Leipziger Genossenschaften: Es gibt noch genug Wohnungen im ganzen Leipziger Stadtgebiet

Für alle LeserDie einen finden keine passende Wohnung, die anderen keine, die sie bezahlen können. Viele Leipziger ziehen heute schon mit ihren Familien lieber ins Umland. Hat Leipzig also ein Wohnungsproblem? Nein, sagt Dr. Axel Viehweger, Vorstand VSWG. Zusammen mit den Vorständen der sechs größten Leipziger Wohnungsgenossenschaften hat er am Mittwoch, 22. Mai, zur Pressekonferenz geladen.

Die sechs großen Leipziger Wohnungsgenossenschaften (KONTAKT, LIPSIA, BGL, UNITAS, WOGETRA, VLW) präsentierten im Rahmen der Pressekonferenz ihre neuen Marktzahlen. Als größter Akteur am Leipziger Wohnungsmarkt (48.238 Wohnungen; 16,5 % Marktanteil) verfügen sie über Wohnungen aller Segmente (Neubau, Altbau, serieller Wohnungsbau 60er bis 80er Jahr) in allen Teilen der Stadt und geben ca. 90.000 Leipziger Bürgern ein Zuhause.

Zum Vergleich: Die stadteigene LWB verfügt über 35.200 Wohneinheiten (12 Prozent des Leipziger Wohnungsbestandes).

Der Punkt, der die Wohnungsgenossenschaften zur Kritik anregt, sind die Leerstandsschätzungen der Stadtverwaltung, die seit zwei Jahren von einem Leerstand im gesamte Stadtgebiet von 2 Prozent an vermietbaren Wohnungen ausgeht.

Das Problem dabei: Es sind nur Schätzungen. Es liegen keine amtlichen Meldezahlen dahinter.

Während die Wohnungsgenossenschaften natürlich sehr genau erfassen können, was bei ihnen leersteht und marktfähig ist.

Die Anteile am Leipziger Wohnungsmarkt. Grafik: VSWG

Die Anteile am Leipziger Wohnungsmarkt. Grafik: VSWG

So beträgt allein der marktaktive Leerstand der Genossenschaften aktuell 5,4 % (2.619 Wohnungen). Die Fluktuationsrate (also der ständige Mieterwechsel) der Genossenschaften liegt jedoch bei 6,8 %, sodass sich mindestens ca. 3.200 Wohnungen immer im Angebot befinden bzw. laufend vermietet werden. Dies spreche für einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt.

„Vor diesem Hintergrund und dem Wissen um die Situation anderer Anbieter können wir die offiziellen Leerstandszahlen der Stadt Leipzig von 2 % nicht nachvollziehen“, sagt Steffen Foede, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft UNITAS. „Wir gehen für Leipzig eher von 4 bis 5 % Leerstand aus – also einem funktionierenden Wohnungsmarkt. Für die Versorgung von Bedürftigen verfügt die Stadt Leipzig mit der kommunalen Wohnungsgesellschaft LWB zusätzlich über ein Reservoir von 16.000 Wohnungen zur Steuerung.“

Die freien Wohnungen lägen für seine Wohnungsgenossenschaft im ganzen Stadtgebiet, bestätigt Foede. Andere Wohnungsgenossenschaften – wie die BGL – sehen durchaus noch etwas mehr Leerstand in den großen Wohngebieten wie Grünau. Aber das hätte auch Vorteile, denn da diese Wohnungen zumeist auch preiswerter sind, werden sie inzwischen auch für Studenten interessant.

„Wir dürfen die Wohnungssituation nicht nach Gefühl beurteilen“, sagt Jörg Keim, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft KONTAKT. „Die Südvorstadt oder das Waldstraßenviertel stehen nicht für ganz Leipzig. Eine falsche Lageeinschätzung führt schnell zu voreiligen Maßnahmen wie Marktregulierungen oder nicht bedarfsgerechtem Neubau. Bei sinkender Zuwanderung oder abflauender Wirtschaft kommen wir dann ganz schnell in eine schwierige Situation.“

Ist also gar nicht die Knappheit des freien Wohnraums schuld daran, dass die Mieten in Leipzig mittlerweile deutlich anziehen? Braucht es also gar nicht die politischen Instrumente der Kappungsgrenze und des Milieuschutzes? „Wir sind doch selbst die Mietpreisbremse“, betonen die Genossenschaftler. Schon weil man den eigenen Genossenschaftsmitgliedern gegenüber verantwortlich sei. Deswegen plane man bei allen Investitionen (vorrangig in Sanierung und Modernisierung) nur mit einer jährlichen Steigerung der Durchschnittsmiete von 1 Prozent, bleibe also deutlich unter den 15 Prozent Kappungsgrenze.

