Manchmal kommen Themen halt später als der Leipziger Journalismus

Eine Streitschrift aus dem Jahr 2016: Grundeinkommen bedingungslos? Unbezahlbar!

Für alle LeserLZ/Auszug Ausg. 31 / Juni 2016Die Schweizer haben etwas getan, wovon die Deutschen in zweierlei Hinsicht nur träumen können. Sie haben am 5. Juni 2016 direkt abgestimmt und sich im Vorfeld mit dem sogenannten bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) befasst. Darüber gestritten, debattiert und am Ende gesagt: Nein, wollen wir (noch) nicht in der Schweiz. 76,9 % waren letztlich dagegen, 23 % dafür. Eine Utopie halt, unmöglich, unbezahlbar. Sagen die Gegner. Dabei geht es vor allem um ein anderes Steuersystem.

Monatelang hatten die Initiatoren rings um den Einbringer der Abstimmung, Unternehmer Daniel Häni, mit einer einfachen Frage für die Abstimmung geworben: „Was würdest Du tun, wenn für Dein Einkommen gesorgt wäre?“ Eine Kernfrage menschlichen Lebens in einer an sich reichen Gesellschaft. Wenn da nicht die Verteilung, besser Spreizung, des Reichtums wäre. Welcher jedoch gleichzeitig die Drohung sozialer Unruhen und der Wahl rechtsradikaler Parteien entgegensteht.

Und die Befürworter der Idee, einem jeden Menschen, der es möchte, ein bedingungsloses Grundeinkommen zu geben, feierten trotz Niederlage in der Schweiz. Weil sie nun wissen, dass die Idee nur durch die Abstimmung selbst endlich in der breiten Gesellschaft angekommen ist. Und nun auch die Gegner der Idee Farbe bekennen mussten.

Denn letztlich geht es um zwei entscheidende Fragen, welche einer Antwort bedürfen. 64 % der Ablehnung einer Zahlung von 2.500 Franken (ca. 2.250 EUR, je nach Kurs) pro Monat erfolgten laut repräsentativen Umfragen mit dem schlichten Argument, dies wäre nicht finanzierbar. Weitere rund 60 % glaubten, es würde dann niemand mehr arbeiten gehen. Soweit die Zahlen in der Schweiz.

Beide Argumente lassen sich letztlich entkräften, auch in den bereits in Deutschland bestehenden Systemen. In Hinblick auf die Tatsache, dass die Schweizer aufgrund einer anderen Renten- und Sozialpolitik in Fragen der gerechten Verteilung zu den ausgewogensten Gesellschaften Europas gehören, darf vorab jedoch die Frage erlaubt sein, wie sich das Lohndumpingland Deutschland wohl prozentual entscheiden würde.

Einen Fingerzeig geben zwei Vorläufer des Schweizer Votings. Als die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2012 zum später sanft entschlafenen „Bürgerdialog für Deutschland“ aufrief, landete unter allen gesellschaftlichen Themen rings um die Frage „Wie wollen wir zukünftig leben?“ das BGE mit großem Abstand auf Platz 1 der Streitthemen. Und fand die meisten Befürworter.

Ernsthaft kalkuliert, besprochen und politisch gedacht wurde es dennoch nicht. Und bereits 2009 hatte eine Bundestagspetition von Susanne Wiest zum gleichen Thema den Server des Bundestages in die Knie gezwungen und gelangte mit über 50.000 Stimmen in die offizielle Anhörung. Geschehen ist dennoch nichts, die Think-Tanks der Republik waren offenbar mit anderen Fragen beschäftigt. Der Hauptwiderspruch blieb auch da: Es ist einfach nicht bezahlbar!

Nun haben die Deutschen bereits ein System, welches sogenannte „sozial Schwache“ versorgen soll. Da hier nicht schwerreiche Steueroptimierer gemeint sind, geht es u.a. also um Hartz IV. Im SGB I und II sind geregelt, wie, wer, warum und wann jemand Geld vom Staat erhält.

Kritiker des jetzigen Systems wissen: Die Kontroll- und Sanktionspraxis gerade im SGB II fressen mehr Ressourcen als sie einbringen, und dennoch lebt dieses ineffektive System seit 2004 bis heute. Parallel streiten sich Kommunen, Land und Bund um die einzelnen Bestandteile der Zahlungen an Arbeitslose mit Blick auf ihre jeweiligen Steuer-Haushalte. Über die dabei stattfindende Praxis gegenüber den betroffenen Menschen mit andauernder Gängelung via Sanktionen, welche das Existenzminimum einkürzen und oft reine Willkür sind, hat die LZ in der Ausgabe 31, Mai 2016, berichtet.

