Leipziger Messe 2012: Umsatz über 70 Millionen – das Portfolio der Nachhaltigkeits-Messen wächst

Noch ist nicht alles zusammengerechnet. Aber Martin Buhl-Wagner, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Messe, ist sich auch vor den letzten Veranstaltungen 2012 auf dem Leipziger Messegelände schon sicher, dass die Messegesellschaft die 70-Millionen-Euro-Umsatzmarke übertrifft. Und das trotz schon spürbarer Krisenzeichen auf den Weltmärkten.
Anzeige

„Das Geschäft ist dieses Jahr noch ein bisschen härter geworden“, sagte er in der vergangenen Woche bei einem Presseempfang. Weihnachtlich schon. Das Wesentliche für 2012 ist getan. Die einzelnen Fachabteilungen stecken schon längst in den Vorbereitungen des nächsten Jahres.

„2013 wird ein spannendes Messejahr“, sagt Martin Buhl-Wagner. Neben dem Groß-Bildungs-Ereignis, der Berufe-Weltmeisterschaft „WorldSkills“, sei der Kalender mit 36 Messen sowie einer Vielzahl von Kongressen und messebegleitenden Fachprogrammen gut gefüllt. „In London haben die WorldSkills 200.000 Besucher angelockt“, sagt Buhl-Wagner. „Ich denke, das werden wir auch in Leipzig so hinkriegen.“

Und Markus Geisenberger, zweiter Geschäftsführer de Leipziger Messe: „2013 wird ein richtig gutes Jahr. Das weiß ich jetzt schon.“

Dabei war 2012 ein Jahr mit einer echten Super-Messe: der AMI. „Doch wir sind mittlerweile auf einem Stand, dass wir auch den Übergang einer solchen Messe in den Zwei-Jahres-Turnus gut verkraften können“, sagt Buhl-Wagner. Die Messen AMITEC und AMICOM finden Anfang Juni 2014 wieder im bewährten Verbund mit der AMI Auto Mobil International als große Auto-Messe-Familie statt.

Das Rezept ist das gleiche, das auch andere Unternehmen mittlerweile zu Multi-Funktions-Künstlern gemacht hat: Diversifizierung. Man setzt nicht mehr nur aufs reine Messegeschäft. „Wir sind schon längst nicht mehr der Anbieter, der nur seine Hallen zur Verfügung stellt und Fläche vermietet“, erläutert Buhl-Wagner den Prozess, der schon seit einigen Jahren die Belegschaft der Messegesellschaft auf Trab hält. Als wichtigster Dienstleister der Messe hat sich die Fairnet zu einem größeren Spieler auf dem Messe-Dienstleistungsmarkt entwickelt.

Buhl-Wagner: „Das sieht manchmal sogar so aus, dass die Leute zu uns kommen, sagen, sie haben eine tolle Idee – aber kein Geld. Und nun macht mal. – Und dann machen wir.“ Das bekannteste Beispiel eines solchen Vorgangs will er zwar an diesem vorweihnachtlichen Abend nicht beim Namen nennen. Aber das Prinzip ist simpel: Wenn eine Idee Zukunft hat, kann man sie päppeln, kann Zusatzangebote drumherum stricken, das Ganze spannend auch für junge Zielgruppen aufmachen, den jungen Marktteilnehmern das Veranstaltungs-Knowhow bieten und damit dafür sorgen, dass aus einem zarten Pflänzchen (vielleicht) eine echte Leitmesse zumindest für Deutschland oder Europa wird. Und wenn’s dann geschehen ist, hilft freilich alles Barmen nicht, wenn die Messe dann von anderen weggekauft wird.

Da kann man dann den Kopf einziehen und seufzen. Aber das ließ in Leipzig niemand zu. „Unsere Gesellschafter sehen schon sehr genau hin, was wir machen“, sagt Buhl-Wagner. Heißt wohl auch: Sie wollen Leistungen sehen. Zumindest eine Messe, die sich nicht unterbuttern lässt. Die auch mit einem breiten Angebot für die Kunden arbeitet. Früher brachte jedes Unternehmen seinen Messestand mit. Heute baut die Messetochter Fairnet GmbH das ganze Paket – die Aussteller brauchen nur noch anzureisen und ihre Produkte in die Vitrinen zu stellen.