Mietpreisvergleich der Stadt Leipzig (2017) und der sechs Wohnungsgenossenschaften (2017 und 2018). Grafik: VSWG

Mietpreisvergleich der Stadt Leipzig (2017) und der sechs Wohnungsgenossenschaften (2017 und 2018). Grafik: VSWG

Trotzdem steigen auch bei den Genossenschaften die Mieten, wenn auch langsamer als im Stadtdurchschnitt.

So bewegen sich sowohl die Durchschnittsmieten von 5,03 Euro/m2 (2017: 4,92 Euro/m2) als auch die Neuvertragsmieten bei Bestandsgebäuden mit 5,76 Euro/m2 (Leipzig gesamt: 6,59 Euro/m2), als auch bei Neubau und Kernsanierung mit 8,90 Euro/m2 (Leipzig gesamt: 10,00 Euro/m2) auf bezahlbarem Niveau, betonen die Genossenschaften. Der niedrige Preis für Neubauprojekte (8,90 Euro statt 10 Euro) resultiert aus bereits vorhandenen Grundstücken der Wohnungsgenossenschaften.

Wobei gerade das Grundstücksproblem auch den Genossenschaften sehr bewusst ist. In ganz Leipzig sind die Bodenrichtwerte gestiegen, besonders stark natürlich im Innenstadtbereich. Allein das Bauland macht deshalb auch die Neumiete deutlich teurer. Ganz abgesehen von den vielen Auflagen, die der Bund in den vergangenen Jahren beschlossen hat und die ein Bauen unter 8 Euro/m2 kaum noch möglich machen. Und mit der CO2-Steuer und der neuen Grundsteuer befürchtet Axel Viehweger weitere Kosten, die das Wohnen noch teurer machen.

Der auch dafür plädiert, dass Bürger, „die nicht so gut gestellt sind“, künftig auch Wohnungen in Lagen suchen, die nicht so teuer und begehrt sind wie das Waldstraßenviertel und die Südvorstadt. Um einer Überlastung der Städte vorzubeugen, müsse ebenso das Umland stärker in die Stadtentwicklung einbezogen werden. Leipzig verfüge über ein hervorragendes S-Bahn-Netz. „Warum sind 20 Minuten Fahrt aus dem Umland zum Stadtzentrum nicht vertretbar? Leipzig wird im ganzen nächsten Jahrzehnt kein Wohnungsproblem bekommen, wenn die Region vernünftig entwickelt und genutzt wird“, so Dr. Axel Viehweger.

Wobei einzelne Genossenschaften durchaus auch das Problem sehen, dass wichtige Mietergruppen auch bei ihnen nicht so einfach fündig werden, etwa junge Familien, die mit 60 Quadratmeter-Wohnungen nicht (mehr) auskommen oder Alleinlebende, die nach altersgerechten und barrierefreien Wohnungen suchen.

Wobei die Genossenschaften gerade eine besondere Phase durchlaufen: Viele wurden nach 1955 gegründet, sodass bis jetzt noch viele Erstmieter in den Wohnungen leben. Hier ist gerade ein großer Altersumbruch im Gang, der auch nicht ganz kostenfrei ist, denn die Wohnungen wurden oft in den 1990er Jahren nur teilsaniert, müssen jetzt für eine Neuvermietung erst wieder in Schuss gebracht werden, was in der Regel zwischen 20.000 und 30.000 Euro je Wohnung kostet.

Was dann wieder – bei den heutigen Baupreisen – eigentlich für Mieten um die 8 Euro sorgen würde, was sich wieder viele Mieter mit kleinen und mittleren Einkommen in Leipzig nicht leisten können. Deswegen versucht man auch diese Kosten aufzufangen und möglichst unter 6,50 Euro zu bleiben.

Diese 6,50 Euro sind kein zufälliger Wert. In einer Umfrage der sächsischen Wohnungsgenossenschaften wurden diese 6,50 Euro als Schmerzgrenze für die meisten Genossenschaftsmitglieder ermittelt. Was wieder die Erkenntnis bestätigt: Nicht das (fehlende) Wohnungsangebot ist das eigentliche Problem, sondern das Angebot im niedrigpreisigen Niveau. Obwohl es auch dafür noch Bestände gebe, betonen mehrere Genossenschaften.

