Leserbrief zu Metalfest 2011: Dessauer Festival lässt Nachwuchsbands für sich arbeiten
Redaktion
07.12.2011
Von J.K. (anonym/ Erläuterung am Schluss, d.Red.): Ich habe den Leserbrief von René Daegling gelesen und bei so viel Blauäugigkeit schwappt einem die Galle über. Es wird hier der Vergleich gezogen, dass Sodom (um auch beim Beispiel zu bleiben) auch die Backen zusammenkneifen musste, um von sich reden zu machen. Das mag stimmen. Doch war man nicht gezwungen sich für einen Verein ala Rock the Nation zu prostituieren.
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Ich hab damals selbst beim Legacy-Fest, was der Vorläufer des Metalfests war und nach den identischen Methoden funktionierte, auf der Bühne gestanden und diesen Affentanz mit vollführt. Wir sind aus der Sache noch recht "gut" hervorgegangen, doch andere Bands mussten ihre Karten deutlich unter dem Preis bei Ebay verhöckern, als ihn das Metalfest selbst angeboten hat. Somit entstanden für viele mehr als enorme Kosten, die für eine kleine Bandkasse nur schwer zu tragen sind, wenn überhaupt.
Natürlich kann man an dieser Stelle behaupten, dass es die Schuld der Bands selbst sei, doch was ist mit dieser vermeintlichen Unterstützung, von der das Metalfest oder der Großkonzern Rock the Nation redet? Die Bands erhielten weder im Vorfeld noch vor Ort eine angemessene Betreuung, niemand wusste wohin, wer oder was. Beispielweise hat bei uns Technik gefehlt, die eindeutig zu organisieren war, aber niemand fühlte sich verantworlich und aus dem mangelnden Gefühl der Verantworlichkeit enstehen Situationen, die nicht entstehen dürfen!
Beispielsweise hat die erste Band des Samstag ihr Konzert im Hangar begonnen (2009 in Dessau) und die Tore zum Festivalgelände waren noch verschlossen. Dies weiß ich, da ich die Techniker und umherlaufende Sicherheitsleute informiert hab.
Weiterhin gibts es dem Bericht nichts mehr hinzuzufügen, da er in vollem Umfang der Wahrheit entspricht.Was für eine weitere Recherche noch empfehlenswert wäre und auch hochinteressant, ist der Fakt in welchen Bereichen sich Rock the Nation noch aufhält, bzw. welche Bedingungen für bekanntere Bands existieren. Beispielweise gibt es eine Umkreisregel, bei der sich ein Künstler verpflichtet innerhalb der Saison keine weiteren Konzerte mehr anzunehmen, die sich in dem Sektor befinden. (siehe Anm. d. Red. am Schluss).
Diese Technik ist meiner Meinung nach, gepaart mit Ticketverkäufen und dem anderen Genannten, ein Verrat an den Bands, am Publikum und letztendlich an der gesamten Szene. Und für alle die das lesen und sich weiter dafür interessieren: Belest euch, welche Festivals früher selbstständig existiert haben und nun von solchen Festivalmachern unter Druck gesetzt oder bereits vereinnahmt wurden.
J.
Anm. d. Red.: Dieser Leserbrief wurde ausnahmsweise auf Wunsch des Lesers anonymisiert und leicht gekürzt veröffentlicht, da unter diesen Bedingungen zum Auftritt zugelassene Künstler Verschwiegenheitsklauseln unterzeichnen mussten. Die L-IZ.de ist also verpflichtet die Quelle zu schützen.
Die Praxis einer sogenannten Exklusivitätsvereinbahrung bei Festivalauftritten ("Umkreisregel") ist auch bei anderen Musikfestivals unter genauen Zeit- und Gebietsabgrenzungen für die Bands durchaus ein mögliches Verfahren um die Attraktivität des Festivals und des Auftrittes zu steigern. Meist wird dies durch Zahlung einer höheren Auftrittsgage durch den Festivalveranstalter honoriert.
Hinweis für das Metalfest 2012 Unterdessen scheint man beim Metalfest Dessau offenbar von der im Artikel vom 19. April 2011 beschriebenen Praxis abzuweichen. So wird nun für 2012 ein Online-Voting durch die Besucher veranstaltet, welches Newcomerbands eine Chance geben soll aufzutreten. Über die Auftrittskonditionen für die Siegerbands des Votings ist der L-IZ - Redaktion derzeit nichts bekannt.
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