Deswegen ist die Fairnet mittlerweile eine wichtige Einnahmequelle – eigentlich die wichtigste neben Hallenvermietung und Besuchereinnahmen. 2012 wird das beste Jahr ihrer Firmengeschichte. Mit einem Umsatzsprung auf voraussichtlich über 23 Millionen Euro (2011: 21,5 Millionen) zählt die Fairnet zu den erfolgreichsten deutschen Messe- und Event-Dienstleistern 2012.

Und Fairnet-Mitarbeiter müssen flexibel sein. 33 Messen, 98 Kongresse und 41 Veranstaltungen in den Bereichen Business, Politik und Unterhaltung fanden/finden 2012 auf dem Messegelände und im CCL statt. Darunter waren auch drei neue Großveranstaltungen – die Mitteldeutsche Absolventenmesse, die new mobility, die als Fachveranstaltung für künftige Mobilitätskonzepte in vernetzten Infrastrukturen von Städten und Regionen genau den Nerv der Zeit traf, und Die 66, die in Kooperation mit Deutschlands erfolgreichster 50plus-Messe stattfand und ihre Erfolgsgeschichte bei der Leipziger Premiere fortsetzte.Nicht zu vergessen das vierte Ereignis, das in Leipzig kaum einfiel, weil es für ein ganz öffentlichkeitsscheues Häuflein veranstaltet wurde: Für die Geocacher-Community wurde ein Outdoor-Event, die GeoGames, entwickelt, zu dem über 4.000 Teilnehmer aus aller Welt nach Leipzig kamen.

Jedes Jahr kommen so neue Formate ins Messeprogramm. Andere verändern sich oder verschwinden auch, wenn der Markt dafür verschwindet.

„Durch weitere Zukäufe und strategische Kooperationen erweitern wir konsequent unser Portfolio“, erläutert Markus Geisenberger. Dazu gehören 2013 die CosmeticBusiness und die Designers? Open. Mit der Ausrichtung der CosmeticBusiness, der internationalen Zuliefermesse der Kosmetikindustrie in München, agiert die Leipziger Messe erstmals selbst als Gastveranstalter innerhalb Deutschlands.

Industrie- und Fachmessen prägen turnusgemäß das kommende Jahr. Es startet mit den Umwelt- und Energiemessen TerraTec und enertec. „Beide Messen nach unserer Einschätzung zwar echte Geheimtipps für die Branche, von der breiten Öffentlichkeit aber noch einigermaßen unterschätzt“, sagt Geisenberger. Beide Messen gehören mittlerweile in einen ganzen Messereigen, der sich am Marktplatz Leipzig intensiv mit dem großen Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Wer die technischen Entwicklungen kennen lernen will, die aus Deutschland ein nachhaltig funktionierendes Land machen können – von der Energietechnik bis zur Abwasserbehandlung – der sollte eine dieser Messen besuchen.

Ein großer Höhepunkt wird 2012 natürlich das Doppel der Maschinenbaumesse intec und Zuliefermesse Z. Das Messe-Duo befindet sich auf Wachstumskurs. Es greift wichtige Fragen wie die Optimierung im Produktionsprozess und den effizienten Einsatz von Ressourcen auf, betont die Messegesellschaft. Was wieder zum nachhaltigen Umbau des Landes gehört – denn das wird nur mit neuen, effizienten Maschinen und Produktionstechnologien funktionieren. Dass diese beiden Messen wachsen, liegt an den sächsischen Maschinenbauern, die das Konzept tragen und die sich auch in den letzten 20 Jahren nicht haben unterbuttern lassen. Sie sind – neben dem Autobau – das zweite entscheidende Exportstandbein des Freistaats Sachsen. Da hätten mittlerweile auch noch andere Branchen stehen können – aber die aktuellen sächsischen Regierungen zeigen in der Wirtschaftspolitik, mal vorsichtig gesagt, ein mehr als glückloses Händchen. Als jüngstes Beispiel sei nur der Umgang mit Solaranlagen- und Windkraftherstellern erinnert.