Dass hier auch der Druck entsteht, Menschen dauerhaft in Leiharbeitsschleifen zu halten, sei hinzugefügt. Es sind also alle Angestellten der Arge, die mit der Leistungsberechnung befasst sind, frei dafür, beratend für die Arbeitslosen tätig zu werden.

Und das jetzige System ist längst massiv unter Druck

Die 2016 mittels Crowdfunding entstandene und massiv aus Leipzig unterstützte, deutschlandweite Initiative „Sanktionsfrei“ wird zukünftig die Zahl der Rechtsstreitigkeiten rings um diese Kürzungen immer weiter ansteigen lassen. Und damit das System, welches statt attraktiver Arbeit und gezielten Förderungen eher „Fordern“ kennt, weiter unter Druck setzen. Denn nahezu alle Prozesse um Kürzungen werden gewonnen – wenn man denn klagt.

Auch dies ist eher eine Möglichkeit, aus dem Bestehenden heraus ein BGE zu entwickeln.

Denn bereits aus diesem derzeitigen System heraus würde sich ohne Sanktionen ein erster Schritt realisieren lassen. Mit allen staatlichen Zuwendungen von 400-500 EUR pro Einzelperson zuzüglich der Zahlungen an Krankenkassen, die regional stark unterschiedliche Miete und die eine oder andere Sonderausgabe werden bereits heute letztlich je nach Wohnort rund 1.000 und mehr EUR gewährt. Die freie Zuverdienstgrenze ab diesem Punkt für die erwerbslos gemeldeten Menschen im SGB II liegt bei derzeit rund 100 EUR brutto.

Danach wird konsequent am gesetzlichen Existenzminimum „gespart“, also jeder weitere Zuverdienst abgezogen. Unabhängig davon, dass es auch als eine Einladung zum Schwarzgeldverdienst verstanden werden könnte, gilt auch hierbei der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 EUR brutto (2016), was rund 12 abzugsfreie Arbeitsstunden im Monat ergibt. Wer auch immer sich diese Grenze ausgedacht hat: Sie ist in jedem Fall willkürlich und beschreibt einen Zustand zwischen Baum und Borke. Oder besser: im Leben weitab von Teilhabe an der Gesellschaft.

Der Abstand zu der Arbeit, die bei etwa 1.360 EUR brutto (ohne Sozialkosten) als annehmbar gilt, ist derart gering, dass es einen nicht mehr wundert, dass mancher trotz aller Drangsal im Hartz IV verharrt, als sich derart vergütet auf den Weg in eine Erwerbsarbeit am untersten Rand der Gesellschaft zu machen. Viele sind es dennoch nicht – was beweist, dass die Arbeit an sich ein gesellschaftlich hoch anerkanntes Gut ist. Man ist, sozusagen, was man arbeitet. Arm trotz Arbeit und drohende Altersarmut aufgrund geringster Einkünfte sind jedoch in diesem unteren Einkommensbereich ebenfalls längst gängige und belegte Schlagworte geworden.

Mittlerweile steht fest: Auch wer derzeit 45 Jahre arbeitet, wird mit dem aktuellen Mindestlohn keine Rente erwirtschaften, die über der Grundsicherung liegt. Der Mindestlohn wird, so wie aktuell von Gewerkschaften erneut angestoßen, seit seinem Bestehen als zu niedrig diskutiert, was Arbeitgeber naturgemäß anders sehen.

Die aktuelle Perspektive: Er müsste bei 11,68 EUR pro Stunde (Stand Juni 2016) liegen, um auch nur der Mindestrente im Alter zu entgehen. Und da die Riesterrente, zynischerweise angerechnet auf die Erwerbs-Rente, auch keinen wirklichen Ausweg bietet, bleibt nach neuesten Statistiken im Jahre 2030 für 40 % der deutschen Erwerbstätigen nur der Weg in die staatliche Mindestrente. Ein Vorgang, welcher die Solidargemeinschaft tatsächlich überfordern könnte – ganz abgesehen von der Frage, wie sich Deutschland dann noch reich nennen dürfte.

