Sachgebietsleiter Ralph von Rauchhaupt und Markkleebergs Kultur
Bernd Reiher
20.01.2010
Rathaus Markkleeberg.
Kultur in Markkleeberg hat viele Adressen. Eine ist das Westphalsche Haus in der Dölitzer Straße. Eine andere ist die Wachauer Kirchenruine am östlichen Ende der Stadt. Mit kleinem und großem Lindensaal finden sich zwei weitere unter dem Rathausdach.
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Eine nah am Wasser gebaute ist die „Kleine Freiheit“ im Hafendörfchen „Pier 1“ am Cospudener See. Eine gänzlich neue ist der Kanupark. Er hatte im Sommer 2009 seine Premiere als Austragungsort für symphonische Musik.
Markkleebergs Kulturleben wird dabei von vielen Leuten gestemmt. Letztendlich aber laufen die meisten aller Fäden in der Kulturabteilung des Technischen Rathauses in der Raschwitzer Straße zusammen. Hier hat der studierte Archäologe Ralph von Rauchhaupt seit zwei Jahren sein Hauptquartier. Als Sachgebietsleiter für Kultur, Freizeit und Erholung. In seiner Kemenate trafen wir den Kulturmacher Mitte Januar zum Interview. Es ging um das Jahr 2009, die aktuellen Projekte und einen Ausblick auf das Jahr 2010.
Kino in Markkleeberg, das war eines seiner Langzeitvorhaben für das vergangene Jahr. Veranstaltet wird es im kleinen Lindensaal. Scheinbar auch mit immer mehr Erfolg. Rauchhaupt im Interview zu den Filmabenden im Pleißestädtchen: „Wir hatten dreimal 'Low-Budget-Kino', werden auch im Februar wieder 'Low-Budget-Kino' durchführen. Bei der letzten Veranstaltung 'Willkommen bei den Sch'ties' mussten wir Leute zurückschicken, weil ausverkauft.“ Konkurrenz zu anderen Kinos sei man natürlich nicht.
Ralph von Rauchhaupt.
Foto: Bernd Reiher
„Aber“, so Rauchhaupt weiter, „es wird angenommen und ich denke auch, so nach und nach entwickelt sich das.“ Denkbar für ihn die Zusammenarbeit mit einem Kinopartner, auch aus der nahen Messestadt. Der Kulturmann dazu: „Vorstellen könnte ich mir Frau Pfeiffer vielleicht, vom Prager Frühling.“
Das Kino in Markkleeberg also scheinbar wieder mit seichtem Rückenwind. Ebenfalls nicht von Pappe: Rauchhaupts Bilanz für ein anderes Kulturvorhaben des Jahres 2009 – das „Mittsommernachtskonzert“ im Kanupark. Der Sachgebietsleiter dazu: „Wir hatten ein bisschen Pech mit dem Wetter. Das Problem war dieses große Gewitter.“ Letztendlich aber wurde dann doch alles gut: Rauchhaupt: „Wir sind froh. Es hat hervorragend funktioniert. Das WSO ist uns auch bei diesen Wetterunbilden treu geblieben.“
Reichlich 800 Gäste sollen es am Ende des Abends gewesen sein, die gemeinsam mit den Westsächsischen Symphonikern der längsten Nacht des Jahres 2009 entgegenfieberten. Der Lohn für die Beharrlichkeit von Besuchern, Musikanten und Organisatoren: Neuauflage nicht ausgeschlossen. Einen Arbeitstitel gibt es zumindest schon: „La dolce Vita – Eine italienische Nacht“. Ausführende: Westsächsische Symphoniker.
Mittsommernachtskonzert im Kanupark Markkleeberg.
Foto: Ralph von Rauchhaupt
„75 Jahre Markkleeberg“ und das Stadtfest waren aus Rauchhaupts Sicht weitere Höhepunkte des Jahres 2009. Ohne ein Jubiläum wird aber auch das Jahr 2010 nicht über die Bühne gehen: „Zehn Jahre Cospuden“ stehen unter anderem auf dem Programm.
Wie das aussehen könnte, was außerdem noch kommen soll, warum der 30. Januar ein Tipp für einen Ausflug ins Markkleeberger Nachtleben sein könnte und was er sich für die Zukunft des Kulturlebens in der großen Kreisstadt wünscht, das verrät Ralph von Rauchhaupt im O-Ton des kompletten Interviews – zu finden in der L-IZ-Mediathek.
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