Der Stadtrat tagte: Was hat zum Planungs-Desaster beim Naturkundemuseum in der Spinnerei geführt? + Video

Für alle LeserVideoDass die Erörterungen der neuen Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke in Sachen Naturkundemuseum (NKM) weit zurückreichen müssen, ist angesichts der Langlebigkeit der geplatzten Ideen klar. Noch immer befindet sich das Naturkundemuseum da, wo es immer war: an der Lortzingstraße 3 am Goerdelerring. Der Umzug in die Baumwollspinnerei ist geplatzt. Warum genau, was oder wer da nun die Verantwortung trage, wollten am 22. November 2018 die Grünen im Stadtrat wissen.

Die Einsicht, dass der Umzug endgültig geplatzt ist, hat sich bereits durchgesetzt. Was auch die Grünen in ihrer Anfrage einräumen. „Dass die Verwaltung nun Abstand davon nimmt, das Naturkundemuseum Leipzig in die Baumwollspinnerei umziehen zu lassen, ist nachvollziehbar.“ Nur die Begründung genügt wohl noch nicht. So habe der „Masterplan vom März 2013, erstellt von Dr. Susanne Meyer und Peter Gössel, detailliert und eindeutig alle Anforderungen für ein neues Naturkundemuseum, einschließlich der Kosten und zwar für den Standort Lortzingstraße als auch für einen Umzug an alternative neue Standorte“ beschrieben.

Übrigens immer mit 20 bis 25 Millionen Euro, ein Kostenrahmen, der für alle damals geprüften Standorte gilt.

Die Maßgaben für ein neues NKM waren demnach klar, doch die Idee mit der Halle 7 in der Baumwollspinnerei tauchte als fast letzter Ausweg 2015 ein wenig auf wie Kai aus der Kiste. Geplant wurde da quasi beim Loslaufen, alle fanden es eine gute Idee, die Halle 7 schien die Ideallösung. Von Fördermöglichkeiten und großen Plänen war die Rede, sogar neue Bahnlinien und Busverkehr für den Lindenauer Hotspot wurden debattiert.

Was also konnte da neben der Kostenexplosion von kalkulierten 10 auf 37 Millionen Euro so mächtig schiefgehen, als man den Umzug in die Baumwollspinnerei plante? Deshalb fragten die Grünen am 22. November noch einmal detailliert zum Zustand des Gebäudes nach.

„Welche Kriterien bezüglich Deckentragfähigkeit, Raumhöhe, Türen / Notausgänge / Fluchtwege, Eingangssituation für die Mietflächen des NKM, Anordnung und Anzahl der erforderlichen Treppenhäuser, Denkmalschutz, Zustand der Gebäudesubstanz, die zu der jetzigen Entscheidung geführt haben, sind jetzt neu, bzw. haben sich seit Mietvertragsunterzeichnung für Halle 7 geändert?“

Konkret wollten sie von Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) wissen

„Wird der Mietvertrag mit der Baumwollspinnerei für die Flächen des NKM aufgehoben? Mit welchen Konsequenzen? Müssen Fördermittel zurückgezahlt werden?  Die Baumaßnahmen für die 3 anderen Einrichtungen im Gebäude haben ja früher begonnen. Gab es nicht schon dabei Hinweise, die zu den späteren Erkenntnissen bezüglich der Bausubstanz geführt haben?  Kann die Stadt Leipzig Regressforderungen gegen Vermieter, Projektsteuerer oder Ausführungsfirmen stellen?  Wird weiterhin an der Zielstellung festgehalten ein bedeutsames und überregional wirksames NKM zu schaffen und von welchem Zeitplan bezüglich Standort und Realisierung wird jetzt ausgegangen?“

Skadi Jennicke zum Naturkundemuseum am 22.11.2018 im Stadtrat

Quelle: Livestream der Stadt Leipzig

Standortentscheidung für die Halle 7 in der Baumwollspinnerei soll jetzt endgültig aufgehoben werden

Grüne beantragen die Sicherung der Planungsmittel für das Naturkundemuseum auch im Doppelhaushalt 2019/2020

* Video *NaturkundemuseumStadtrat
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