Ein Beispiel für eine Grundeinkommens-Idee

Sagen wir doch mal, gesamt rund 2.000 EUR? Was also würde geschehen, wenn die Gängeleien des Arbeitsamtes endeten, diese ersten rund 1.000 EUR auf Antrag jedem Menschen bedingungslos gewährt und die Zuverdienstmöglichkeit auf bspw. ebenfalls 1.000 EUR abzugsfrei angehoben würden?

Abzugsfrei deshalb, weil auch keine Versteuerung, kein Abzug des gewährten BGE der ersten 1.000 EUR stattfinden würde. Dies wären schon mal nach derzeitigem Mindestlohn rund 30 Arbeitsstunden pro Woche (nach der eigentlich nötigen Höhe des Mindestlohns also vielleicht 20 Arbeitsstunden: ein Halbtagsjob), aber die Krankenkasse wäre beglichen, die Miete bereits bezahlt, das Einkommen würde vollständig dem Arbeitenden – ganz gleich, ob selbstständig oder angestellt – zur Verfügung stehen.

Es wäre praktisch brutto als netto.

Steigen die Mieten oder andere Lebenshaltungskosten, würde daneben das neue BGE mit ansteigen. Was das gern gebrauchte Argument der sofort einsetzenden Teuerungsrate bei Einführung eines BGE abschwächen würde. Doch sei an dieser Stelle auch die Frage gestattet, warum eigentlich sonst auf den Markt schwörende Menschen annehmen, dass Firmen beim Werben um Kunden auf einmal den Preis nicht mehr als Kaufargument nutzen sollten. Würde dann auf einmal jeder versuchen, seinen Konkurrenten im Preis zu übertreffen?

Da die Renteneinzahlungen im heutigen und hier zum BGE gewandelten SGB II nicht geleistet werden, könnte der BGE-Empfänger nun ab 2.000 EUR, welche ein faktisches Netto darstellten, beginnen selbst einzuzahlen, um der Armut im Alter Stück um Stück zu entgehen.

Der eigentliche Schlüssel liegt in der gerechten Versteuerung aller Einkommen

Oberhalb dieser gesamt noch mickrigen ersten 2.000 EUR beginnt eine maßvolle Versteuerung und so werden die staatlichen Leistungen (wie dann das BGE) Stück um Stück wieder abgeschmolzen. Die Kontrolle läge, wie eigentlich heute auch bereits, demnach beim Finanzamt und nicht beim Jobcenter.

Denn auch hier wird die Ineffizienz des derzeitigen Systems deutlich: Statt die Finanzämter zu stärken, wurde bislang eine parallele Kontrollinstanz in den Jobcentern für derzeit geschätzt zwischen neun und zehn Mio. Menschen in Minijobs, Zuverdienst- und Aufstockersituationen errichtet, welche die Zuverdienste penibel genau überwacht. Ganz so, als ob eine Steuererklärung bei diesen Menschen im Gegensatz zu allen anderen Bürgern nicht genügen würde.

Das BGE hieße jedoch nicht BGE, wenn es nicht jeder erhalten könnte. Darum wäre also auch gern eine Beantragung durch Besser- bis sehr gut Verdienende möglich. Richtig ausgestaltet, würde der Antrag eben ziemlich unsinnig, da der Betrag bei ihren Einkommen über die Steuer am Ende des Jahres vom Gehalt und bei gut verdienenden Selbstständigen wieder zu fast 100 % über die Finanzämter eingezogen würde. Gestaltete man dies also quasi als Nullsummenspiel bei auskömmlichen Einkommen, würde sich der Antrag schlicht nicht lohnen.

Unternehmer müssten eigentlich Hurra schreien

Und hätten es dennoch mit selbstbewussteren Arbeitnehmern in den Gehaltsverhandlungen zu tun. Da diese keine Sanktionen mehr zu befürchten haben und um ein gewisses bedingungsloses Grundsalär wüssten, wäre eine Gesprächssituation auf Augenhöhe auch bei gering bezahlten Jobs möglich. Gleichzeitig würden wohl so eher Arbeitsverhältnisse entstehen, welche beide Seiten auch wirklich wollen.

Ein weiterer Effekt: Schwere oder vielleicht sogar unangenehme Arbeit würde ganz anders verhandelt werden, die Löhne in eben jenen Bereichen, welche heute von Pflege- bis Putzdiensten reichen, würden wohl eher steigen.