Dafür etabliert sich Sachsen als Standort der Gesundheitswirtschaft zunehmend erfolgreicher. Ihrem guten Ruf als Standort für Medizin- und Gesundheitsmessen will die Leipziger Messe auch 2013 gerecht werden. Neben der Reha- und Therapie-Fachmesse therapie Leipzig wird der Kongress mit begleitender Ausstellung für Krankenhauslogistik med.Logistica in zweiter Auflage fortgesetzt. Die PFLEGE+HOMECARE Leipzig findet erstmals parallel zur Sanitär- und Heizungsmesse SHKG und zur Elektrofachmesse efa statt, wodurch mit Produkten und Dienstleistungen für ein unabhängiges Leben im hohen Alter neue Themenfelder und Zielgruppen erschlossen werden.

Und damit ist man wieder beim Thema nachhaltige Wirtschaft: Die Industriemessen SHKG und efa sind die wichtigsten ostdeutschen Branchentreffen im Gebäudebereich, die sich dem Thema der Energieeffizienz verstärkt stellen. Die positive Entwicklung dieser Messen manifestiert sich auch in der vertraglichen Verlängerung der Zusammenarbeit der Träger-Verbände der Elektrofachmesse efa mit der Leipziger Messe für weitere drei Veranstaltungen über das Jahr 2013 hinaus.

Und für all jene, die einfach große Messen besuchen, bestaunen und dort ein paar Tage verbringen wollen, gibt’s die nun längst traditionellen Publikumsmessen von der HAUS-GARTEN-FREIZEIT mit der mittel-deutschen handwerksmesse über die Beach & Boat, die PARTNER PFERD, die Leipziger Buchmesse, Die 66 in ihrer zweiten Auflage bis zur modell-hobby-spiel.

www.leipziger-messe.de


Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Verkehrsdezernat lehnt Linke-Antrag ab: Am Cottaweg können wir nichts ändern
Die neu montierten Geländer an der Einmündung Cottaweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Herumgeeier um den Cottaweg und seine gefährliche Einmündung in die Jahnallee zeigt recht exemplarisch, wie schwer sich Leipzigs Verkehrsplaner tun, altes Autostraßendenken zu verlassen und wirklich moderne Lösungen für den Stadtverkehr zu finden. Die neuen Geländer an der Einmündung stehen geradezu für dieses Denken von Vorgestern. Gibt ja nun keine Unfälle mehr, meint das Planungsdezernat zu einem Antrag der Linksfraktion.
Klares Ergebnis der Vorlesestudie 2020: Schenkt den Kindern Bücher! Viele Bücher!
Es gibt genug wirklich schöne Vorlesebücher. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 20. November ist wieder Bundesweiter Vorlesetag. Ein Tag, der daran erinnert, dass Lesen und Vorlesen für Kinder nicht einfach nur Luxus sind. Denn frühes Vorlesen öffnet den Kindern den Weg in Welten, die ihnen sonst ein Leben lang verschlossen bleiben. Denn Bildung erschließt sich durch Lesen erst in ihrer ganzen Komplexität. Aber warum lesen dann so wenige Eltern vor, wollte die Stiftung Lesen wissen?
„Wenn man spürt, wie die Luftkräfte einen tragen“: In Eilenburg können Kinder Skispringen lernen
Blick von der 1999 neu gebauten Josef-Dotzauer-Schanze in Eilenburg. Foto: Michael Billig