Man sei schon im Interesse der eigenen Mitglieder bestrebt, die Mieten möglichst niedrig zu halten. Sich jetzt in Neubau in Größenordnungen zu stürzen, nur weil die Stadt das wünscht, werde man ganz bestimmt nicht machen, so Jörg Keim. „Neubau ja – aber in Maßen.“

Denn es gibt zwar auch eine zahlungskräftige Klientel, die für 8,90 oder 10 Euro/m2 mieten würde. „Aber das sind eher nicht unsere normalen Genossenschaftsmitglieder.“

Man wünscht sich also auch von der Stadt mehr Augenmaß. Vorsicht bei kühnen Plänen hört man noch heraus. Und auch eine gewisse Vorsicht vor der Forderung nach Milieuschutz. Denn wenn solche Milieuschutzsatzungen das Agieren der Wohnungsgenossenschaften einschränken, weil an den Häusern nichts mehr verändert werden dürfe, sei auch nichts gewonnen.

Die 2019 im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. organisierten Wohnungsgenossenschaften sind ein bedeutender Faktor im sächsischen Wohnungsmarkt. Sie bewirtschaften mit insgesamt 269.834 Wohneinheiten 18,1 Prozent des gesamten Mietwohnungsbestandes im Freistaat Sachsen und bieten damit rund einer halben Million Menschen ein zukunftssicheres Zuhause. Als Unternehmen erwirtschaften sie mit den jährlichen Umsatzerlösen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro einen Anteil von 1 Prozent am sächsischen Bruttoinlandsprodukt und sind für rund 2.500 Mitarbeiter sowie über 70 Auszubildende und Studenten ein verlässlicher Arbeitgeber und sichern gleichzeitig Aufträge sowie Arbeitsplätze in vielen weiteren, die Wohnungswirtschaft flankierenden Branchen.

Verdrängung junger Familien kann nicht das Ziel der Leipziger Wohnungspolitik sein

WohnungsgenossenschaftenWohnungsmarkt
Print Friendly, PDF & Email
 
3 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Kino der Jugend: IG Fortuna will sich bewerben und lädt engagierte Leipziger/-innen ein mitzumachen
Das ehemalige Kino der Jugend. Foto: IG Fortuna, Matthias Mehlert

Foto: IG Fortuna, Matthias Mehlert

Für alle LeserBei der IG Fortuna/Kino der Jugend, der Bürgerinitiative, die seit langem für den Erhalt des ehemaligen „Kino der Jugend“ kämpft, löste die Nachricht über den Start der Konzeptvergabe des Gebäudes in der Eisenbahnstraße 162 am vergangenen Wochenende nur verhaltenen Jubel aus. Dabei gäbe es jede Menge Gründe, die Sektkorken ordentlich knallen zu lassen.
Zurück ins Kino! Cineplex Leipzig mit Wiedereröffnung am 16. Juli 2020
Quelle: Cineplex Leipzig

Quelle: Cineplex Leipzig

Nach dem wochenlangen Lockdown und der Rücknahme der geplanten Wiedereröffnung am 2. Juli öffnet das Cineplex Leipzig nun definitiv am 16. Juli wieder seine Türen für alle Leipziger Kinofans. Auch wenn sich die Situation mit und um Corona leider nicht so schnell ändern wird, möchte das Multiplex im Leipziger Westen seinem Familienpublikum ein verlässlicher Partner sein und pünktlich zu den Sommerferien an den Start gehen.
SPD Kreisverband: Bis Herbst braucht Leipzig mehr Popup-Bikelanes und ein Stück Radweg in Connewitz muss abgepollert werden
Gedrängel vor der Post auf der Richard-Lehmann-Straße.

