Zeitenumbrüche in einer Bilderflut: Möckern und Wahren in alten Ansichtskarten

Kaum ein Medium hat den Wandel Leipzigs zur erfolgreichen Großstadt so vielfältig abgebildet wie die Postkarte. Die Hochzeit der Bildpostkarte fällt direkt zusammen mit dem Aufschwung der modernen Metropole Leipzig. Und über Jahrzehnte war Leipzig auch die Hauptstadt der deutschen Postkartenproduktion. Material genug für eine ganze Bildbandserie. Neuester Teil: Möckern und Wahren.
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Angefangen hat das Projekt für Pro Leipzig 2010 mit dem schwergewichtigen „Bilderbogen“, der die Geschichte der Leipziger Bildpostkarte in ihrer ganzen Bandbreite darstellte und dem modernen Leser einen Eindruck vermittelte von den Drucktechniken zum Ausgang des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts, den großen und kleinen Produzenten der bunten Karten und der Begeisterung beim Publikum, das die bunten Karten selbst vom Sonntagsausflug in den Biergarten am Stadtrand an Verwandte und Bekannte sandte. Für die meisten Leipziger waren das die Weltreisen ihres Lebens. Die Karte aus Kleinzschocher oder aus dem Lunapark waren das, was heute Urlaubsgrüße aus Antalya oder von Mallorca sind.

Und natürlich sind die Postkarten heute unersetzbare Zeugnisse einer Stadt, die in den Folgejahrzehnten teils drastische Veränderungen erlebt hat. Das Straßenbahnnetz wurde ausgebaut, immer neue Ortsteile verschmolzen mit dem Stadtgebiet, alte Landmarken verschwanden und der 2. Weltkrieg riss große Löcher ins Gewebe der Stadt. Nicht nur im Zentrum. Auch in den Außenbezirken, wo genauso Rüstungsgüter hergestellt wurden. Großzschocher-Windorf war so ein Beispiel. Noch im Herbst 2010 kam ein eigenes Postkartenbuch zu Großzschocher-Windorf heraus, in dem auch die Verluste des 20. Jahrhunderts sichtbar wurden.

Dem folgte ein Band mit Postkartenmotiven aus Connewitz und einer für Kleinzschocher. Der für Connewitz ist mittlerweile vergriffen. Angekündigt ist einer für Lindenau.Auch der jetzt erschienene Band zu Möckern und Wahren bietet nicht nur 300 der schönsten Postkartenmotive aus den beiden Ortsteilen im Leipziger Nordwesten, die 1919 bzw. 1922 nach Leipzig eingemeindet wurden. Es gibt wieder etliche Beiträge, die dem Leser die Geschichte der Postkartenproduktion nahe bringen. Und natürlich wird die Geschichte der beiden Ortsteile und insbesondere ihre Entwicklung ab 1890 näher beleuchtet, dem Zeitpunkt, als die ersten Postkartenmotive auftauchten. Da hatte in beiden Orten längst die Industrialisierung begonnen, namhafte Unternehmen hatten sich angesiedelt, entlang der Hallischen Straße entstanden neue Wohnquartiere, der Güterbahnhof in Wahren wurde zum größten Arbeitgeber am Ort.

In Möckern spielten die gewaltigen Kasernen eine ähnliche Rolle. Logisch, dass es auch ein eigenes Kapitel „Grüße aus der Kasernenstadt“ gibt. Aber auch der Lunapark am Auensee ist ein eigenes Kapitel wert. Für gerade einmal 15 Jahre war der Lunapark das, was heute Belantis, Cospudener See und Auensee zusammen sind – der Abenteuer- und Vergnügungsteich der Leipziger. Und dabei war es nicht einmal der einzige Ausflugsort im Nordwesten – wie andere Ortsteile am Rande der Stadt besaßen auch Möckern und Wahren zahlreiche bei Ausflüglern, Soldaten und Eisenbahnern beliebte Lokale – vom Ratskeller im Wahrener Rathaus über die „Kiachta-Hütte“ bis zum „Goldenen Anker“.