Gleichzeitig würden die Arbeitnehmer bereits mit den ersten Zahlungen oberhalb des BGE eine spürbare Verbesserung ihrer Einkommenssituation erfahren, auch wenn der gewünschte Kreativberuf vielleicht nicht gleich goldenen Boden bereitete. Ergreifen könnte man ihn jedoch leichter.

Die allgemeine Motivation stiege, und der Berufsein- oder Umstieg würde für viele Menschen erleichtert.

Das leichter widerlegbare Argument: „Keiner würde dann noch arbeiten“

60 % der Schweizer nahmen an, niemand würde mehr arbeiten gehen, da sie nach den anderen und nicht nach sich selbst befragt wurden. Ein klassischer Fall einer falschen Fragestellung. Richtig fragte am 7. Juni 2016 das Marktforschungsinstitut YouGov, welches von der Berliner Initiative „Mein Grundeinkommen e. V.“ beauftragt worden war.

Knapp die Hälfte der Befragten gaben danach in Deutschland an, sie würden genauso weiterarbeiten wie zuvor, wenn ein Grundeinkommen eingeführt würde. Sie sind also mit Job und Einkommen zufrieden. Ein weiteres Drittel würde zwar etwas an den eigenen Arbeitsbedingungen ändern, aber ebenfalls weiter einem Job nachgehen.

Nur 8 % sagten, dass sie dann nicht mehr arbeiten würden, weitere 7 % erklärten, arbeitslos bleiben zu wollen.

Bleibt wohl das Fazit

Eines muss man bei aller Freude am Visionieren an dieser Stelle einräumen: Es ist ein wenig wie mit einer Obergrenze bei den Rentenzahlungen: Ohne mehr Dynamik bei der Versteuerung im obersten Einkommensbereich ab runden 200.000 Euro Jahreseinkommen und eine ordentliche Versteuerung auf Kapitalgewinne wird die deutsche Gesellschaft so oder so immer weiter auseinandertreiben. Vollkommen unabhängig von der Frage, ob man nun für oder gegen ein Grundeinkommen ist.

Arbeitsfreude als Zwang definiert, ist wie eine Fehlinterpretation menschlicher Existenz und eher frühen Sklavenhaltergesellschaften entlehnt. Sie hat sich durch alle Zeiten hindurch durch selbst gewählte Tätigkeiten weiterentwickelt. Ohne diesen Drang zur „Arbeit“ würden wir immer noch auf den Bäumen umherspringen.

Das Grundeinkommen wäre vor allem eines: „Unbezahlbar“ – im Sinne eines wertvollen Fortschritts einer postindustriellen Gesellschaft.

Eine Muntermacher-LZ Nr. 61 für aufmerksame Zeitgenossen

54.500 Vollzeit-Beschäftigten in Leipzig droht im Alter Hartz IV

Bedingungsloses Grundeinkommen: Als der Mensch das Rad erfand + Video


Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Was Zinkisotope im Zahnschmelz über prähistorische Pflanzen- und Fleischfresser verraten
Fossile Zähne eines Leierhirsches (Rucervus eldii) aus der Fossiliensammlung der Höhle von Tam Ham Marklot. Foto: Nicolas Bourgon

Foto: Nicolas Bourgon

Für alle LeserWie bekommt man eigentlich heraus, was Menschen in der grauen Vorzeit gegessen haben? Und prähistorische Tiere? Denn der Mageninhalt hat sich ja in der Regel nie erhalten. Nur Teile des Skeletts überdauern unter günstigen Voraussetzungen, und davon auch nur die widerstandsfähigsten Teile. Die Zähne zum Beispiel. Aber da fällt Leipziger Forschern schon was ein, wie man selbst aus Zähnen die Ernährungsgewohnheiten herauslesen kann.
12. Notenspur-Salon Richard Wagner – “Ich glaube an Gott, Mozart und Beethoven”
Alte Handelsbörse © Stadt Leipzig

© Stadt Leipzig

Hochwertige Musik in angenehmer Atmosphäre, geistige Anregungen, kulinarische Genüsse: Das waren schon im 18. und 19. Jahrhundert die Ingredienzien der bürgerlichen Musiksalons, wie es sie auch in Leipzig gab. In dieser Tradition lädt der 12. Notenspur-Salon „Richard Wagner“ Musikfreunde und -interessierte in die Alte Handelsbörse am Leipziger Naschmarkt zu gemeinsamen Klangerlebnissen und guten Gesprächen ein.
Leipzig bekommt immer mehr Förderabsagen für kommunale Straßenbauvorhaben
Straßenbau in der Lützner Straße. Archivfoto: Gernot Borriss