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDas Thema Radfahren in Leipzig ist mittlerweile auch ein Anliegen der SPD geworden. Am Wochenende starten die Genoss/-innen sogar zu einer Rad-Sternfahrt im Leipziger Südraum und wollen dabei einige Hauptrouten austesten. Und an der Postfiliale in der Richard-Lehmann-Straße fordern sie Poller, damit der Radweg dort nicht immer von „Schnellparkern“ zugeparkt wird.
Ministerantwort lässt daran zweifeln, dass der Polizeieinsatz am Connewitzer Kreuz wirklich einmal unabhängig aufgearbeitet wird
Silvester am Connewitzer Kreuz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDarauf, dass es in der Silvesternacht in Connewitz wieder richtig knallt, warteten in diesem Jahr nicht nur die üblichen Medien, die daraus Randale-Artikel schmieden. Irgendwie passte dann das medial geschürte Gezeter mit seinen Mutmaßungen und Überspitzungen auch wieder in den Leipziger OBM-Wahlkampf, in dem das Thema Sicherheit bis dahin kaum eine Rolle spielte. Auf einmal schien es den Wahlkampf zu dominieren. Aber was ist in der Silvesternacht am Kreuz tatsächlich geschehen?
Bis Dezember soll die Sächsische Regierung ein Gesamtkonzept gegen Rechtsextremismus vorlegen
Hohe Gewaltbereitschaft ist ein Grundmerkmal des Rechtsextremismus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie lange schwelt das schon? Seit Chemnitz 2018? Bautzen 2015? Dem Abtauchen des „NSU“ 1998? Hoyerswerda 1991? Sachsen war 30 Jahre lang wirklich kein Vorzeigeland, was den Umgang mit Rechtsradikalen betrifft. Fast ungestört konnten sie sich in vielen sächsischen Regionen etablieren, Verfassungsschutz und Polizei schauten meistens lieber weg. Das soll sich endlich ändern. Die Sächsische Staatsregierung soll bis Ende 2020 ein umfassendes Gesamtkonzept gegen Rechtsextremismus erarbeiten.
Was gutes Leben ist: Warum die Verwandlung der Welt mit Dankbarkeit, Gelassenheit und dem Gefühl für das richtige Maß beginnt
Anselm Grün: Was gutes Leben ist. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEr ist wohl der bekannteste Mönch und spirituelle Ratgeber derzeit in Deutschland: der Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach Anselm Grün. Und er war auch der Mann, der vielen Redaktionen als erstes einfiel, als sie ab März jemanden suchten, der erklären kann, wie man mit erzwungener Einsamkeit im Corona-Shutdown zurechtkommen kann. Mönche müssen so etwas doch wissen.
Freitag, der 10. Juli 2020: Die Kurve bleibt flach
Auch in Leipzig ist die Kurve flach, aber nicht ganz so flach wie im Rest Sachsens. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenDas Ende der Woche bietet einen guten Anlass, auf die Entwicklung der Corona-Zahlen in Sachsen zurückzublicken. Die schlechte Nachricht: Die meisten Neuinfektionen gibt es in Leipzig. Die gute Nachricht: Es sind nur neun innerhalb einer Woche. Die Stadt äußert sich derweil zum Projekt Eutritzscher Freiladebahnhof, das laut „Bild“ mittlerweile „auf der Kippe“ steht. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 10. Juli 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Die „Völkerschauen“ und Ernst Pinkert im Zoo Leipzig – wann und wo erfolgt die Aufarbeitung?
Straßenschild Ernst-Pinkert-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie AG Leipzig Postkolonial begrüßt die aktuelle öffentliche Auseinandersetzung über Leipzigs koloniales Erbe, einschließlich der Debatten über den Leipziger Zoo, seinen Gründer Ernst Pinkert und die von ihm veranstalteten „Völkerschauen“. Wir sehen dies als Auftakt für eine überfällige Aufarbeitung der Kolonialzeit und ihrer Spuren in der Gegenwart in der städtischen Erinnerungspolitik. Diese ist heute angesichts aktueller Ereignisse, dem weltweit offenkundigen Rassismus sowie dem Widerstand dagegen, dringlicher denn je.
Mit genehmigtem Hygienekonzept noch 70 Veranstaltungen bis Jahresende 2020
Das Leipziger Messegelände. Foto: Leipziger Messe