Foto: Michael Billig

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelDas Land ist flach, der erste Schnee noch in weiter Ferne. In Eilenburg schnallen sich die Jungadler des SV Lok dennoch ihre Ski an und stürzen sich an einem Oktobernachmittag die Josef-Dotzauer-Schanze hinunter. Bereits seit 1958 hat das Skispringen in der Kleinstadt, rund 20 Kilometer nordwestlich von Leipzig, ein Zuhause. Doch außerhalb von Eilenburg wissen nur wenige davon, wie Lok-Trainer Stephan Kupke (44) gegenüber der „Leipziger Zeitung (LZ)“ sagt.
Warum Kompromisse schließen? Andreas Weber zeigt, warum nur gute Kompromisse Überleben erst möglich machen
Andreas Weber: Warum Kompromisse schließen? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVon den beiden Händen, die sich da auf dem Cover drücken, darf man sich nicht irritieren lassen. Das erinnert eher an eine der kompromisslosesten Parteien, die es in Deutschland mal gab. Und um die DDR geht es schon gar nicht. Es geht um unser Jetzt und unsere heutige Unfähigkeit, echte Kompromisse zu schließen. Faule Kompromisse sehen wir überall. Auch deshalb ist die Stimmung derzeit so aggressiv wie in einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Ehe.
1. FC Lok Leipzig vs. Meuselwitz 1:0 – Arbeitssieg vor dem Lockdown
Das Leipziger Siegtor fiel bereits in der ersten Spielminute. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer nächste Heimsieg für den 1. FC Lok. Gegen den ZFC Meuselwitz obsiegten die Blau-Gelben am Mittwochabend mit 1:0 (1:0). Vor 999 Zuschauern traf Tom Nattermann schon nach 50 Sekunden zur Führung. Danach bot das Spiel Kampf und Krampf. Lok und Meuselwitz wollten, konnten allerdings kaum Angriffe durchspielen.
LockdownLight: Zankapfel Gastronomie
Was vom Sommer blieb, endet in der Schließung im November 2020. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWas sich bereits im Laufe des Tages anbahnte, wird durch eine Pressemitteilung der sächsischen Industrie- und Handelskammern zu den neuen Corona-Maßnahmen Gewissheit. Die Gastronomien und Tourismusunternehmen fühlen sich ungerecht behandelt, die „Verhältnismäßigkeit ist nicht gewahrt“, so die IHK Leipzig, Dresden und Chemnitz in einer gemeinsamen Erklärung. Für einen Monat sollen alle Kneipen, Bars und Restaurants, aber auch Freizeit,- Tourismus,- und Veranstaltungsstätten ab 2. November 2020 schließen. Erste Klageandrohungen dagegen waren bereits vereinzelt schon vor den Beschlüssen vom heutigen 28. Oktober zu hören, die IHKs warnen nun vor steigenden Insolvenzzahlen.
Mittwoch, der 28. Oktober 2020: Lockdown light ab Montag
Kultureinrichtungen wie das Gewandhaus dürfen im November wohl nicht öffnen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDeutschland wird wohl ab Montag in einen „Lockdown light“ gehen. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsident/-innen heute beschlossen. Wie genau die Situation in Sachsen sein wird, ist noch nicht offiziell bekannt, doch der Bund wird 10 Milliarden für Umsatzausfälle auch bei Soloselbstständigen, Gastronomien und der Eventbranche zur Verfügung stellen. Außerdem: Sachsen fördert ein Forschungsprojekt für Coronatests und Chemnitz wird Kulturhauptstadt Europas. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 28. Oktober 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Coronavirus: Einmal Weihnachten retten + Updates zum Lockdown light
Weihnachten retten, Weihnachtsmarkt beerdigen? Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit dem heutigen Morgen geht es bereits rund in den deutschen Medien. Noch vor der Videokonferenz des Bundes mit den Ministerpräsident/-innen der Länder kursierte ein Entwurf der Bundesregierung, in welchem die Vorschläge der neuen Corona-Maßnahmen ab 4. November 2020 beschrieben werden. Seit wenigen Stunden heißt es nun, dass diese sogar bereits ab Montag, 2. November 2020 in Kraft treten sollen und es weitgehende Einigkeit der Länder mit dem Bund dazu gibt. Der Katalog liegt neben anderen Medien auch der L-IZ.de vor. Informationen, die in der Pressekonferenz der Bundesregierung bestätigt wurden.
Südtiroler Pestizidprozess: Landesgericht Bozen beendet Strafverfahren gegen Verleger des Münchner oekom Verlags und weitere Mitglieder des Umweltinstituts München
Alexander Schiebel: Das Wunder von Mals. Cover: Oekom Verlag

Cover: Oekom Verlag

Für alle LeserDas Landesgericht Bozen bestätigte in seiner Entscheidung vom heutigen 28. Oktober den Antrag der Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen gegen oekom-Verleger Jacob Radloff und die Mitglieder des Umweltinstituts aus Mangel an Beweisen einzustellen. Die Betroffenen begrüßen die Entscheidung als einen bedeutenden Teilsieg für das Recht auf freie Meinungsäußerung.
Haltungsnote: Lipgloss auf Eierragout – Eine Kolumne über Ossis und Wessis
Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. Foto: Erik Weiss Berlin

