 eingesetzt und ist konstruiert und gebaut für die Bedingungen im Leipziger Netz, betonen die LVB. Sie passt durch Leipzigs enge Kurven, über die Leipziger Brücken und an die vorhandenen Bahnsteige der Haltestellen.

    Mit vier überbreiten Doppeltüren und großen Multifunktionsflächen sei die von Solaris gebaute Straßenbahn auch optimal auf die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Menschen und für Familien mit Kinderwagen ausgerichtet. Erstmals sind diese Flächen auch besser markiert. Das innovative Lichtkonzept mit einem durchgehenden Flächenlicht werde den Wohlfühl-Charakter für die Kundinnen und Kunden steigern. Übergroße Panoramafenster ermöglichen ein ungehindertes „Sightseeing-Gefühl“. Die Lounge am Heck des Fahrzeuges lädt zum Verweilen und Entdecken ein, meinen die LVB. Oder sollte man besser sagen: Um diese Plätze werden sich die Leipziger Kinder streiten, weil man hier richtig viel sehen kann? Auch eine Klimaanlage gehört zum Standard. Neue LED-Zielanzeigen ermöglichen eine bessere Lesbarkeit der Fahrzielangabe am Fahrzeug.

    Der Fahrgastraum der neuen XL. Foto: LWB
    Der Fahrgastraum der neuen XL. Foto: LWB

    „Mit insgesamt mehr Kapazität und mehr Komfort für unsere Kundinnen und Kunden ist die XL ein wichtiger Baustein unserer Mobilitätsdienstleistungen für die wachsende Stadt Leipzig und somit Teil unserer Wachstumsstrategie“, meint Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe.

    Erst im Dezember wurde das erste Fahrzeug nach Leipzig geliefert. Der Hersteller Solaris und die Leipziger Verkehrsbetriebe führen derzeit die Arbeiten zur Inbetriebnahme, Testfahrten im Netz, die Aktivitäten zur technischen Zulassung sowie die Ausbildung der Personale im Fahrdienst und in den Werkstätten durch. Diese anspruchsvolle Projektphase bis zur ersten Fahrt mit Fahrgästen nimmt branchenüblich einen Zeitraum von etwa 6 Monaten in Anspruch. Deswegen wird es die Betriebsgenehmigung für das völlig neu konzipierte Fahrzeug auch erst zur Jahresmitte geben.

    Dass es sie geben wird, dessen ist sich Ronald Juhrs, technischer Geschäftsführer der LVB, sicher. Dazu hätten sich die polnischen Vertragspartner einfach zu gründlich in die nicht ganz einfache Aufgabe hineingearbeitet, dieses neue Fahrzeug speziell für die Leipziger Verhältnisse für unter 3 Millionen Euro zu entwickeln. Das geht nur bis zu einem gewissen Punkt am Reißbrett und in der Fertigung. Es geht nicht ohne den endgültigen Praxistest direkt im Leipziger Schienennetz mit den Leipziger Rahmenbedingungen bis hin zur Werkstatt. Da schauen nicht nur die Abnehmer von den LVB genau hin, sondern auch die staatlichen Prüfer. Denn was sich die LVB bestellt haben, ist zwar in den meisten Grundkomponenten Standard, in der Endkonfiguration aber ein völlig neues Fahrzeug. Das wird gerade von den technischen Gutachtern genau unter die Lupe genommen, bevor es für den Betrieb zugelassen wird.

    Die Solaris-Techniker sind die ganze Zeit mit dabei, denn alle Ergebnisse aus dem Praxistest müssen auch 1:1 wieder in der Produktion der Fahrzeuge umgesetzt werden, die jetzt eins nach dem anderen in Leipzig eintrudeln werden. Für 23 der insgesamt 41 geplanten Fahrzeuge hat der Freistaat Sachsen seine Förderung schon festgemacht.

    Das Heck der XL-Straßenbahn mit großem Rundum-Ausblick. Foto: LWB
    Das Heck der XL-Straßenbahn mit großem Rundum-Ausblick. Foto: LWB

    „Seit 2013 haben wir 236 Millionen Euro in den Nahverkehr investiert. Mit der XL erreicht unsere Investitionsoffensive nun auch die Fahrgäste. Bis zum Jahr 2020 werden die Verkehrsbetriebe 41 neue, moderne und barrierearme Fahrzeuge beschaffen – die Bahnen sollen dann die deutlich in die Jahre gekommenen Tatra-Wagen im Linienverkehr ablösen. Dabei unterstützt uns dankenswerterweise der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig“, betont Norbert Menke, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Gruppe, der Muttergesellschaft der LVB.

    Und einen gewissen Stolz zeigt auch Solange Olszewska, Vorstandsvorsitzende Solaris: „Das Leipziger Projekt ist ein gutes Beispiel für eine gute deutsch-polnische Zusammenarbeit. Als Familienunternehmen sind wir besonders stolz auf dieses Projekt. Mit Freude übergeben wir den Leipzigern eine der modernsten Straßenbahnen Europas.“

    Denn mit der XL zeigen die polnischen Straßenbahnbauer, dass sie so eine Komplettentwicklung auch mit einem der größten deutschen Straßenbahnunternehmen meistern können. Und zwar einem, das immer mehr Wert legt auf die Barrierefreiheit und Kundenfreundlichkeit in den Fahrzeugen.

    Das kann, wer mag, jetzt direkt auf der Messe besichtigen.

    Die LVB bieten vor Ort Führungen an. Anmeldungen erfolgen direkt am Stand der Leipziger Gruppe in Halle 5; G13/H14 und G19. Auch direkt am Fahrzeug ist die Teilnahme an den Führungen möglich.

    In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

    https://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/01/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

     

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