Manchmal hat man ja das Gefühl, der Aufbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos geht viel zu schleppend voran. Als wäre das E-Auto auch nach zehn Jahren immer noch ein Exot, den man mit dem Fernglas suchen muss. Aber dann gibt es doch immer wieder Meldungen, die zeigen, dass einzelne Akteure vor Ort tatsächlich weiterbauen am Ladesäulennetz. Und das betrifft auch die ländlichen Regionen im Leipziger Süden, wo enviaM das Netz ausbaut. Und eine Schnelllade-Pilot-Station gibt es schon im Leipziger Norden.

Denn noch fühlt es sich wie ein Nachteil an, wenn man einen Stromer erst stundenlang ans Ladekabel hängen muss, wo man mit dem Verbrenner binnen weniger Minuten den Tank gefüllt hat.

In diesem Fall aber war es der Tankstellenbetreiber Aral, der am 19. November gemeldet hatte: „Aufladung bis 80 Prozent der Batteriekapazität innerhalb von 10 bis 15 Minuten – insgesamt fünf Pilotstationen in Deutschland“

Aral hat zwei Ultraschnellladesäulen für Elektroautos an ihrer Tankstelle am Bierweg 6 in Schkeuditz eröffnet. Das Tankstellenunternehmen gehört damit zu den ersten Anbietern für ultraschnelles Laden in Deutschland. Das Besondere: Aral betreibt die Ladepunkte in Eigenregie, um zu verstehen, welches zukünftige Potenzial an einer Tankstelle besteht – angefangen vom Bau bis hin zur Stromversorgung und der Abrechnung.

Die Anlagen verfügen über eine Ladekapazität von bis zu 320 Kilowatt. Die Aufladung von E-Autos mit entsprechend geeigneten Akkus ist bis achtzig Prozent der Batteriekapazität innerhalb von 10 bis 15 Minuten möglich. Zusätzlich bietet Aral auch zwei Normalladepunkte mit 22 Kilowatt an, die unter anderem für Plug-in-Hybride geeignet sind.

„Die Mobilität der Zukunft wird aus einem Mix verschiedener Antriebstechnologien bestehen. Elektromobilität spielt dabei eine wichtige Rolle“, begründet Aral Vorstand Patrick Wendeler die Investition in ultraschnelle Ladesäulen. „Wir können als Marktführer im deutschen Tankstellengeschäft eine ideale Anlaufstelle für Elektroautofahrer sein, vorausgesetzt das Laden geschieht ähnlich schnell wie das Tanken flüssiger Kraftstoffe.“

Aral eröffnete bereits im Mai ihre ersten zwei Ultraschnellladesäulen in Bochum. Nach Schkeuditz folgen bis zum Jahresende noch drei weitere Standorte, die ebenfalls mit je zwei 320 Kilowatt-Anlagen ausgestattet werden. Sie befinden sich in Dettelbach, Merklingen und Wittenburg.”

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Der Betrieb eines Elektroautos macht also mittlerweile auch im Leipziger Umfeld Sinn. Man braucht keinen Verbrenner mehr, wenn man die Pendelwege in die Großstadt nicht mit dem ÖPNV gestalten kann.

Und das gilt auch immer mehr für den Landkreis Leipzig.

Wo die enviaM-Gruppe die öffentliche Ladeinfrastruktur weiter ausbaut und dabei mit kommunalen Partnern zusammenarbeitet. Am Montag, 27. Januar, nahm der Energiedienstleister eine Schnellladestation in Borsdorf und eine Normalladestation in Brandis offiziell in Betrieb. Sie erweitern die Lademöglichkeiten in der Region. So befinden sich bereits in Bad Lausick, Bennewitz, Grimma, Kitzscher, Lossatal, Machern, Markkleeberg, Naunhof, Neukieritzsch, Pegau, Thallwitz, Wurzen und Zwenkau Normal- und Schnellladesäulen.

„Gemeinsam treiben wir den Ausbau der Ladeinfrastruktur voran und schaffen damit die Voraussetzung, dass sich die Elektromobilität durchsetzen wird. Die Standortwahl ist in enger Abstimmung mit der Stadt Brandis und der Gemeinde Borsdorf erfolgt. Wir freuen uns, dass sie uns öffentliche Grundstücke zur Verfügung stellen“, sagte Dr. Andreas Auerbach, enviaM-Vorstand Vertrieb, am Montag.

Und auch hier geht es punktuell schon etwas schneller.

An der öffentlichen Schnellladesäule in der Otto-von-Guericke-Straße auf dem Parkplatz des ansässigen Einkaufsmarktes in Borsdorf benötigen Besitzer von Elektroautos je nach Fahrzeugtyp etwa 30 Minuten, um wieder aufzuladen. Die Ladesäule verfügt über die drei gebräuchlichsten Anschlüsse, so dass sie für nahezu jedes Elektrofahrzeug nutzbar ist, teilt enviaM mit.

Die öffentliche Normalladesäule in Brandis befindet sich in der Mathildenstraße auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus. An der Ladestation lassen sich jeweils parallel zwei Elektrofahrzeuge laden. Die Anmeldung ist mit Ladekarten von verschiedenen Anbietern des innogy Roaming-Netzwerks möglich. Zu diesem gehören bundesweit bereits über 2.500 Ladesäulen. Darüber hinaus können auch Kunden von Anbietern des Hubject-Verbundes diese Säulen nutzen.

Der Preis für den Ladevorgang hängt von den vertraglichen Vereinbarungen zwischen dem Kunden und dem jeweiligen Kartenanbieter ab. Zudem ist das Laden ohne Vertragsbindung via Kreditkarte oder PayPal möglich.

Aktuell betreibt enviaM rund 150 Ladesäulen an eigenen und öffentlichen Standorten. Für Kommunen wird ein Testprogramm für Elektroautos angeboten. Außerdem engagiert sich die enviaM-Gruppe in Forschungsprojekten, um vor allem die Alltagstauglichkeit des Ladesystems zu verbessern.

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