Archivfoto: Gernot Borriss

Für alle LeserJetzt dürfen sich alle mal aufregen. Am Montag, 17. Februar, regte sich auch Steffen Wehmann, Sprecher für Haushalt und Finanzen der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat, ein bisschen auf. Denn mittlerweile merken auch die Leipziger Ratsfraktionen, was es bedeutet, wenn die Sächsische Staatsregierung lieber Milliardenrücklagen bildet, aber die Förderung für kommunale Investitionen so knapp hält, dass selbst eine Stadt wie Leipzig keine Fördergelder mehr bekommt.
OBM-Wahl 2020: Wenn der Kandidat zur gemanagten Marke wird
So warb Sebastian Gemkow an der Baustelle der CG Gruppe in der Prager Straße. Foto: Alexander John

Foto: Alexander John

Für alle LeserNormalerweise nehmen sich Kandidat/-innen, die in einer Wahl Erfolg haben wollen, frei für die Zeit des Wahlkampfes, lassen vor allem Abende und Wochenenden frei für Wahlveranstaltungen und Foren, wo sie vor Publikum erklären können, was sie vorhaben und wie sie es machen wollen. Doch im Leipziger OBM-Wahlkampf erlebten die Wähler/-innen zum ersten Mal etwas anderes. Ein Kandidat sagte Forum um Forum ab.
OBM-Wahl 2020: Was ein Wahlkampf in Österreich mit dem OBM-Wahlkampf in Leipzig zu tun hat
Ja, wo radelt er denn? Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserAm 1. März wählt Leipzig seinen Oberbürgermeister für die nächsten sieben Jahre. Und es sieht – oberflächlich betrachtet – wie ein Duell morgen gegen gestern aus, links gegen rechts, zukunftsoffen gegen konservativ. Und so weiter. Aber wer genau hingeschaut hat, hat gemerkt, dass Leipzig einen Wahlkampf erlebt, der zumindest für Leipzig neu ist. Einer, bei dem ein Kandidat Verstecken spielt.
Völkerschau: Der erste Krimi um den Leipziger Kriminalkommissar Kreiser
Gregor Müller: Völkerschau. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNa ja – die Gegenwart ist etwas kompliziert geworden, uneindeutiger, möchte man fast meinen. Immer öfter kollidieren die heutigen Fernseh-Krimis mit der Verwirrung ihrer Drehbuchautoren. Logisch, dass dann begabte Filmemacher genauso lieber in das historische Format flüchten (man denke nur an „Babylon Berlin“) wie Krimi-Autoren. In ein Leipzig des Jahres 1898 zum Beispiel, in dem Gregor Müller seinen Kriminalkommissar Georg Kreiser seinen ersten Mord aufklären lässt.
„Die Mission der Lifeline“ am 21. Februar im UT Connewitz
Postkarte Mission Lifeline. Quelle: Leipzig nimmt Platz

Quelle: Leipzig nimmt Platz

Am Freitag, den 21. Februar 2020 um 18 Uhr wird im UT Connewitz der Dokumentarfilm „Die Mission der Lifeline“ aufgeführt. Im Anschluss an den Film wird Richard Brenner aus der Besatzung (technical advisor) der MISSION LIFELINE berichten. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.
Die „FährFrau“ – Begleitung vor, während und nach einem Verlust durch Tod
Eingang zur Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Die Leipziger Autorin, Trauerrednerin und Trauerbegleiterin Irisa A. Müller stellt unter dem Titel „FährFrau“ ein ganz neues integratives Berufsbild vor: Als FährFrau begleitet man Menschen, die gerade einen Angehörigen verlieren oder verloren haben, in ganzheitlicher Weise beim Abschiednehmen.
Ingolf Lück – Sehr erfreut! Die Comedy-Tour 2020
Foto: Chris Gonz

