Die Energiezukunft braucht Speicher für Grünes Gas und Komplettlösungen für Stadtquartiere

Für alle Leser2015 war klar: So geht das nicht weiter. Damals schockierte die VNG die Öffentlichkeit seit Jahren erstmals mit einem deftigen Minus. Teure Abschreibungen waren der Grund. Man hatte sich zu lange darauf verlassen, dass die deutsche Politik den Umbau der Energielandschaft wirklich ernsthaft vorantreibt. Dann hätten sich die Investitionen in Speicher und Leitungen längst gerechnet. Die Kurskorrektur hat sich ausgezahlt.
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Im Geschäftsjahr 2018 hat VNG auf Konzernebene ein adjusted EBIT (bereinigt um außerordentliche und einmalige Ergebniseffekte) von 159 Millionen Euro erwirtschaftet, konnte Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der VNG AG, beim diesjährigen Bilanzpressegespräch der VNG am Freitag, 12. April, mitteilen. EBIT ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern. 2017 waren es 129 Millionen Euro. Das war auch schon ein ordentliches Ergebnis, im Jahr zuvor waren es 71 Millionen.

„Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2018. Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen und energiepolitischen Umfelds haben wir unsere positive Geschäfts- und Ergebnisentwicklung fortsetzen können. Es ist uns gelungen, in allen Geschäftsbereichen gute operative Resultate zu erzielen und wichtige Schritte unserer Strategie ‚VNG 2030+‘ umzusetzen“, sagt Heitmüller.

Nach Zinsen und Steuern beläuft sich das Konzernergebnis auf 142 Millionen Euro, also noch doppelt so viel wie die 71 Millionen im Jahr 2017.

„2018 war ein außerordentlich gutes Jahr für VNG. Das ist umso erfreulicher, weil dieses Ergebnis kein Selbstläufer ist. Wir haben hart dafür gearbeitet, unsere Kosten und Effizienz nie aus den Augen verloren und unsere Ertragskraft weiter stärken können. Ein ganz besonderer Dank gebührt hierbei dem unermüdlichen Einsatz unserer Belegschaft. Zudem wird das Konzernergebnis auch durch den Verkauf des E&P-Geschäfts positiv beeinflusst“, betont Bodo Rodestock, Vorstandsmitglied Finanzen/Personal.

Die Umsatzerlöse des VNG-Konzerns liegen mit 11,2 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahresniveau (2017: 8,2 Mrd. Euro).

Hinter dem von Rodestock erwähnten E&P-Geschäft steckt der komplette Verkauf der Anteile der 2006 gegründeten VNG Norge AS (VNG Norge) an die Neptune Energy Norge AS (Neptune Energy), womit sich VNG komplett aus der Öl- und Gasexploration und -produktion vor der norwegischen Küste verabschiedete. Es war kein Zuschussgeschäft. Auch 2018 trug VNG Norge einen zweistelligen Ertrag zum VNG-Konzernergebnis bei. Aber die Förderung von Öl und Gas gehört nicht mehr zum Kerngeschäft der VNG, die ihre neue Zukunft auch in einen neuen Markenauftritt gegossen hat.

Hans-Joachim Polk, VNG-Vorstandsmitglied Infrastruktur/Technik; Bodo Rodestock, Vorstandsmitglied Finanzen/Personal und Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der VNG AG. Foto: VNG/ Jeibmann

Hans-Joachim Polk, VNG-Vorstandsmitglied Infrastruktur/Technik; Bodo Rodestock, Vorstandsmitglied Finanzen/Personal und Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der VNG AG. Foto: VNG/ Jeibmann Photographik

Mit dem Bericht der Kohlekommission wurde ja endgültig klar, dass Deutschland aus der Kohle aussteigt und dass in den nächsten 19 Jahren ein Kohlemeiler nach dem anderen vom Netz gehen wird. Hübsch vergoldet durch die Bundesrepublik. Aber damit rückt die Gaskraft endgültig an die Stelle, wo sie schon seit Jahren hätte sein sollen.

Sie war immer als die eigentliche Übergangstechnologie vorgesehen. Aber den Kohlekonzernen ist es gerade in Sachsen gelungen, der herrschenden Politik einzureden, Kohle sei die Übergangstechnologie. Was völliger Unsinn ist. Keiner weiß das besser als die Kinder, die bei „Fridays for Future“ auf die Straße gehen. Mit Kohle ist kein einziges der deutschen Klimaziele zu erreichen.

Mit Gas schon.

Denn die Zukunft sieht die VNG nicht nur im Erdgas.

Denn all ihre Infrastrukturen sind auch für alle Formen von Green Gas nutzbar. Bis hin zum Wasserstoff.

Im Rahmen der Zukunftsstrategie „VNG 2030+“ will die VNG deshalb die etablierten Geschäftsbereiche Transport, Speicher sowie Handel & Vertrieb weiterentwickeln. Und sie investiert in die angrenzenden Wachstumsfelder Biogas, digitale Infrastruktur und Quartierslösungen.