Foto: Erik Weiss Berlin

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelAm Abend des 9. November 1989 sagte Stefan Aust in einem Kommentar: „Heute Abend ging der zweite Weltkrieg zu Ende“. Der Mann hatte Recht. Der Mauerfall setzte einen Schlusspunkt unter die Nazidiktatur und den auf sie folgenden Kalten Krieg. Damals wird Aust mit seiner Interpretation eher alleingestanden haben.
Europäische Menschenrechtskommissarin wertet den Prozess gegen „Das Wunder von Mals“ als typische SLAPP-Klage
Äpfel, mit Misstrauen betrachtet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich sind es die Naturschutzverbände, die ein verbrieftes Recht haben, gegen Verstöße gegen den Naturschutz vor Gericht zu ziehen. Was sie oft schon aus dem simplen Grund nicht tun, weil ihnen nicht die finanziellen Reserven zur Verfügung stehen, mit denen selbst Kommunen und Länder die Klagen anwaltlich abwehren können. Dass ein staatlicher Amtsträger nun gar gegen ein Umweltinstitut und einen Autoren vor Gericht zieht, wertet auch Menschenrechtskommissarin Dunja Mijatovic als massive Grenzüberschreitung. Der Fall betrifft auch den Journalismus.
Verkehrsdezernat will 2021 die Beobachtungsergebnisse zu den Pollern in der Richard-Lehmann-Straße vorlegen
Abgepollerter Radweg vor der Post in der Richard-Lehmann-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir können ja das Bild vom brutal umgefahrenen Poller vom Neumarkt hier wieder einblenden – was wir auch machen. Denn in der Regel räumt Leipzig die mit Auto-PS umgewalzten Poller meist relativ schnell wieder weg, sodass die meisten Leipziger gar nicht merken, mit welcher Rücksichtslosigkeit einige Autobesitzer alles niederfahren, was sie in ihrem Besitzanspruch eingrenzt. So geht es auch den eher niedlichen Pollern in der Richard-Lehmann-Straße.
Ein Brief an den Bundeswirtschaftsminister: Wir brauchen fairen Wettbewerb, keine neuen Oligopole
Das GuD-Kraftwerk der Stadtwerke Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserMit einem in mehreren Zeitungen veröffentlichten Brief wandten sich am Freitag, 23. Oktober, die Geschäftsführer mehrerer deutscher Stadtwerke an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, in dem sie die Unterstützung der Bundesregierung für die die beiden Energiekonzerne e.on und RWE im Kartellverfahren vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) kritisieren. Auch die Leipziger Stadtwerke sind dabei. Auch sie wären betroffen.
NABU Sachsen: Der Straßenbau im Naturschutzgebiet „Röderauwald Zabeltitz“ bei Meißen war illegal
Illegal gebaute Straße durch die Röderaue. Foto: Renate Wilhelms / NABU Sachsen

Foto: Renate Wilhelms / NABU Sachsen

Für alle LeserSächsische Behörden ticken noch immer wie im 20. Jahrhundert. Und nicht nur die in Sachsen. Man muss ja nur in den Dannenröder Forst schauen, wo Umweltaktivisten verzweifelt versuchen, den Bau der A49 mitten durch das Waldgebiet zu verhindern. Doch selbst in Zeiten, wo unsere Wälder akut vom Klimawandel gestresst sind, planen Behörden noch immer rücksichtslos drauflos und ignorieren die Einsprüche der Umweltverbände. Ein Beispiel aus Meißen bringt jetzt den NABU Sachsen auf die Palme.
Darwins Notizbuch: Das Leben und Forschen von Charles Darwin in Bildern, Zitaten und kurzweiligen Texten
Jonathan Clements: Darwins Notizbuch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserHätte Jonathan Clements dieses Buch erst 2019 geschrieben, hätte er einige Akzente garantiert anders gesetzt – weniger über die heutigen selbst ernannten „Kritiker“ Darwins geschrieben, dafür mehr über Darwins erstaunlich aktuelle Warnungen zum Aussterben von Arten. Aber 2009 war so ein Jahr, da waren die Kreationisten und ähnliche Meinungsmacher ziemlich laut. Und Darwins 200. Geburtstag war mal wieder von schrillen Beiklängen begleitet.