Foto: Leipziger Messe

Für alle LeserDie Leipziger Buchmesse war eine der ersten Veranstaltungen, die wegen der Corona-Pandemie im März abgesagt werden mussten. Das Virus erschwert ausgerechnet große Veranstaltungen, das, womit die Leipziger Messe ihre Geschäfte macht. Und dabei war ihr Veranstaltungskonzept in den letzten Jahren aufgegangen. Auch 2019 konnte der Umsatz gesteigert werden.
Tempo 30 im kompletten Südteil und Querungsverbot für Kraftfahrzeuge an der Richard-Lehmann-Straße
Tempo 30 am Wiedebachplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWahrscheinlich wäre das Thema längst gegessen, wenn die Stadt gleich nach der Verabschiedung des Radverkehrsentwicklungsplans 2012 darangegangen wäre, die Bernhard-Göring-Straße tatsächlich zur Fahrradstraße zu machen. Sie wäre von Radfahrer/-innen längst angenommen, Kraftfahrer hätten sich dran gewöhnt. Und es hätte viele Unfälle so nicht gegeben. Jetzt hat das Verkehrs- und Tiefbauamt die Straße wenigstens erst einmal zur Tempo-30-Zone gemacht.
Der Stadtrat tagte: Anbau-Kubus der Apollonia-von-Wiedebach-Schule wird gebaut und Turmfalke muss umziehen + Video
Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Mittwoch, 8. Juli, wurde auch das mittlerweile heiß diskutierte Projekt des geplanten Schulanbaus an der Apollonia-von-Wiedebach-Schule in Connewitz vom Stadtrat abgestimmt. Ein Projekt, bei dem am Ende nicht wirklich klar war, wer für die desolate Informationspolitik eigentlich verantwortlich war: Die Baubürgermeisterin? Der Sozialbürgermeister? Die stadteigene LESG als Bauträger? Hätte der Stadtrat überhaupt noch zeitlichen Spielraum gehabt, wären wohl so richtig die Fetzen geflogen.
Die kleine Beltjungfrau: Ein Zeichentrickfilm zeigt Zerstörung durch den drohenden Ostsee-Tunnel
Die kleine Beltjungfrau. Grafik: Beltretter e.V.

Grafik: Beltretter e.V.

Für alle LeserDas Urteil ist hart, aber deutlich: „Unsere Meere werden geplündert, zerstört und verschmutzt, nur für den kurzfristigen Profit – mit drastischen Folgen für die Artenvielfalt und letztlich für uns alle“, sagte Thilo Maack, Greenpeace-Meeresbiologe, anlässlich der jüngsten Studie von Greenpeace zu Ostsee und Nordsee. Beiden Meeren geht es dreckig, ihren Fischbeständen sowieso. Und eigentlich müssten die Anrainer die Finger von jedem Bauprojekt lassen, das die sensiblen Gebiete zu stören droht. Hilft jetzt wenigstens die kleine Beltjungfrau?
Donnerstag, der 9. Juli 2020: Klimadebatten bestimmen den Tag
Kundgebungsteilnehmer/-in vor der Kongresshalle, in der der Stadtrat tagte. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenSei es die anderthalbstündige Debatte im Stadtrat, die Präsenz von Klimaaktivist/-innen vor der Kongresshalle oder das Anbringen von Werbeplakaten in der Nacht zuvor – das Klimathema dominiert den Tag in Leipzig. Außerdem: Der Fall Oury Jalloh sorgt weiter für Fragezeichen und sächsische Kinos dürfen sich über finanzielle Hilfen freuen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 9. Juli 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Der Stadtrat tagt: Leipzig verschiebt die Klimarettung um eine Woche + Video
Der Druck von außen wächst freundlich aber bestimmt. Die Omas for Future und die Parents bei der Übergabe der Klimawünsche an OB Jung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserLeipzig war im vergangenen Oktober dem Beispiel vieler Städte gefolgt und hat den „Klimanotstand“ ausgerufen. Nun soll ein Sofortmaßnahmenprogramm folgen. Die Abstimmung darüber war eigentlich für Donnerstag, den 9. Juli, geplant. Doch weil kurzfristig noch einige Änderungsanträge hinzukamen, entschied sich die Mehrheit des Stadtrates, die Abstimmung um eine Woche zu verschieben.
Der Stadtrat tagt: Konzept für die Umweltbibliothek geplant, aber kurzfristig nicht mehr Geld
Stadtrat Michael Neuhaus (Die Linke). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Umweltbibliothek hat einen hohen Stellenwert für vergangene und aktuelle Kämpfe der Umweltbewegung. Darüber herrschte im Stadtrat weitgehend Einigkeit. Kurzfristig mehr Geld bekommt sie dennoch nicht. Stattdessen soll die Verwaltung bis September ein langfristiges Konzept für den Erhalt der Einrichtung erarbeiten. Denkbar wäre, dass die Stadtbibliothek die Trägerschaft übernimmt.