„Kern unserer Strategie ist es, dass alle Geschäftsbereiche Gestalter einer grünen, digitalen und gasbasierten Zukunft sind. Wir befinden uns nun mitten im Prozess und setzen unsere zukunftsweisende Konzernstrategie konsequent um“, so Heitmüller.

Der Leipziger Sitz der VNG AG. Foto: Ralf Julke

Der Leipziger Sitz der VNG AG. Foto: Ralf Julke

Über 1.000 Biogasanlagen verwaltet man schon. Und 2018 konnte man die geografische Ausbreitung dieses Netzes erstmals nutzen, um Biomasse aus Gebieten, die nicht von der Dürre betroffen waren, in Regionen wie das nördliche Sachsen-Anhalt zu verfrachten, wo aufgrund der Dürre der Biomasse-Nachschub knapp wurde.

VNG hat das Biogas-Portfolio über die Biogas-Tochter VNG BALANCE Bioenergie GmbH (BALANCE) noch erweitert. Ende 2018 erwarb BALANCE insgesamt fünf Biogasanlagen an Standorten in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. „Biogas ist speicherfähig, plan- und regelbar, grundlastfähig und über die bestehende Gasinfrastruktur jederzeit sehr gut verfügbar. Das sind Vorteile gegenüber anderen erneuerbaren Energien“, berichtet Hans-Joachim Polk, der im Vorstand für die technische Infrastruktur zuständig ist.

Und wer Gas produziert, denkt natürlich auch daran, es zu speichern. Denn das ist ja bislang noch das Problem bei erneuerbaren Energien: Man kann Wind und Sonne nicht speichern. Aber Gas, das man mit diesen Technologien erzeugt, lässt sich speichern, steht dann also als Energielieferant für die Tage bereit, wenn Solar- und Windkraftanlagen keine Leistung erbringen.

Und dazu sind die Speicher der VNG Gasspeicher GmbH (VGS) als drittgrößter Speicherbetreiber für Untergrundspeicher (UGS) in Deutschland in Mittel- und Norddeutschland wichtig. Mit einer Gesamtkapazität von derzeit rund 2,2 Milliarden m3 waren die Untergrundspeicher im Speicherjahr vollständig vermarktet, berichtet das Unternehmen.

„In einem anhaltend schwierigen Marktumfeld konzentrieren wir uns auf einen wirtschaftlich effizienten Betrieb unserer Anlagen und die Kostenführerschaft im Speichermarkt“, erklärt Hans-Joachim Polk.

Der 2017 in Betrieb genommene UGS „Katharina“ in Peißen bei Bernburg (Sachsen-Anhalt) werde planmäßig weiter ausgebaut. Bis zum finalen Ausbaustand im Jahr 2025 entstehen dort sechs weitere Kavernen mit rund 600 Millionen m3 Arbeitsgasvolumen. „Technisch ist es schon heute kein Problem, Strom aus erneuerbaren Energien in Gas umzuwandeln. Auch deshalb investieren wir in innovative Gasspeicher, für die wir beispielsweise mit der Speicherung von CO2-freiem Wasserstoff eine Langzeitperspektive sehen. Dafür müssen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden“, so Polk weiter.

Deswegen beteilige sich VNG an der Bewerbung um eine Förderung als Reallabor am Standort Bernburg, wo mit mitteldeutschen Kooperationspartnern die komplette Verwertungskette von einer modernen Windkraftanlage über die Elektrolyse von Wasserstoff bis zu dessen Speicherung in einer VNG-Kaverne entwickelt werden soll. Ohne Förderung sei das nicht finanzierbar, so Heitmüller. Aber auch dann, wenn das Bundeswirtschaftsministerium dieses Vorhaben nicht als Reallabor fördere, werde man sich um andere Fördermittel bemühen. Denn das sei nun einmal die Zukunft. Dass man Strom so in speicherbaren Wasserstoff umwandeln kann, sei längst bewährt. Jetzt ginge es darum, so etwas im industriellen Maßstab zu erproben.

Denn dahinter steckt auch die hauseigene Strategie. Auch die VNG plant den Ausstieg. Zwar nicht aus der Kohle, aber eben doch aus dem fossilen Energieträger Erdgas. Schon heute haben Biogas und Wasserstoff im Portfolio der VNG einen Anteil von 5 Prozent. Das Unternehmen ist auch an Erdgas- und Wasserstofftankstellen beteiligt. Stichwort Mobilität: Das Segment der Erdgas-betankten Fahrzeuge wächst wieder. Es seien zwar nicht die privaten Autofahrer, die jetzt auf Erdgas umstiegen, dafür die Betreiber von Fahrzeugflotten – wie zum Beispiel die Leipziger Stadtreinigung. Und gerade die Flottenbetreiber rüsten jetzt um, der Betrieb von Erdgas-Tankstellen rechnet sich nach Jahren endlich. Und das Tanknetz für Wasserstoff wird ebenfalls wachsen. Gemeinsam mit zwei regionalen Fahrzeuganbietern hat VNG zudem eine Absichtserklärung zur Entwicklung eines Pilotprojekts für Wasserstoff-Mobilität im sächsischen Grimma unterzeichnet.