Foto: Chris Gonz

Sechs Jahre nach „Ach Lück mich doch“ steht Ingolf Lück mit seinem neuen Programm „Sehr erfreut! Die Comedy-Tour 2020“ wieder auf den Kabarett- und Comedybühnen des Landes. Und diesmal wird ausgeteilt!
Grüne und Linke haben ein paar Fragen, AfD schürt schon mal die Ängste der Leipziger
Augustusplatz in der Vorweihnachtszeit. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserVom 13. bis 14. September findet in Leipzig der EU-China-Gipfel statt. Sämtliche Staatschefs der EU werden kommen, die Repräsentanten der EU und natürlich der chinesische Ministerpräsident. Am 7. Februar gab es die ersten Informationen für die Journalisten. Am 11. Februar formulierte die Grünen-Fraktion im Stadtrat erstmals ihre Ansprüche an die Informationspolitik von Stadt und Polizei. Denn ein politisches Ereignis dieser Dimension hat Leipzig noch nicht erlebt.
Kreismuseum zeigt Keramikkunst von Kurt Feuerriegel
Foto: Kreismuseum Grimma

Foto: Kreismuseum Grimma

Am Sonntag, 23. Februar eröffnet das Kreismuseum Grimma um 15.00 Uhr seine neue Sonderausstellung „Kurt Feuerriegel – Gedenkausstellung zum 140. Geburtstag“. Anlässlich des 140. Geburtstages von Kurt Feuerriegel zeigt das Kreismuseum 140 Arbeiten aus dem Lebenswerk des bedeutenden Keramikkünstlers aus Frohburg. Die Ausstellungsstücke sind Leihgaben von Kerstin Noack aus Grimma, Hans-Jürgen Lahn aus Frohburg, aus dem Grassimuseum Leipzig und dem Museum Schloss Frohburg.
Freibeuter beantragen: Leipzig sollte sich eigene Abschleppfahrzeuge zulegen
Falschparker am Südplatz. Foto: Ralf Julke

Archifoto: Ralf Julke

Für alle LeserIn den letzten Jahren waren sie immer wieder Thema im Stadtrat: die Falschparker. Mit dem zunehmenden Autobesitz in der Stadt werden Pkw immer öfter dort geparkt, wo sie nichts zu suchen haben – auf Kreuzungen, auf Radwegen, selbst auf Fußwegen. Und all die Knöllchen, die an die Besitzer verteilt werden, scheinen das Problem nicht zu mindern. Die Freibeuter-Fraktion im Stadtrat fordert jetzt ein wesentlich härteres Durchgreifen.
Wie Rechtsradikale und „Reichsbürger“ versuchen, an Sachsens Schulen und Hochschulen ihre Duftmarken zu setzen
Am Ende muss es doch wieder gemalert werden. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEigentlich war die Sache 2014 erledigt: Die NPD war in Sachsen wieder zur Zwergpartei geschrumpft. Die Sachsen verabschiedeten die Rechtsausleger so langsam ins Abseits. Doch so einfach war es dann doch nicht. Die gewaltbereiten rechtsradikalen Netzwerke sind im Sachsen nicht verschwunden. Und seit dem Aufkommen der AfD fühlen sie sich sogar besonders animiert, wieder auf Dummenfang zu gehen. Ihr Ungeist taucht wieder vermehrt in Schulen auf.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #20
Michael D'Antonio: Die Wahrheit über Donald Trump. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Welt rüstet auf, als gäb's ein Morgen. Als müssten wir uns die Zukunft erst freisprengen. Als stände die Weltuntergangsuhr nicht 100 Sekunden vor Mitternacht – und Schicht im Schacht. Als wäre zum Rosten verdammt, wer nicht zum Rüsten gewillt ist. Und ganz vorn dabei: Donald Ich-rüste-auf-bis-zum-Mars Trump. 740,5 Milliarden Dollar will er nächstes Jahr für's Militär ausgeben. Wobei sich die Frage stellt: Warum verdammt nochmal so viel?
Überall Popos: Mit Mila beim Schwimmbadbesuch lauter nackte Tatsachen entdecken
Annika Leone, Bettina Johansson: Überall Popos. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt „große, kleine, runde, eckige, weiße, braune, dellige, niedliche“. Dieses Buch ist wirklich nichts für Kinder, die sich über nichts mehr wundern. Und auch nichts für Erwachsene, die erschrocken zusammenfahren, wenn ihre Kleinen sich über die Hinterteile anderer Menschen wundern. Die sehen ja wirklich alle anders aus. Und die meisten passen nicht in die normierten Vorstellungen unserer Marketingwelt. Aber zum Glück gibt es ja Mila, die alles wissen will.