Beim Umblättern kann man direkt zuschauen, wie die alte Hallische Straße, die mit Obstbäumen rechts und links noch Dorfstraßencharakter hat, sich zusehends in eine bebaute Stadtstraße verwandelt – mit Unternehmensniederlassungen, Wohnblöcken, einem fortschreitenden Ausbau der Straßenbahn und dann dem Bau der imposanten Viaduktbögen der Eisenbahn. Selbst die Schulen hatten anfangs nicht die heutigen Dimensionen – mit dem Wachsen der Bevölkerung wurden sie Stück für Stück immer größer.

Einige Kartenmotive zeigen die alten Elsteransichten und ihre Brücken vor der Regulierung der Gewässer. Auch ein schönes Überschwemmungsbild gibt es – aber nur vom Lunapark. Denn Möckern und Wahren selbst liegen da, wo die ursprünglichen Siedler vor über 1.000 Jahren sinnvollerweise ihre Dörfer anlegten – auf dem Hochufer der Elster. Einige Motive überraschen natürlich: Die Endstelle der Linie 4 der Leipziger Elektrischen Straßenbahn befand sich mal direkt vor dem „Goldenen Anker“. Und nicht nur im „Anker“ konnten sich Passagiere und Fahrpersonal versorgen, direkt an der Hallischen Straße stand auch noch eine Stehbierhalle, wo das Glas Bier 10 Pfennige kostete. Auf einer 1907 gelaufenen Karte sieht man die Linie 4 tatsächlich losfahren – nicht in die Hallische Straße (die heutige Georg-Schumann-Straße), sondern in die Kirschbergstraße Richtung Gohlis.Es ist wieder ein Bild-Band geworden, der eindrucksvoll zeigt, wie zwei Leipziger Ortsteile sich vor 100 Jahren mauserten. Aber ein Blick ins „Kasernen“-Kapitel zeigt auch, warum die Entwicklung zum Erliegen kam, warum es heute sichtlich klaffende Löcher auch in diesen Teilen der Stadt gibt. Manche Fotografien vom Soldatenleben wirken nur fröhlich und sind es keineswegs. Sogar Belegschaften von Krankenbaracken aus dem 1. Weltkrieg posieren für eine Postkartenaufnahme. 1915 und 1916 sind als Jahresangabe zu finden – wie viele von diesen versehrten Soldaten haben den Krieg überlebt? – Das verraten die Postkarten natürlich nicht. Aber eine Postkarte der „Zurichterei Richard Lindner“ aus Wahren von 1914 zeigt, dass die Arbeiter nicht wirklich so jubelnd in den Krieg zogen, wie es einem heute Geschichtsbücher immer noch erzählen wollen. Karsten Brösel kommentiert die Karte mit den Worten: „Die Verabschiedung ihres Kollegen zur Front scheint bei allen Mitarbeitern keine Begeisterung hervorzurufen.“ Der Verabschiedete sitzt wie ein Häuflein Unglück unter seinen Kollegen, die eher grimmig in die Kamera schauen. Auf dem Schild in der Bildmitte steht ganz klein: „Wer weiß, ob wir uns wiederseh’n!!“

Und auch die fünf Soldaten aus der „König-Georg-Kaserne“, die mit ihrem Maschinengewehr auf Seite 116 zu sehen sind, gucken nicht so in die Kamera, als würden sie freiwillig in irgendein Stahlgewitter ziehen. Auch hier verrät nichts, ob Sohn Robert, der diese Karte im „Kriegsjahr 1915“ an seine Eltern schickte, heil aus dem Gemetzel zurückkehrte.

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Möckern & Wahren
Karsten Brösel, Verlag Pro Leipzig, 18,00 Euro

Das letzte Kapitel im Buch ist wieder den Postkarten aus DDR-Zeiten gewidmet, die davon erzählen, wie man das übrig Gebliebene nach besten Kräften wieder mit Leben erfüllte. Aus dem Haus Auensee wurde eine HO Gaststätte, die „Weltfrieden“ schipperte über den See und am Rathaus Wahren hält gerade die Straßenbahn Linie 28. Ein Bilder-Buch mit nicht ganz 100 Jahren Geschichte, da und dort ein bisschen aufgehübscht, wie das bei Postkarten oft der Fall ist. Aber auch ein sehr authentischer Blick in die Zeit zurück, als der Nordwesten zur großen Baustelle wurde und mit der wachsenden Stadt Leipzig verschmolz.

www.proleipzig.eu


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