Aber je mehr Green Gas produziert wird, umso mehr kann man es auch in anderen Bereichen den Kunden anbieten oder dem unter Hochdruck durch die Leitungen gepumpten Erdgas beimischen. „Etwas, womit wir ja schon lange Erfahrung haben“, so Polk. „Vor 30 Jahren hatten wir schon zu 50 Prozent Wasserstoff in den Leitungen – Stichwort: Stadtgas.“

Bis 2030 will die VNG den Anteil solcher umweltverträglicher Gase am eigenen Gasverkauf auf 25 Prozent erhöhen, bis 2050 könnte man es schaffen, das eigene Angebot 100prozentig auf Green Gas umzustellen.

Und man will dabei nicht nur als Großhändler, Netz- und Speicherbetreiber auftreten, sondern auch den Kommunen helfen, ihre Energiebasis umzustellen. Mit der VNG-Tochter ViertelEnergie will man mit interessierten Kommunen gemeinsam komplette Quartierslösungen entwickeln, um die Kommunen fit zu machen für die neue Energiezukunft. Wozu dann auch digitale Lösungen gehören, denn die neue Energieversorgung muss ja digital gesteuert werden. Aber auch da habe man Erfahrungen, so Heitmüller. „Hier öffnet sich, wie man sieht, ein echter Wachstumsmarkt vor uns.“

Von den 2018 erwirtschafteten 142 Millionen Euro will der VNG-Vorstand der Aktionärsvertreterversammlung übrigens vorschlagen, 40 Millionen Euro an die Aktionäre auszuschütten. Im Vorjahr waren es noch 35 Millionen Euro. Davon profitiert auch Leipzig – über die LVV – als Anteilseigner.

Ein paar weitere Zahlen und Fakten zur Entwicklung der VNG:

2018 hat die VNG AG ihr Großhandelsgeschäft aufgrund regulatorischer Anforderungen im In- und Ausland in eine neue Gesellschaft ausgegliedert. Mit der Aufnahme der offiziellen Geschäftstätigkeit verantwortet die VNG Handel & Vertrieb GmbH (VNG H&V) seit April 2018 das gesamte Großhandels- und Vertriebsgeschäft der VNG.

Im Geschäftsbereich Transport betreibt die ONTRAS Gastransport GmbH (ONTRAS) ein 7.000 km langes Hochdrucknetz mit mehr als 450 Netzkopplungspunkten. In dieser Hinsicht stellt die Beteiligung an der EUGAL eine richtungsweisende Investition und einen bedeutenden Meilenstein für die weitere Entwicklung des Unternehmens dar. Die Bauarbeiten an der Europäischen Gasanbindungsleitung von der Ostsee nach Südsachsen haben 2018 erwartungsgemäß begonnen, teilt das Unternehmen mit.

2018 hat der Geschäftsbereich Handel & Vertrieb trotz eines intensiven Wettbewerbs mit niedrigen Vertriebsmargen maßgeblich zum positiven Konzernergebnis der VNG beigetragen. VNG H&V setzte im letzten Jahr rund 500 Milliarden kWh Erdgas ab und steigerte somit das Niveau des Vorjahres (2017: 415 Mrd. kWh). „Im Großkundenvertrieb konnten wir neue Industriekunden gewinnen und zusätzliche Vertriebskanäle erschließen. Der Absatz im Endkundensegment blieb trotz deutlich milderer Temperaturen stabil“, so Heitmüller.

Im Rahmen ihrer Innovationsstrategie beteiligt sich VNG als strategischer Partner mittlerweile an fünf Startups. 2018 hat die VNG Innovation GmbH dazu u. a. ihre Investitionen an dem Berliner Startup akvola Technologies GmbH erhöht und Anteile an den Startups Infrasolid GmbH (Dresden) und Rhebo GmbH (Leipzig) erworben. Fester Bestandteil der Innovationsstrategie der VNG ist zudem die Kooperation mit dem Leipziger SpinLab – The HHL Accelerator, das Teil des Smart Infrastructure Hubs des Bundeswirtschaftsministeriums ist. Jährlich fördert VNG als Pate für das Thema Energie vier Startups.

Der Konzern mit Hauptsitz in Leipzig beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von rund 11,2 Mrd. Euro.

VNG schafft 2017 einen Gewinn von 71 Millionen Euro und baut längst schon an den Strukturen für die Energiezukunft

VNG
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