Funktioniert das Jobticket in Leipzig eigentlich? Das wollte die SPD-Fraktion im Leipziger Stadtrat gern wissen. „Unsere Anfrage vom Oktober 2021 zeigte auf, dass die Zahl der Jobticketnutzer zwischen 2017 und 2020 kontinuierlich angestiegen ist, für das vergangene Jahr ist, vermutlich pandemiebedingt, ein leichtes Absinken der Nutzerzahlen zu beobachten“, vermutete die Fraktion in ihrer Anfrage.

Noch profitieren nicht alle Stadtangestellten vom Jobticket

Aber gleichzeitig hatte man auch das Gefühl, dass die Sache mit einem Zuschuss des Arbeitgebers gut funktionieren müsste: „Mit der Einführung eines Zuschusses für städtische Bedienstete haben sich allein unter den Mitarbeitern der Stadtverwaltung 255 weitere Bedienstete dazu entschieden, das Jobticket zu nutzen. Daraus lässt sich der Rückschluss ziehen, dass der Arbeitgeberzuschuss einen positiven Effekt hat.“

Und die Vermutung trügt auch nicht. Die Verwaltung hatte ja nach Verhängung des Klimanotstands den Zuschuss zum Jobticket eingeführt. „Die finale Fassung des Sofortmaßnahmenprogramms zum Klimanotstand sieht die Zahlung eines Arbeitgeberzuschusses von 15,01 Euro nur für Beschäftigte der Stadtverwaltung vor. Dies ist seit Jahresbeginn 2021 entsprechend umgesetzt“, betont das Verwaltungsdezernat in seiner Antwort.

Das „nur“ bezieht sich darauf, dass es in den Städtischen Eigenbetrieben so einen Zuschuss noch nicht gibt.

Gegenläufige Entwicklungen

Weshalb es in den beiden Corona-Jahren zu gegenläufigen Effekten kam. Während in der Stadtverwaltung selbst die Zahl der Jobticket-Inhaber/-innen von 1.522 im Jahr 2019 weiter wuchs auf 1.649 im Jahr 2021, gingen die Zahlen in den Eigenbetrieben, wo es den Zuschuss nicht gibt, leicht zurück.

Sie brachen nicht ein. Aber gerade am Städtischen Krankenhaus St. Georg war ein Rückgang von 334 auf 305 zu verzeichnen, sodass die Eigenbetriebe trotz steigender Zahlen im Städtischen Eigenbetrieb Behindertenhilfe und im Verbund Kommunaler Kinder- und Jugendhilfe (VKKJ) 2021 einen Rückgang der insgesamt angemeldeten Jobtickets von 605 auf 588 verzeichneten.

Dasselbe Bild zeichnet sich bei den kommunalen Unternehmen und Beteiligungen ab, wo es 2021 einen Rückgang von 541 auf 522 gab. Wobei auch hier gegensätzliche Veränderungen auftraten – starken Rückgängen etwa bei der stark von Corona-Einschränkungen betroffenen Leipziger Messe, den Stadtwerken oder der LWB stehen starke Zuwächse bei der Städtische Altenpflegeheime Leipzig gGmbH gegenüber.

Woran es liegt, führt das Verwaltungsdezernat nicht aus. Augenscheinlich ist man in einigen Einrichtungen deutlich bewusster, was die umweltfreundliche Mobilität betrifft, als in anderen. Und vielleicht spielt ja dennoch der Arbeitgeberzuschuss eine Rolle. Aber über den entscheiden die Betriebe selbst.

Die Stadt kann nur freundlich darauf hinweisen, wie das Verwaltungsdezernat betont: „Die Eigenbetriebe sind aktuell zur Zahlung eines Arbeitgeberzuschusses angeschrieben. Zielstellung ist, dass das klimagerechte Verhalten der städtischen Beschäftigten unabhängig ihrer Zugehörigkeit zu einem Eigenbetrieb oder zur Stadtverwaltung gleichermaßen gefördert wird. Die Eigenbetriebe sind gebeten, dieses Anliegen mit ihrer Entscheidung zur künftigen Zahlung eines Zuschusses zu unterstützen.“

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