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„Flockdown“ zwingt die Stadt zum Runterfahren

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    Rund 20 Zentimeter Neuschnee fielen in der Nacht zu Montag in Leipzig. Was am Sonntag noch für Begeisterung sorgte, zwang heute einen Großteil der Bürger/-innen, einen Gang runterzuschalten: Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) mussten in den frühen Morgenstunden einsehen, dass der Schnee zunächst nicht bezwingbar sein würde. Die Mülltonnen warten vergebens auf ihre Abholung, auch Briefe und Pakete dürften am heutigen Montag Schwierigkeiten haben, zu ihren Empfängern zu gelangen.

    Wen die Corona-Regelungen nicht eh schon zu Hause hielten, der wechselte wohl spätestens beim Blick aus dem Fenster am heutigen Montag freiwillig ins Homeoffice. Seit Jahren gab es in Leipzig keine derart starken Schneefälle, viele traf das weiße Gold recht unerwartet.

    Stillstand bei Bussen und Bahnen

    Während die LVB noch am Morgen alles daransetzte, ihre Fahrgäste trotz Schneefalls befördern zu können, kam um kurz vor 7 Uhr die Meldung: „Mit Blick auf die Sicherheit unserer Fahrgäste und den aktuellen Straßenzustand, mussten die LVB das Ausrücken von Bahnen und Bussen beenden, da einzelne Fahrzeuge im Netz abgeschnitten nicht mehr weiterkommen. Ein sicherer Betrieb ist nicht mehr möglich.“

    Wer sich doch durch die verschneite Stadt kämpfte, konnte mitunter beobachten, wie Streckenabschnitte mühsam von Mitarbeiter/-innen der Stadtreinigung freigeschaufelt wurden, um die Bahnen im Schritttempo vorankommen zu lassen. Die sind derzeit ohnehin konstant im Einsatz, um Straßen und Gehwege freizuschaufeln. Auch die Leipziger Feuerwehr ruft deshalb Passanten zur Hilfe auf.

    Durch die vereisten Gleise und Schneeverwehungen sei es laut LVB in den Morgenstunden bereits zu Entgleisungen von Straßenbahnen gekommen. Passagiere hatten sich zu dem Zeitpunkt aber glücklicherweise nicht in den Bahnen befunden.

    Auch im Umland haben die Verkehrsbetriebe seit den Morgenstunden zu kämpfen. Bis auf einzelne Rufbusangebote, wie beispielsweise in Delitzsch sowie im Raum Oschatz und im Raum Torgau, musste der öffentliche Nahverkehr weitgehend eingeschränkt werden. Die Deutsche Bahn informierte ebenfalls über umfangreiche Einschränkungen und Ausfälle im Regionalverkehr. Auch S-Bahnen sind davon betroffen. Noch ist unklar, wann die Räder wieder rollen können, frühestens ist wohl aber in den Abendstunden damit zu rechnen.

    Mit dem seit nachmittags schwächer fallenden Schnee versuchen die LVB, einzelne Linien wieder freizulegen.

    Müllentsorgung entfällt

    Wie die Stadtreinigung ebenso bereits am Morgen mitteilte, bleiben die Tonnen am heutigen Montag stehen, wo sie sind. Sowohl die Leerung der Tonnen als auch die Müll-Entgegennahme auf Wertstoffhöfen fällt aufgrund der aktuellen Wetterlage aus. Die Leerung der Restabfalltonnen sowie der Gelben und Blauen Tonnen verschiebt sich auf den nächsten Werktag.

    Die Entsorgung von Bioabfall falle in dieser Woche komplett aus, so Thomas Kretzschmar, erster Betriebsleiter des Eigenbetriebes Stadtreinigung Leipzig. „Die Inhalte der Biotonnen sind durch die aktuellen Temperaturen überwiegend festgefroren. Zudem müssen die Mitarbeiter beim Winterdienst sowie bei der Restabfallentsorgung unterstützen.“

    Keine Wochenmärkte am Dienstag und Mittwoch

    Ebenso entfallen in dieser Woche die Märkte am Dienstag und Mittwoch. Das teilte die Stadtverwaltung am Vormittag mit. „Mit Blick auf die aktuelle Wetterlage und die schneeverwehten Straßen und Plätze sind wir uns mit nahezu allen Händlern einig, dass es aus Sicherheitsgründen sinnvoll und notwendig ist, die Wochenmärkte am morgigen Dienstag und dem darauffolgenden Mittwoch nicht durchzuführen“, erklärte Marktamtsleiter Dr. Walter Ebert.

    Davon betroffen sind die Wochenmärkte an den Standorten Innenstadt, Grünau WK IV und Gohlis-Park sowie Grünau WK VII, Bayrischer Platz, Gohlis-Arkaden und Lindenauer Markt.

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    5 KOMMENTARE

    1. Ich stellte nur fest, dass man nun jegliche flüssigen und unverwertbaren Rückstände der Vierbeiner sehen kann.
      Aber ja: jene armen Geschöpfe finden nun keine Hauswände, -eingänge, Fahrräder (selber erlebt!) oder Baumscheiben mehr. Hier müsste nun der Haltende mitdenken, oder eben das Haustier über ein sinnvolles Ziel halten.

      Was nützlich wäre, ich aber noch nicht sah: Hundeschlitten!
      Da wäre ich gern eingestiegen und hätte nicht zur Arbeit laufen müssen.

    2. Die meisten Hunde machen nicht auf Gehwege. Sie erkennen diese im Schnee nur nicht, für sie sieht im Moment alles gleich aus. Kann man im Sommer gut sehen wenns sehr trocken ist. Dann müssten auf den Wegen ja überall Pfützen sein.

    3. Christian, es sollte aber keine Überraschung sein, dass man von Fußwegen und Trottoirs nicht essen kann. Hunde sind sicher nur die Spitze des Eisbergs – ich glaube, die Vögel machen auch nicht alle brav hinter den Busch. Gute Nachrichten dagegen: Urin ist immerhin in der Regel steril.

    4. Im Übrigen ist derzeit – aufgrund des Wetters und der fußläufigen Fortbewegung – gut zu sehen, wo alles auf der Straße oder im Park Hunde ihre Blase entleeren. Also ich nehme mal an, es sind nur Hunde.
      Die Häufigkeit ist schon erstaunlich und mit ein bisschen Ekel verbunden, wo man überall – sonst unentdeckt – an goldgelben Impressionen entlang wandert. Merkte man dies, würde man häufiger als zu Nikolaus die Schuhe intensiv putzen…

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