„Tag der Umwelt“ am 5. Juni

REWE nimmt in Sachsen für einen Tag alle Obst- und Gemüsebeutel aus dem Angebot

Für alle LeserAm Mittwoch, 5. Juni, ist „Tag der Umwelt“. Ein Tag, den der Lebensmittelhändler REWE dazu nutzen will, seine Kunden auf ein Dilemma aufmerksam zu machen. Ein Dilemma, das zumeist in der Gemüseabteilung auftaucht: Wie will man lose angebotene Früchte und Knollen eigentlich transportieren, wenn man keine Plastiktüte zur Hand hat? Bislang gibt es die dünnen Plastiktüten gleich vor Ort. Außer am 5. Juni. Da ist das mal ganz anders.

Denn REWE nimmt in Sachsen an diesem Tag die kostenlosen Einwegbeutel für Obst und Gemüse aus dem Angebot – testweise für einen Tag. Anlass ist der internationale „Tag der Umwelt“, der bereits seit den 1970er Jahren am 5. Juni zelebriert wird.

Der Grund für die Aktion: Im Gegensatz zum deutlichen Rückgang bei der Nutzung von Plastiktragetaschen mit höheren Wandstärken nimmt der Pro-Kopf-Verbrauch bei dünnen Obstbeuteln aus Plastik leicht zu. Etwa 3,2 Milliarden verbrauchten die Deutschen 2017, der Pro-Kopf-Verbrauch kletterte laut Bundesregierung von 36 Beuteln (2016) auf 39 (2017).

„Wir möchten unsere Kunden animieren auf Mehrwegalternativen zu setzen, also ihre wiederverwendbaren Taschen oder Netze einfach zum Einkaufen mitzubringen. Es ist vielleicht nur ein kleines Zeichen, aber wenn jeder von uns etwas an seinem Alltagsverhalten ändert, können wir zusammen viel erreichen“, erklärt Isabell Kroll, zuständig für Nachhaltigkeit bei REWE in Sachsen. Sachsenweit nehmen alle 100 REWE- und 19 nahkauf-Märkte an der Aktion teil. Mit Plakaten und Steckkarten an den Beutelhalterungen werden die Kunden informiert und zum Plastikfasten animiert. Insgesamt beteiligen sich im Osten Deutschlands knapp 570 REWE- und 140 nahkauf-Märkte an der Plastikfasten-Aktion (plus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen).

Alternative: Wiederverwendbare Taschen

Es gibt diverse Gemüsesorten und Früchte, die von Natur aus eine Verpackung mitbringen: Bananen, Zucchini und Zitrusfrüchte haben eine vergleichsweise robuste Schale, die sie auch beim Transport schützt. Für andere Lebensmittel wie lose Trauben und Kirschen empfiehlt sich jedoch eine Tragehilfe, die die Ware beisammenhält und schützt.

Aber muss diese Tragehilfe in Zukunft weiter der kostenlose, dünne Plastik-Knotenbeutel sein? Oder geht es auch anders?

Hinweisschild zum "Plastikfasten" bei REWE. Foto: REWE

Hinweisschild zum „Plastikfasten“ bei REWE. Foto: REWE

Das möchte der Lebensmittelhändler REWE von seinen Kunden jetzt wissen und testet den Verzicht: Die Knotenbeutel in den Obst- und Gemüseabteilungen der sächsischen Supermärkte verschwinden für einen Tag komplett aus dem Angebot. Alternativ können Kunden bei REWE hygiene- und lebensmittelgerechte Mehrweg-Frischenetze (2 Stück für 0,99 Euro) kaufen, die das Unternehmen bereits im Herbst 2018 als wiederverwendbare Alternative eingeführt hat.

Die Plastiktragetaschen an der Kasse hat REWE schon 2016 aus dem Angebot genommen.

Umgestellt wurde auch von Folienverpackung auf Klebebanderolen/-etiketten bei Bananen, auf den Einsatz von Graspapier bei Schachteln verpackter Äpfel und auf Recyclat bei Plastikflaschen für zum Beispiel Flüssigwaschmittel. Bis 2020 will REWE auch sämtliches Plastik-Einweggeschirr aus dem Sortiment streichen.

Und dabei geht der Lebensmittelhändler auch auf einen Trend ein, der von den Kunden gewünscht wird, seit die alarmierenden Nachrichten zum Plastikmüll in den Meeren die Schlagzeilen bestimmen.

Viele Verbraucher möchten bei ihrem Einkauf vor allem im Obst- und Gemüsesortiment auf Plastikverpackungen verzichten, sagen Studien.

Ob sich die Studienergebnisse mit dem tatsächlichen Einkaufsverhalten decken, überprüft REWE aktuell im größten Unverpackt-Test Deutschlands: In rund 630 REWE- und nahkauf-Märkten in Baden-Württemberg, der Pfalz und dem Saarland wird seit Mitte April Bio-Obst und Bio-Gemüse weitestgehend ohne Plastik oder in umweltfreundlicheren Verpackungen angeboten. Das jährliche Einsparpotenzial liegt bei 90.000 Kilogramm Verpackungsmaterial, davon bis zu 60.000 Kilogramm Kunststoff.

 

UmweltschutzPlastikPlastikverpackungen
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